Die Abzocker-Initiative

Bin ich eigentlich für Minder, gegen Blocher – oder wie ist jetzt das genau? Ich weiss es selbst nicht sicher.

Klar in dieser Sache ist eigentlich nur mal eines – der aller grösste Teil derer, die an die Urne gehen werden, werden nicht von den Konsequenzen betroffen sein – genau so wird es auch mir ergehen. Somit könnte man eine sehr neutrale Meinung einnehmen, fas schon im Sinne „macht doch was ihr wollt“ . Aber trotzdem kann und/oder will ich bei dem Thema nicht wegsehen.

Der Hauptinitiant Minder ist ein sympathischer Kerl, welcher voraussichtlich selbst auch nicht getroffen wird. Die grossen Gegner sind Economie Suisse und Blocher. Beide haben aus meiner Sicht in dieser Diskussion dasselbe Problem – der Branchenverband wirft mit viel Geld eine Kampagne vors Volk – zu einer Abstimmung bei der es darum geht, nicht mit Geld um sich zu werfen. Ob das wirklich eine sinnvolle Strategie war? Wir werden es sehen…

Ganz anders bei Blocher – er selbst Milliardär (aber wahrscheinlich in der Zwischenzeit auch ohne Einkommen, also auch nicht betroffen….) vertritt zu stark eigene Interessen von mir aus gesehen – und das erst noch ohne die wirklich guten Argumente. Wir glauben den Wirtschaftsbossen nun mal einfach nicht wirklich, dass wir in eine brutale Führungskrise fallen in der Schweiz, wenn man Ausländern nicht mehr endlose Löhne bezahlen kann. Ich frage mich in diesem Zusammenhang auch, wo denn der Parteipräsident steht in dieser Frage – natürlich bei der SVP Schweiz, also NEIN – ganz klar, aber im Herzen…? Kann jemand mit dem bodenständigen und anständigen Hintergrund da wirklich für NEIN sein …. ich weiss es nicht.

Trotz allem ist es im Prinzip ein Unding, dass der Staat in die Lohnpolitik von privaten Unternehmen eingreifen will. Diese Hoheit gehört eigentlich nicht dem Staat. Allerdings müsste da vielleicht mal vom Verband eine „Netto-Runde“ gemacht werden – es gehört sich von einem Staat auch nicht, einen Wechselkurs am freien Devisenmarkt zu manipulieren. Es gibt als durchaus unterschiedliche Meinungen und Anforderungen, wo der Staat nun unsittlicherweise einzugreifen hat und wo nicht.

Ich glaube, ich werde JA stimmen für die Initiative – im dümmsten Fall ergeben sich daraus Probleme, welche dannzumal irgendwie zu lösen sind – ich glaube nicht, dass diese gross sein werden. Dem Anspruch an ein hochentwickelte Land kommt die Initiative ja eigentlich recht nahe, dort gibt es in gewissem Mass Gleichheit – die grossen Ungleichgewichte entstehen hauptsächlich in Ländern, die weniger hoch entwickelt sind oder unter Korruption leiden (oder beides).

Sind eigentlich die immer wieder herbei gezogenen Wirtschaftskapitäne die einzigen Abzocker? Ich frage mich zum Beispiel immer mal wieder, ob die Löhne von Sportlern, Schauspielern, Sängern und anderen wirklich deren Leistung für die Gesellschaft oder in Bezug auf die Verantwortung widerspiegeln. Aber ich weiss ebenso, dass diese Diskussion immer GANZ heiss wird, egal wo und wie man diese los tritt….

Kollegen am anderen Ende der Welt…

Einer meiner allerbesten Kollegen aus der Schulzeit ist ein etwas wahnsinniger Mensch. Zumindest hat er oft einige wahnsinnige Ideen. Das war schon immer so, und viele dieser Ideen waren auch wahnsinnig gut, andere waren vielleicht näher bei „wahnsinnig“ als bei gut ;-)!

Nun denn, in einer unglaublichen Tour mit dem Land Rover durch viele Kontinente ist dieser vor schon vielen Jahr quasi von Basel nach Australien „gefahren“, was natürlich nicht überall funktioniert. Weil das an sich wohl zu einfach erschien, hat man den kleinen Abstecher rings um Afrika noch eingebaut. Klar doch, wenn man eh schon unterwegs ist….

Was will ich eigentlich sagen. Ich schaffe es praktisch nicht – auch mit den modernen Mitteln der Kommunikation – mit ihm in engem Kontakt zu bleiben. So eine Mail oder Mitteilung pro Jahr ist dann doch schon ein hoher Rhythmus. Zweimal schon haben Sie nun Ferien in der Schweiz verbracht und wir hatten beide Male das Vergnügung, ihn und seine Familie bei uns begrüssen zu dürfen – und was soll ich sagen, es ist einfach immer wunderbar, die Vertrautheit von früher ist sofort zurück, obwohl sich unsere Leben seit dieser Zeit wohl in keiner Weise ähnlich sind. Die Abende sind locker und mit Gesprächen, Kontroversen und Wein gefüllt – fast als ob die Jahre nicht dazwischen gelegen hätten……

Unglaublich spannend ist auch, dass sich auch unsere Kinder bestens verstehen, dies war beim ersten Besuch noch eindrücklicher da damals noch deutliche sprachliche Barrieren bestanden haben (meine Tochter war ganz verwirrt zu uns gekommen und hat gesagt, dass sein Sohn zwar immer das mache, was sie sagt, aber sie keine Ahnung hat, was er erzählt – er hat halt damals Deutsch schon sehr gut verstanden aber noch weniger gesprochen….).

Klar redet man von vergangenen Zeiten – ist ja irgendwie auch klar, waren ja auch die „gemeinsamen“ Zeiten. Ich bin aber überzeugt, dass eine solche Bindung sehr tragfähig ist und erstaunlicherweise auch über Jahre und über  10-tausende von Kilometern irgendwo drinnen bestehen bleibt.

Es war einfach schön, die Familie bei uns zu haben. Ich selbst bin überzeugt, dass ich die Reise nach Australien auch irgendwann (ferienhalber natürlich..) antreten werde – und daran ist das Land an sich wohl höchsten zur Hälfte „schuld“!

Falls es jemand von euch liest, macht weiter so, ihr seid so, wie wir euch kennen und das nach Jahren festzustellen war eine ganz tolle Sache!

Schule, Prüfung – HILFE!

Seit langem wieder einmal habe ich mir ein Ausbildung gegönnt (PRINCE2 Projektmanagement Methode) welche man mit einer Prüfung abzuschliessen hat. Selbst habe ich in meinem Job diese Prüfungen auch schon überwacht und kontrolliert – aber selbst dasitzen ist halt einfach schon was ganz anderes.

Ich bin einfach auch nicht mehr daran gewöhnt, mich in einen Stuhl zu setzen für einen ganzen Tag mit lauter Stoffvermittlung und externer Arbeitsanweisung – mein Gehirn hat sich daran gewöhnt, dass es den Tagesablauf zu organisieren hat und wenn man das einfach „untersagt“ fühlt sich das komisch an.

Weiter geht es damit, dass ich mich nach einem Tag Ausbildung deutlich müder gefühlt habe als nach einem Arbeitstag – und damit ihr gar nicht auf die Idee kommt, mein Arbeitsplatz ist keine Wellness-Zone! Heute jetzt nochmals mega viel Stoff reindrücken bis 1700, dann eine Stunde MC-Prüfung – uff! Echt anstrengend….

Noch schlimmer ist aber die Zeit gerade danach. Der Trainer korrigiert die Prüfung vor Ort, man ist sich ABSOLUT sicher, dass man die notwendige Punktzahl nicht erreicht hat und ergibt sich einer fatalistischen Einstellung (ach was solls, dann gehe ich nochmal …. vielleicht…..) und fühlt sich irgendwie mies, man fragt sich, ob man nicht doch etwas mehr Zeit in die Vorbereitung hätte stecken können um jetzt beruhigt abzuwarten und sich der Sache sicher zu sein….

Naja, am Schluss habe ich mich selbst wie immer bei solchen Dingen falsch eingeschätzt und eigentlich ein ganz akzeptables Resultat erzielt (ist so oder so nur ein JA/NEIN Zertifikat, entweder durch – gekommen oder -gefallen).

Jetzt stecke ich somit in der „Euphorie-Phase“ – überlege mir, was könnte man so als nächstes tun in Sachen Weiterbildung und ich bin mir ganz sicher, nächstes Mal bereite ich mich seriös im Voraus auf die Prüfung vor – das „auf das Resultat warten zittern“ brauch ich nicht mehr.

Nebenbei, diese Phase mache ich schon seit meiner Schulzeit immer wieder durch – aber DIESMAL, ja DIESMAL meine ich das ernst und bei der NÄCHSTEN Ausbildung wird alles ganz anders sein – da bin ich mir ganz sicher.

Ich bin kein Apple Hasser….!!

Irgendwann mal habe ich mir den Ruf des Apple Hassers eingehandelt – mit welchem ich auch durchaus leben könnte. Allerdings möchte ich doch mal festhalten, WIESO ich damals wie auch heute manchmal nicht der Meinung bin, Apple mache alles richtig. In unserem Haushalt gibt es ein iPad, einen iPod, zwei iPhones und ein Mac Book Air – also wenn ich es „hassen“ würde hätten wir die Geräte nicht, das versichere ich.

Als IT-Profi seit Jahren kann ich natürlich auch einordnen, in welchen Bereichen sich Apple und Microsoft konkurrieren, und aus Sicht einer Firma bietet Apple halt schon nur einen sehr kleinen Teil der gesamthaft benötigten IT-Mittel.

„Passiert“ ist das mit meine Ruf eigentlich mit dem iPhone (das originale, erste iPhone). Diese war damals technisch (was kann es, wie leistungsfähig ist die Hardware) bis auf den Bildschirm der Konkurrenz deutlich unterlegen, viele Funktionen waren schlicht nicht verfügbar. Allerdings war es das erste schöne Smartphone und wie sich heraus stellte auch das erste, dessen Software einfach und intuitiv zu bedienen war. Diese beiden Aspekte – vor allem letzterer denke ich – haben damals ein technisch rückständiges und teures Gerät zum Schlager werden lassen. Dazu hat Jobs noch allen klar gemacht, dass ALLES in dem Gerät neu erfunden worden ist und man muss ihm eines lassen, die Leute haben ihm immer geglaubt. Dass die Finanzindustrie auf das Produkt aufgesprungen ist, ist irgendwie logisch – das Konzept mit den sehr hohen Preisen hat doch Margen versprochen.

Nun ein paar Jahre später haben wir im Prinzip immer noch dieselbe Software mit ein paar Erweiterungen, welche nicht alle wirklich erfolgreich waren, auch wenn sie neu waren (Siri z.Bsp.), die Geräte haben technisch aufgeholt, wobei die Android-Konkurrenz bei der Hardware natürlich innovativ nicht mehr zu schlagen ist (dort kann ich nicht zwischen 8, 16, 32 und 64GB wählen sondern habe die Auswahl aus einer gefühlten Million Gerätetypen  – verschiedenster Grössen und Leistungen), die Bedienung ist einfach geblieben und die Preise hoch.

Wieso gefällt mir das jetzt nicht, einfach bedienen usw tönt doch perfekt und wer dafür etwas mehr ausgeben will, der soll doch? Genau so sehe ich das, aber die Apple Fans sehen das leider etwas anders. Ich habe zum Beispiel echt keine Ahnung, was an Mac OSx nun so viel besser sein soll als an Windows (gebe aber zu, das gilt erst ab einer etwas späten Version von Windows 7) oder was an iOS besser sein sollte als z.Bsp. an Windows Phone (seit Release 7.5). Android lasse ich hier mal weg, dieses war tatsächlich lange Zeit nicht so intuitiv wie iOS. Die Blindheit und eigentlich fast schon aggressive Wut der „Apple-Menschen“ gegen alles andere ist unverständlich und ohne Rechtfertigung. Auch sind einige Dinge, die man als Vorteil vor allem von Mac OSx immer mal wieder hört nur wegen unseren Köpfen ein Problem. Microsoft hat uns lange mit Software „verwöhnt“, für welche man einen Kurs besuchen musste und welche in vielen Punkten unlogisch und kompliziert war. Dies hat sich vor viele Jahren bereits mit Windows XP geändert, mit den neueren Versionen wurde das noch besser – aber unsere Köpfe reagieren weiterhin mit „kompliziert, unlogisch“ beim Anblick des Microsoft Logos. Daran ist Microsoft natürlich selbst Schuld, keine Frage. Wenn Sie uns nicht glauben machen können, dass ihre Systeme noch einfacher sind als die von Apple (was sie laut vielen Studien in der Zwischenzeit wären) machen sie Fehler in einigen Bereichen.

Am Schluss dürfte das alles irgendwo eine Sache des Geschmacks bleiben, dem einen gefällt das, dem anderen etwas anderes. Was aber von mir aus keine Geschmackssache ist, ist die unglaubliche Bevormundung von Apple gegenüber mir als Kunde. Dass ich einen iTunes-Account brauche, damit kann ich gut leben, dass iTunes aber das einzige Programm (und zumal aus meiner Sicht eines, was jetzt nicht soo toll zu bedienen ist, da gibt es tatsächlich bessere) ist welches funktioniert nervt. Auch ein Cloud-Service, welcher per Definition irgendwie unabhängig sein sollte stelle ich mir anders vor (und es gibt auch andere Lösungen – ich kenne extrem viele Leute die Macs und iPhones haben und einen Dropbox, Wuala usw… Account für den Datenaustausch – wäre nicht nötig, eigentlich). Geteilter Meinung kann man über die Zulassung der Programme durch Apple sein – dies finde ich persönlich noch ganz gut im Sinne der Qualitiätssicherung.

Die Geräte, allen voran die iPhones sind und waren schon immer cool, daran gibt es nichts zu meckern und/oder zu rütteln. Die Konkurrenz von Apple hat sehr viele Tendenzen etwas verschlafen und kann nun in einigen Bereichen ganz klar von der Pionierarbeit von Apple profitieren. Eine Firma die viele Nachahmer hat, hat vorher extrem viel richtig gemacht! Ob man das jetzt nun in gefühlten zwei Millionen Rechtsverfahren auf der ganzen Welt bearbeiten muss frage ich mich. Ich könnte mir – gerade im Moment für Apple – vorstellen, dass das Geld auch durchaus vernünftig in Produkte einfliessen könnte, damit das nächste iPhone nicht tatsächlich nur wieder ein paar Zentimeter länger wird sondern etwas kommt, ab dem wir staunen können!

Was am Doping so richtig doof ist…

So, jetzt haben wir den „Beweis“ – den nebenbei niemand mehr gebraucht hätte – dass auch DIE Radsportlegende der Neuzeit schlechthin das alles nicht ohne illegale Hilfe hingekriegt hat. Vielleicht sind die Aussagen, dass man durch Doping im Radsport „nur“ die Chancengleichheit wieder hergestellt hat gar nicht falsch, aber doof trotzdem.

Was ich am schlimmsten finde ist – die Leute sind Megasportler, das, was sie mit Doping raus holen entscheidet nur noch zwischen Sieg und Plätze 20 und dahinter. Alle wären auch ohne Doping problemlos in der Lage, die Strapazen einer Tour zu überstehen, es geht also nicht darum, diese mörderischen Touren zu überstehen, es geht darum, zu gewinnen.

Womit wir eigentlich am Kern der Sache wären – für den Sieg gibt es Geld, der Mensch ist gierig und diese Gier macht offensichtlich vor gar nichts halt, auch vor dem Sport nicht.

Jetzt warten wir mal ab, was da noch raus kommt. Ich hoffe doch, dass wir Schweizer nicht auch nochmal in unserem Stolz getroffen werden in Sachen Radsport (einige Dopingskandale hatten wir ja auch in der Schweiz schon zu verzeichnen). Wir haben einen der schnellsten Radprofis in Schweizer Dress und im Mountainbikesport sind wir Weltklasse. Sollte das mit der „Chancengleichheit“ auch heute noch stimmen, sehe ich schwarz…..

Wieso sollte das auch gerade in der Schweiz nicht passieren, wir haben die Chemiefirmen, wir haben das Geld, wir haben unsere Gesetze – ich glaube, die Grundlage wäre auch hier sehr gut. Wir werden es sehen, ob jetzt der Armstrong gleich auch noch alles andere verrät, das zeigt die nahe Zukunft. Auf Vergebung hoffen kann er von mir auf jeden Fall nicht – auch wenn er nicht alleine war, auch alle anderen erhalten keine Vergebung!

…und dann gilt es noch aufzupassen und zu beachten, dass es auch noch andere Sportarten gibt, bei denen man viel Kraft braucht und wir Schweizer einen Topathleten stellen – in engem Kampf mit einem Russen, in diesem Jahr…..

Auto feindlich, Velo freundlich, ÖV lastig…

all diese Aussagen hört man in Basel zum Thema Verkehrspolitik – und wahrscheinlich haben alle am einen oder anderen Ort recht.

Was ich mich frage – kann und soll eine Stadt denn Auto freundlich sein oder kann eine Stadt zu viel Fokus auf den öffentlichen Verkehr legen? Für mich klar zweimal „nein“. In der Stadt wird der automobile Individualverkehr immer Probleme haben, politische Ausrichtung hin oder her. Wenn ein Mensch, der in eine Stadt kommt immer ca. 10 m2 Land benötigt, damit sein Gefährt geparkt werden kann ist das ein Problem per se – ich kann in keiner Weise verstehen, wie man diese Probleme auf die Politik oder die Strassenführungen und -planungen schieben kann.

Ich selbst gehöre zu den Radfahrern oder ÖV Fahrern in der Stadt. Warum? Ich bin zu Stosszeiten deutlich schneller am Ziel, habe mich nicht über verstopfte Strassen geärgert oder darüber, dass ich keinen Parkplatz gefunden habe und ich war an der frischen Luft und habe mich einmal am Tag etwas bewegt. ÖV ist für mich im Prinzip nur der Ersatz des Velos bei sehr schlechtem Wetter (siehe oben, die Autofahrerprobleme möchte ich mir einfach nicht aufhalsen).

Woher kommt denn aber diese abweisende Haltung der Autofahrer gegenüber eigentlich fast allen anderen Verkehrsteilnehmern (auch Fussgänger freundlich ist ja ein Unwort der Auto Lobby….)? Bei den Velofahrern ist mir das klar – auch ich ärgere mich immer wieder über meine Kollegen – kein Licht, nicht beachten sämtlicher Verkehrsregeln usw – das geht nicht und dafür gibt es keine Entschuldigungen oder Ausreden. Eher korrekt finde ich, dass Velofahrer je nach Vergehen weniger teure Bussen erhalten als Autofahrer, da denke ich macht die Gefährdung Dritter durch Fehlverhalten doch etwas aus.

Ich mag mich erinnern als Ende letzten Jahres ein Velofahrer in einem Basler Stadtpark nachts im Fahrverbot ohne Licht einen Fussgänger umgefahren hat, die Zeitungen haben tagelang darüber berichtet (alles was er gemacht hat, geht nicht und ich will in keiner Weise sein Verhalten für richtig erklären). Es kam mir aber doch vor, dass die täglichen Unfälle mit Fussgängern und Autos, die oft mit wesentlich schwereren Verletzungen enden weit weniger schlimm sind als so etwas. Klar gibt es auch viele „Zwischenfälle“ mit Fussgängern und Velofahrern – aber die Kräfteverhältnisse sind da doch recht ausgeglichen….

ÖV will ich gar nichts dazu sagen, die meisten, die wegen überfüllten Trams usw. die öffentlichen Verkehrsmittel nicht benutzen kennen diese nur von Tagen, an denen sie z.Bsp. wegen zu viel Schnee nicht mit dem Auto gehen konnten – dann ist natürlich auch jedes Tram überfüllt, stellt aber nicht den Normalfall dar – und zumindest in Basel ist der ÖV spottbillig…

Hmm – aus dieser Situation kommt man wohl nicht raus – die Autofahrer (ich bin übrigens auch einer, keine Angst, und ich rege mich auch auf ab Velofahrern die fahren wo sie wollen – merke aber auch immer wieder, dass ich Fehler mache im Verkehr, welche einen Velofahrer oder Fussgänger gefährden könnten….) werden die Starken bleiben wollen, was immer da kommt, Velofahrer werden nicht alle plötzlich anständig werden……

Was sicher SEHR hilfreich wäre, wenn alle meine Erfahrung hätten und in der Stadt beides machen – oder alle drei Dinge: Auto fahren, Velo fahren und zu Fuss gehen. Dabei werden einem Dinge klar und man bewegt sich auf alle drei Arten anders zur Sicherheit von allen – sich selbst und anderen.

Und an alle Velofahrer ausser mir – Helme sind nicht uncool, Licht am Velo kostet keine Welt und ganz schwarze Kleidung erscheint mir im Winter nicht optimal – ebenso gelten Verkehrsregeln für alle…..!

Java 7 – ein Sicherheitsrisiko..

Komplett unabhängig der verwendeten Plattform (Mac, PC, Linux, Embedded Systems, Android usw….) ist ein richtig grosses Sicherheitsproblem in der Informatik unterwegs – Java 7 ist auch im Update 10 weit weg davon, die heute notwendige Sicherheit zu bieten – und dies nach vielen Berichten in diese Richtung und nach einer doch auch schon recht langen Laufzeit. Auf die bereits angekündigte Version 8 freuen sich sicherlich schon ganz viele ;-)!

Aktuell will sogar niemand die Java SE 7 wirklich einsetzen, zu problematisch die Situation im Bereich der Sicherheit. Dies hat sogar dazu geführt, dass die Boulevardpresse durchaus vernünftige Artikel verfassen konnte (obschon der Update 10, der darin beschrieben wird zwar aktuell ist, aber schon seit August 2012 verfügbar – man hätte also auch schneller drauf kommen können). Sobald die Boulevardpresse darüber schreibt sind auch die Entscheidungsträger in den Firmen plakativ informiert (Java = unsicher) und werden sich nicht immer die Mühe machen, die Situation differenziert anzuschauen.

Wie reagieren die einzelnen Hersteller – Apple hat die Funktionalitäten von sich aus abgestellt und somit die Sicherheit der Systeme wieder hergestellt. Microsoft äussert sich nicht zum Thema.

Interessant – Java 6 kennt die Probleme nicht und ist in der Version Update 35 als sicher einzustufen. Glücklicherweise ist die Java Community so oder so etwas „beleidigt“ seit der Übernahme durch Oracle, somit gibt es noch recht wenige echte Projekte mit Java 7. Leider ist einmal mehr der eher nicht informierte Endbenutzer im Pech – jeder sagt doch, wenn Updates vorgeschlagen werden, sollte man diese auch machen – man weiss ja, was die manchmal bewirken (bessere Sicherheit, höhere Geschwindigkeit usw….) – und schon habe ich die Sicherheitslücke geöffnet ohne dass dies zwingend notwendig gewesen wäre.

Schade, dass der Weltkonzern Oracle das nicht im Griff zu haben scheint – die neue Version Enterprise Edition von Java hat eine Verspätung von über einem Jahr bereits und mit diesen Problemen bei der SE dürfen wir ja auch dort noch einiges erwarten.

Wie viel Bandbreite braucht der Mensch…

1Mbit, 5Mbit, 50Mbit oder 100Mbit – wie viel Bandbreite „braucht“ man denn so….und geht es immer nur um Download?

Fazit: Ich glaube, man „braucht“ heute wirklich so 10 oder 20Mbit Durchsatz, sonst werden einige Seiten langweilig und Downloads ziehen sich hin (z.Bsp. Filme). Es  gibt aber auch Grenzen, bei denen der Nutzen eigentlich nicht mehr gegeben ist – ich lege die bei ca. 50Mbit an im Moment (4-köpfige Familie) – aber auch das muss natürlich nicht in jedem Fall stimmen. Bei der Diskussion um Cloud-Services wird oft vergessen, dass dabei doch öfter auch UPload generiert wird – da hatte ich vorher 5Mbit und jetzt 7Mbit – persönlich hätte ich lieber meine 60Mbit Download behalten und 20 oder 30Mbit Upload erhalten, meine Bilder hochladen und die Backups wären dann 6x schneller, beim Download bekomme ich viel weniger Zusatznutzen, weil es auch vorher schon richtig schnell war. Wichtig sind auch die kurzen Antwortzeiten, die zu Hause meist gegeben sind (Delay – einer der grössten Vorteile aus meiner Sicht der neuen Mobilfunktechnik LTE – wird etwas unterschätzt, meine ich….).

Ich selbst komme noch aus der Zeit der „echten“ Modems – die es heute in der Form ja nahezu nicht mehr gibt (die ADSL-Geräte über Telefonleitungen könnte man natürlich schon noch dazu zählen). Bandbreiten wurden damals noch in Kilobyte pro Sekunde angegeben, lange üblich waren da 2400, noch länger 9600, 14400 – bald mal 38000 oder so was (ein FAX wurde z.Bsp. mit maximal 14400 KBit übertragen).

Wieso schreibe ich darüber – mein Provider hat über Weihnachten klammheimlich meine verfügbare Bandbreite von 60Mbit auf 100Mbit hoch geschraubt. Da er dies zum selben Preis macht – kein Problem für mich. Aber – ich habe das NICHT bemerkt, rein zufällig bin ich über eine Pressemitteilung gestolpert und habe das gefunden – bei mir getestet und siehe da, stimmt! Beim Test war schon mal zu beachten, dass trotz sehr moderner WLAN-Infrastruktur mit bestem Empfang im ganzen Haus 100Mbit nicht in jeder Situation nachweisbar sind, je nachdem was sonst noch so läuft ist das WLAN damit überfordert.

Meine Statistik zeigt mir pro Monat so ca. 100GB Datenverkehr, davon ca. 15% upload, der Rest Download (Upload weil ich alle meine „wichtigen“ Daten direkt noch auf den Cloudservice von Wuala speichere). Im Hause Tschan gibt es keine Radios (alles nur noch Internet-Radio), Musik kommt im Abo (Spotify) und fern gesehen wird oft über Zattoo. Hinzu kommen natürlich die „normalen“ Daten beim surfen und gelegentlich von mir durch Home-Office.

Ebenfalls statistisch zeigt sich mir, dass die 60Mbit Leitung im letzten Jahr (seit dem habe ich die…) während insgesamt 70 Minuten ausgelastet war über die gesamte Zeit…..und immer waren es Downloads entweder von Microsoft oder iTunes. Auch 60Mbit müssen zuerst mal von irgendwoher geliefert werden. Der durchschnittliche Durchsatz war mit ca. 2Mbit doch deutlich unter den Möglichkeiten und die Peaks recht selten bis zur kompletten Auslastung ausgeprägt. Das stimmt in meinem Fall nicht beim Upload, dieser steht oft an wenn wir mit einer Kamera voller Bilder nach Hause kommen – da dies aber nicht abgewartet werden muss (Bilder zuerst auf Home-Server und von dort auf Wuala) ist mir das eigentlich Wurst.

Danke lieber Anbieter, dass ich jetzt mehr Durchsatz habe – ich denke die Momente der Vollast werden noch weniger. Aber wer weiss, was uns die Zukunft da noch alles bringen wird, über zu viel maximalen Datendurchsatz kann man sich ja eigentlich nicht beschweren.

Windows 8 startet besser als Windows 7….?!??

Laut Microsoft ist der Start von Windows 8 sehr gut geglückt und die Verkaufszahlen sind sehr ermutigen…

Wie kommt das – mein letzter Artikel war ja durchaus „recherchiert“ und wird von öffentlich verfügbaren Zahlen gestützt. Der grosse  Unterschied, welcher mir sofort ins Auge sticht ist, dass die Studien einerseits von „unabhängigen Instituten“ gemacht wurden und andererseits von Instituten im Auftrag von Microsoft. Voraussichtlich kommt es doch deutlich drauf an, wie man zählt.

Sind nun alle Geräte, auf welchen Windows 8 vorinstalliert und die auf der Welt produziert wurden schon in der Statistik zu berücksichtigen? Laut Microsoft ja, die unabhängigen Institute stützen sich auf den Internet-Verkehr und die dort ausgelesenen Daten zu Browsern und Betriebssystemen. Aus meiner Sicht die deutlich bessere Sichtweise – ein Gerät im Regal bei MediaMarkt gehört aus meiner Sicht noch nicht in die Nutzungsstatistik von Windows 8. Ich bin auch überzeugt, dass heute noch sehr viele Geräte mit einer Windows 8 Lizenz kaufen um diese umgehend auf Windows 7 „herunter“ zu nehmen.

Also, ich bleibe eher bei meiner ersten Aussage, dass der Start etwas holprig ist – daran ist aber in aller erster Linie Microsoft selbst „schuld“. Wenn man es nicht schafft, einer allgemeinen Clientel die Vorteile eines Systems klar darzulegen und wenn Microsoft trotz der Unterstützung von sehr vielen Hardwareherstellern nicht in der Lage ist, vernünftige Hardware zum Start zu präsentieren, dann hat man in dem Bereich einfach etwas falsch gemacht.

…..Wieder mal ein Fazit – glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast! Jetzt ist CES in Vegas. Auf diese Messe verzichtet Apple traditionell – Microsoft seit neustem auch. Ein guter Zug? Wenn man so schaut, was Samsung und vor allem neue Player wie Huawei und ZTE (ZTE ist natürlich schon eine Grösse in der Branche, aber nicht in Amerika und Europa…..) dort zeigen hätte es vielleicht einem Windows Phone nicht geschadet, da aufzutreten. Zum Glück zeigt wenigstens Samsung den neuen, biegsamen Bildschirm mit Windows Phone 8 – sonst wäre auch diese Messe vorüber gegangen ohne dass man von Microsoft was gehört hätte…..

WLAN-Glühbirnen – COOL, aber muss man das haben…

Ich war schon immer gerne vorne dabei, wenn im und um den Computermarkt technologische Neuheiten vorgestellt wurden. Nebenbei hat mich das im Leben auch schon eine ganze Stange Geld gekostet, wenn ich da nur an all die weg geworfenen elektronischen Agenden (Psion) denke oder an die erst kürzlich an eine Hilfsorganisation übergebenen Handy’s graut mir.

Nun laufen mir zwei Produkte über den Weg, welchen ich (voraussichtlich) nicht werde widerstehen können. WLAN-Glühbirnen! Als ich das zum ersten mal gesehen habe, war mir nicht so ganz klar, ob das was cooles ist (getönt hat es immer schon cool…). Das Thema habe ich erst wieder aufgegriffen als ich gelesen habe, dass Philips als Weltkonzern da anfängt mitzumischen. Es gibt also jetzt doch schon zwei Varianten (Philips Hue und ein kickstarter Projekt Namens LIFX) von WLAN-Lampen und ich werde immer überzeugter davon, dass ich das brauche.

Was tun die Dinger eigentlich – bei beiden Produkten handelt es sich um LED-Glühbirnen, welche auch so ganz normal in jeder Lampe funktionieren und per normalem Lichtschalter ein- und ausgeschaltet werden können. Die erachte ich schon mal als einen massiven Vorteil gegenüber „normalen“ Hausautomationssystemen, es gibt auch Licht wenn die vorgesehenen Steuerungen nicht funktionieren, einfach Schalter kippen.

Danach unterscheiden sich die Systeme von Philips und LIFX ein wenig. Das Philips-System benötigt einen zusätzlichen Controller, ein kleiner Kasten welcher an das Netzwerk gehängt wird. Über diesen kommunizieren dann alle Lampen. Da man 50 Lampen anschliessen kann wohl kein grosser Engpass – allerdings habe ich meine Zweifel was die Reichweite angeht. Ich konnte nirgends spontan herausfinden, ob die Lampen unter sich dann eine Art Repeater-Funktion einnehmen und die Reichweite so nach fast unendlich erweitern. Falls nicht wäre dies ein Nachteil des Philips-Systems – es reicht ja, wenn wir zu Hause schauen müssen dass das Funktelefon und das WLAN immer und überall funktionieren, ein drittes Netz bräuchte ich jetzt da nicht.

Bei LIFX sieht es wohl so aus, dass die erste Lampe die „Master-Lampe“ wird – als die Datenverbindungen von Lampe zu Lampe über das normale WLAN hergestellt werden – wäre ein Vorteil aus meiner Sicht….

Was macht man dann eigentlich damit – allerhand! Beide Systeme können mittels einer iPhone oder Android App bedient werden, die Birnen können jede Farbe annehmen und jede Helligkeit. Es können verschiedene Muster programmiert werden (romantisches Licht, Leselicht, Nachtessen usw.)  – dann machen eine oder viele Lampen irgend etwas um eine spezielle Stimmung zu verbreiten. Auf diese Weise können auch Lichtwege produziert werden (ich brauche mitten in der Nacht ein Glas Wasser aus dem Kühlschrank – ein Knopfdruck und das Licht im Schlafzimmer geht start gedimmt an, im Treppenhaus etwas gedimmt und in der Küche fast normal – wenn ich wieder im Bett bin, alles aus und Basta). Ich finde das cool…..! Natürlich gibt es auch die Diskussion „haben wir das Licht ausgeschaltet“ nicht mehr, die Verbindung zu den Lampen über das Internet ist natürlich möglich. Die Wecker-Funktion verschweige ich mal, auf die bin ich eher nicht so gut zu sprechen (06:00 Licht an, noch nicht so hell, 06:05 Licht wird heller, 06:10 Licht brennt mich durch die (immer)noch geschlossenen Augenlider).

Weitere Funktionen werden bei beiden erwähnt, dass die in Bearbeitung sind wie zum Beispiel GPS-Steuerung (wenn ich in die Nähe meines Hauses komme, geht das Licht an oder wenn ich mich weit entferne geht es aus) oder Disco-Light.

Der Preis dafür – recht happig. Bei Philips muss man im Moment im Apple Store (wieso auch immer es die Dinger nur dort gibt……) ein Starterkit kaufen (drei Lampen, ein Kontrollerkasten) für CHF 229.–, lieferbar in 4-6 Wochen. Bei LIFX kann man im Moment nichts mehr kaufen, die kickstarter-Auktion ist beendet, die Produktion beginnt. Offiziell startet der Verkauf im März und wer sich registriert sollte informiert werden.

Ich habe mich bei LIFX mal registriert, mir gefällt das Konzept eigentlich besser, weil es nicht noch ein Netzwerk aufbaut im Wohnraum. Ich bin da eigentlich nicht empfindlich, aber muss doch nicht sein wegen ein paar Lampen. Voraussichtlich werde ich nicht widerstehen können…….aber die Frage im Titel ist wohl doch mit einem klaren „NEIN, muss man nicht“ zu beantworten…

Hier noch die Links, falls sich jemand dafür interessieren würde:

Philips        www.meethue.com

LIFX             lifx.co