Der richtige Bike-Reifen für mich bei uns „zu Hause“

Nach nunmehr doch ein paar Jahren und Kilometern möchte ich euch meine Erfahrungen mit Bike-Reifen nicht länger vorenthalten. Diese Beurteilung kommt hauptsächlich zusammen mit Kilometern im Schweizer Jura auf Wald-, Forst- und Wanderwegen. Keine Freerides, keine Drops und andere Tricks – dafür rund 90 Kg Fahrer, auch nicht ohne für den Reifen ;-)!

Begonnen mit Biken habe ich mit einem 2.1 Zoll breiten Continental Reifen, den Typ weiss ich gar nicht mehr. Erst nach dem Wechsel habe ich verstanden, wie gut die eigentlich damals waren. Ich habe dann gewechselt auf einen Panaracer in 2.35 Zoll, der war echt nicht für unsere Verhältnisse gemacht. Eher pannenanfällig bei Durchschlag und bisher am wenigsten Gripp bei Nässe – und bei uns ist ja wirklich lange genug eher nass im Wald…

Das nächste Experiment waren Maxxis Reifen, ein Advantage und ein Ardent (zwei verschiedene weil der Panaracer im Engadin in den Ferien zerbröselt ist und die Auswahl im Herbst dort recht bescheiden war, zumal ich damals noch keine Schwalbe wollte…). Nicht wirklich ein Experiment, das hat eigentlich ganz gut funktioniert. In nassem Gelände hatte ich auch das Gefühl das sei nicht sooo toll, trocken war das OK – aber zumindest der Advantage hat im Herbst die Dornen regelrecht gesucht und gefunden – der war wirklich sehr anfällig auf Durchstiche.

Also gewechselt zu der wohl bekanntesten Marke in Europa, Schwalbe (früher Swallow aus Taiwan, übernommen von der Ralph Bohle aus Deutschland, seit dem Tag sind das deutsche Reifen ;-)). Ich habe mich als Kompromiss für einen 2.25 Zoll Reifen entschieden, den „Fat Albert“ mit richtig Profil, unterschiedlich für vorne und hinten. Vielleicht bisher das Beste, was ich gefahren bin. Natürlich ist dieser Reifen auf der Strasse nicht wirklich ein Wunder an Rollwiderstand, da muss man schon treten, damit es vorwärts geht – aber sobald man von Asphalt weg kommt, ist das eigentlich egal und ich genoss den Gripp – immer genug, oft war der Reifen in der Lage meine fehlende Fahrtechnik zu kompensieren.

Aber ewig hält auch der nicht! Für ein Rennen hatte ich mir mal Schwalbe „Racing Ralph“ gekauft und jetzt im Sommer aufgezogen. Na ja – genau obiges gilt nicht. Für Leute mit richtig guter Fahrtechnik sicher eine Alternative, für mich doch recht zappelig und nicht treu in der Spur. Beim Bremsen durchaus brauchbar (Bremsleistung) – aber ich brauche Platz, es geht dann immer ein bisschen links und rechts. In Kurven ist auf jeder Art von Weg (ausser Asphalt natürlich oder sehr harte Böden/Fels) der Grip gut, aber er gibt einen einfach nicht das gute Gefühl von Reserve. Aber auf jeden Fall hat sich mit dem Reifen in der jetzigen Saison meine Fahrtechnik verbessert – es ist einfach mehr Konzentration notwendig. Was erstaunlich und sehr gut ist, ist die Pannenanfälligkeit – ich hatte schlicht keine Panne bisher, was ich den dünnen und leichten Reifen nicht zugetraut hätte.

Jetzt sind wieder mal Continental Reifen (die sind zu einem rechten Teil tatsächlich aus Deutschland ;-)) bestellt, und zwar zwei Mountain King II Protection in 2.4 Zoll -> dies weil die 2.2 Zoll wirklich sehr schmal ausfallen. Da geht es wieder klar in Richtung „Fat Albert“, ich habe diese Reserven einfach als das kleinere Übel empfunden als das schlechte Abrollen auf Asphalt. Auf Asphalt kann man ja auch langsam fahren J!

Fazit: Für mich kommen spezialisierte Reifen (extra schnell, extra leicht, extra für Schlamm usw….) nicht in Frage, ein Reifen muss einfach immer funktionieren. Dabei hat sich für mich herausgestellt, dass fettere Reifen (ab 2.25 Zoll) einfach angenehmer zu fahren sind, mit weniger Luftdruck – und sie passen auch besser zum Fahrer! Die Reserven, welche eigentlich für harten Einsatz gedachten Reifen mit sich bringen nehme ich sehr gerne mit – entspanntes Fahren ist an Orten sicher, an denen man mit Race-Reifen schon richtig die A….backen zusammen kneifen muss. Der erhöhte Rollwiderstand wird verwendet, meine Kondition zu verbessern! Wenige Pannen machen einen Reifen sehr angenehm, was nützt es mir fünf Minuten schneller zu sein – aber nur dann, wenn ich nicht flicken muss unterwegs…..

Vollmond Bike-Tour

Schon lange wollten mich zwei dazu überreden, bei Ihren „Mondscheinfahrten“ auf dem Bike mal mit zu machen. Für mich gilt aber ganz klar – biken geht nur ohne Lampe! Somit würden ja auch Vollmondtouren ausfallen, weil a) im Wald wird es schnell dunkel und b) die Gesetzeshüter würden sich meine Begründung „ich sehe ja genug“ zwar sicher anhören – danach aber doch Bussen aussprechen……zumal das neben verboten auch wirklich gefährlich ist im Strassenverkehr.

Bisher hatte ich immer geeignete Ausreden gefunden, mal richtig gute und echte und wenn sich keine solchen anboten halt mal erfundene! Nun, beim Bebby sim Jazz treffen wir die zwei „Vollmondfahrer“ immer – und diesmal lag die Vollmondnacht auch sehr nahe – und ich hatte keine Ausrede, welche ich irgendwie vertreten konnte. Also habe ich zugesagt und auf schlechtes Wetter (irgendwie) gehofft. Das schlechte Wetter kam dann ja letzten Samstag auch, die Fahrt war aber für Freitag nachts geplant – wolkenlos!!

Nun gut, ewig Feigling geht nicht, sind wir – meine Frau hat mich freundlicherweise begleitet – also letzten Freitag um 20:30 am Sammelplatz eingetroffen. Da geht ja alles noch „normal“, ist ja noch hell. Und ab, den Berg hoch, nicht sehr weit an uns allen bekannte Plätze – somit auch auf Routen die wirklich „blind“ gefahren werden können.

Ich gebe zu, da hoch zu fahren bei sehr angenehmen Temperaturen, oben ein Feuer machen, Würste bräteln, Wein und/oder Bier trinken hatte schon was. Etwas komisch war aber doch immer der Blick vom Lagerfeuer weg – dort lagen mitten in der Nacht ein paar Bikes auf der Wiese??? Dass der Bauer vom Feld nebenan just in dieser Nacht Jauche ausfahren musste war Pech – aber was solls, alles Bio!!

Irgend wann war es schon spät in der Nacht und wir traten die Heimfahrt an. Einige mit Monsterlampen bewaffnet welche richtige Lichtkegel in den Walt brennen, einige mit Lampen halt und ich ohne ;-). Bei Vollmond gar keine grosse Sache, das grösste Problem waren eigentlich all die Lampen ringsum bei Stopps, danach ist man halt eine Weile „blind“. Aber die Wege waren alle befestigt und einfach, ging also gut.

Fazit: Ich war jetzt mal dabei und würde nicht kategorisch sagen „das mach ich nie wieder“ – aber süchtig bin ich nicht geworden. Vor allem auf der Heimfahrt haben mir die Geräusche des Waldes gefehlt – dunkle Wälder sind irgendwie „magisch“ mit all ihren Geräuschen, beim durchrauschen mit dem Bike geht das alles in Lärm und/oder Fahrtwind unter. Aber lustig war es durchaus…..

Mit dem Fahrrad ans Strategiemeeting – ein Selbstversuch

Schon im letzten Jahr habe ich mir vorgenommen mal von der Arbeit in Zürich mit dem Velo nach Hause zu fahren. Leider habe ich das nie hin gekriegt, Wetter und andere Umstände haben den Plan jeweils kurzfristig vernichtet. Nun wurde ich eingeladen zu einem eineinhalb Tage dauernden Meeting in Baden, startend am ersten Tag mit dem Mittagessen.

Das war jetzt wirklich die Gelegenheit, jetzt oder nie. Ich habe also beschlossen mit dem Fahrrad an dieses Meeting zu fahren und wenn das Wetter und mein „Zustand“ das zulassen auch wieder nach Hause. Um ganz ehrlich zu sein, um den Zustand habe ich mir nicht viele Sorgen gemacht, unter 100km auf der Strasse sollte eigentlich auch auf zwei aufeinander folgenden Tagen machbar sein. Aber die Rückfahrt konnte halt nicht vor 1800 etwa starten, da waren durchaus ein paar Fragezeichen im Kopf!

Am ersten Tag also auf das Rad und weg gefahren. Eine für mich kleine Überraschung erlebte ich beim Befahren der „nationalen Radrouten“ – diese werden durch die Nummern auf den roten Radweg Wegweisern definiert. Diese Radrouten sind immer schön angelegt, umfahren grössere Agglomerationen oft weiträumig – kurz, eigentlich führen die immer über den „schönsten“ Weg für Radfahrer zum Ziel. Allerdings ist dieser Weg auch deutlich länger als die direkten Routen. So wurden bei der Hinfahrt aus 78 berechneten 97 reale Kilometer.

Zum Glück hatte ich wirklich genügend Zeit eingeplant – es ist nichts lästiger als zu wissen, dass die Zeit knapp werden könnte. Auf dem Fahrrad passiert bei mir dann immer folgendes: ich fahre schneller, achte auf die Zeit und mag kurz vor Schluss fast nicht mehr weil ich vorher immer etwas zu schnell war. Diesmal hat es gereicht, die fast 33 Grad bei Ankunft sprachen auch eine Sprache für sich – 3 Liter Wasser waren bei Ankunft aus dem Rucksack weg!

Gut, kurz duschen, umziehen, trinken – Mittagessen nach dem Eintreffen aller anderen Teilnehmer. Richtig entspannt (wenn auch weiterhin schwitzend) habe ich mich gefühlt. Der Körper ist natürlich ein bisschen müde, aber nicht so, dass sitzen Probleme bereiten würde. Dafür bin ich der Meinung, dass das Gehirn bei der Aktivität sehr viel Sauerstoff abgekriegt hat und so richtig bei der Sache war. Was vielleicht etwas untergeht ist der „Kampfgeist“ – ich denke, man wird etwas sanftmütiger und geduldiger. In meinem Fall ist dies oft nicht als Nachteil zu werten :-)! Die Hinfahrt war eine sehr schöne Fahrt und die Sitzung gut, persönlich habe ich das Gefühl dass diese körperliche Belastung vorher wirklich locker gemacht hat. Ganz sicher hätte sich das Meeting anders angefühlt, wäre ich direkt vom Bürostuhl mit dem Auto an den Mittagstisch gefahren.

Ich gebe zu, sich um 18 Uhr wieder bei knapp über 30 Grad umzuziehen mit der Aussicht, ca. 4 Stunden zu radeln ist nicht ein sooo tolles Gefühl. So ganz kurz kam schon mal auf, ob das wirklich nötig ist. Da kamen mir allerdings meine Kolleginnen und Kollegen zur Hilfe die fragten „willst Du jetzt wirklich noch heim fahren“ – ja aber hallo, ich bin ein Mann und ich kann das. Aus lauter Trotz wurde aus den leisen Zweifeln absolute Überzeugung.

Was soll ich sagen, auch das war eine herrliche Geschichte. Nach solchen Meetings habe ich im Kopf immer sehr viele offene Punkte. Diese zerren dann entweder am Schlaf an dem Abend – oder aber gehen verloren sobald der Arbeitsalltag mich wieder im Griff hat. In den vier Stunden auf dem Velo (es wurden dann nicht ganz vier) konnten all diese Punkte perfekt abgearbeitet werden – nichts ist „offen“, ich habe für mich in allen Punkten eine Lösung oder einen Ansatz gefunden. Dieses verarbeiten oder auch mal vergessen während des Sports ist so oder so eines meiner Hauptargumente dafür Sport zu treiben. Viel angenehmer als am Tag zuvor war natürlich, dass die Temperaturen auf der Heimfahrt nach liessen und nicht gestiegen sind….und dem Sonnenuntergang entgegen fahren wäre für die Romantiker auch wunderschön gewesen – jaja, ich finde es auch schön, solange ich den Sonnenuntergang sehe regnet es nicht ;-)!

Fazit: Für mich ist das Experiment voll und ganz aufgegangen. Ich war am ersten Tag sehr entspannt und im Kopf frisch und voll dabei. Nach der Veranstaltung war ich in der Lage, alle Gedanken zu ordnen und danach meine „internen“ Entscheidungen zu treffen zu den einzelnen Punkten. Zu Hause angekommen waren familiäre und private Themen sofort auf dem Tisch und präsent – nicht nur halbherzig weil noch so viel im Kopf rum schwirrt von der Sitzung. Ich werde das vermehrt versuchen zu tun  – vielleicht schaffe ich es ja in diesem Jahr mal von der Arbeit nach Hause zu fahren. Selbstversuch geglückt – Wiederholung erwünscht!

Sportliche Zielerreichung nach Plan

Sport macht mir Spass – oft und zum Teil zumindest. Zu einem anderen Teil mache ich Sport, damit Bier, Wein und reichlich Essen nicht noch endgültig eine Kugel machen aus mir. Nicht immer macht mir Sport also Spass, manchmal ist das schlicht nur eine Pflicht die ich erfülle, weil ich die Konsequenzen bei Nichterfüllen nicht (mehr) tragen möchte.

Theoretisch habe ich ein sportliches Ziel, ich möchte wenn möglich mal eine Transalp mit dem Bike machen (einfach von Nord nach Süd über die Alpen über Alpenwege, keine Fahrstrassen). Das heisst dann in jedem Fall mehrere hundert Kilometer in 5-8 Tagen, mehrere tausend Höhenmeter dazu. Da müsste man fit sein.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Entweder ich akzeptiere, dass es dazu viel Training braucht und bin bereit das zu leisten oder aber ich mach mir einen Plan, detailliert, exakt, genau auf das Ziel hinführend. Um das Ziel wirklich und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erreichen, ist vermutlich der Trainingsplan die beste und effizienteste Lösung. Nur will ich das? Will ich wirklich mich auf das Bike klemmen bei 5 Grad im Regen nur weil mein Plan das sagt – oder lasse ich es dann doch bleiben, habe aber ab dem Moment ein schlechtes Gewissen, weil ich meinen Plan nicht erfüllt habe??

Für mich kommt nur in Frage, dass es einen Grundrahmen braucht (wie „wenn Ende Juni nicht 2000km und 20000 Hm auf der Uhr stehen kann ich es vergessen“ oder so) an dem ich mich orientieren kann, aber keine direkten und konkreten Handlungsaufforderungen. Sobald ich mit klaren Trainingsabläufen arbeiten müsste passiert doch folgendes: mein Terminplan wird bestimmt durch die sportlichen Aktivitäten, diese erhalten den grössten Stellenwert. Es braucht viel Zeit – und wenn „viel Zeit“ nach festem Plan benutzt wird regiert dieser Teil mein Leben. Da es noch eine anderen Teil im Leben gibt, welcher meinen Zeitplan definiert (…die Arbeit….) könnte ich einen sportlichen Zeitplan nur noch in die Familienzeit planen – womit ich die Familie was den „Anspruch an meiner Zeit“ angeht unter den Sport stellen würde!

Das ist ja im Prinzip auch gar nicht so schlimm und passiert auch jetzt mal – aber doch nicht aus Prinzip und viele Wochen andauernd! Ich bin auch überzeugt, dass ich nicht lange Spass hätte daran – ich hätte heute schon mit Vereinssport grundsätzlich so meine Probleme (immer DI und DO von 1900 bis 2100 – und wer nachher nicht mit zum Bier kommt ist ein „komischer Kauz“ ;-)). Es nimmt einfach die Flexibilität aus dem Leben ausserhalb des Schlafens und der Arbeit – und ganz ehrlich, ich rede da nur von wenigen Stunden pro Tag im Prinzip.

Somit kommt ein Plan eigentlich nicht in Frage – was in vielen Diskussionen zu diesem Thema zu der Situation führt, dass sich beide Parteien „nicht verstehen“ – die einen nicht, wieso man ein Ziel „gefährden“ kann in dem man einfach im Larifari-Modus trainiert, die anderen wie man es schafft, sein Essen und sein Training nach einem höchst detaillierten Plan ablaufen zu lassen.

Ich selbst würde mich auch zu sehr unter Druck gesetzt fühlen. Ich stelle mir vor, ich kremple mein Leben für mehrere Monate um. Dafür braucht es auch vom Umfeld viel Verständnis und gelegentlich auch Entgegenkommen. Wenn ich mich dann an das Unterfangen vage ist der Druck zu bestehen ins unermessliche gestiegen. Eine Aufgabe kommt gar nicht mehr in Frage, wegen den anderen, welche das Training ermöglicht haben und wegen mir selbst – kann ja nicht sein, dass nach so einer Vorbereitung das Ziel nicht erreicht werden kann.

Zum Beispiel mein Fall – wenn ich super geplant vorbereitet da ankomme und es schneit dann doch beim Start – dann sind die Problem komplett „ungeplant“ – alle meine geplanten Geschwindigkeiten, Essens- und Trinkmuster kann ich vergessen, wird nicht funktionieren.

Auf keinen Fall will ich sagen, dass es falsch ist einen Trainingsplan einzuhalten, ganz im Gegenteil. Nur passt das nicht zu meinem Leben, weil ich mein Leben nicht vom Sport und von der Fitness bestimmen lassen will. Ich trinke ein Bier, wenn ich darauf Lust habe und ich esse ein Corden-Bleu mit Pommes (und mit Gemüse – aber dazu, nicht an Stelle der Pommes ;-)) wann ich will – und das soll auch so bleiben.

Fazit: Ich werde meinem Ziel vielleicht noch jahrelang nachrennen, weil die Situationen einfach passen müssen, dass ich das erreichen kann (Wetter im Frühling zum Beispiel – damit das Training draussen auch früh im Jahr schon starten kann). Wenn ich das Ziel nur mit einem strengen, mein Leben einengenden Plan erreichen kann – dann muss ich das Ziel überdenken, oder halt einfach mal „so stehen lassen“!

Hometraining killt die Leidensfähigkeit!

Ich bin der Meinung, dass die Leidensfähigkeit beim Sport eher zu meinen Stärken gehört – zumindest bis zu einem gewissen Mass ganz sicher. Ist ja auch kein Wunder, wenn die 90kg plus Bike den Berg hoch müssen, ist das Leiden schon abzusehen.

Nun bin ich in diesem Jahr viel auf dem Hometrainer rumgestrampelt, abends und an den oft verregneten Wochenenden blieb genügend Zeit. Somit ging ich frohen Mutes in die neue Bike-Saison, so gut trainiert war ich bisher noch nie in eine Saison gestartet. Ich war auch keineswegs erstaunt, dass die üblichen „Frühjahrsbeschwerden“ gänzlich ausblieben. Kein schmerzender Hintern, keine schlaffen Muskeln oder andeutungsweise konditionelle Probleme nach 10 Kilometern. Einfach treten und vorwärts geht’s – halt ganz so wie den Winter durch im Keller.

Nach den ersten zehn Kilometern (spätestens von mir aus gestartet) kommen die ersten Jurahügel, maximal kann ich dort rund 550 Höhenmeter am Stück hochfahren, immerhin. Da kam dann doch die Überraschung – och, da läuft das Bike-Ding aber zäh, nichts von „lockerem strampeln“ oder so, einfach ein Krampf da hoch zu kommen. Es ist also bei mit wohl tatsächlich so, dass ich mich auf dem Hometrainer nicht in die „mühsamen“ Trainingsbereiche vorgewagt hatte durch den Winter. Ist ja auch einfach, beim Hometrainer (zumindest bei meinem Rollentrainer) wird der Widerstand durch die Drehgeschwindigkeit bestimmt – also langsam kurbeln, weniger Widerstand, schneller mehr. Oder eben auch – kleinerer Gang gleich weniger Widerstand, eine Art doppelte Arbeitserleichterung.

Gut, die Hügel bei uns sind was die Aufstiege angeht jetzt nicht so steil– aber da habe ich über die Jahre einen etwas seltsamen Ehrgeiz entwickelt: das vordere kleinste Ritzel benötigt man bei uns nicht! Ich denke, ich hätte einfach runter schalten können (und ich gönne mir seit längerem die kleinste Kombination mit 22/34) und weiter im Trott treten – kam aber nicht in Frage, wenn schon so viel trainiert, muss auch das gleich sofort gehen.

Aber eben, die Hügel (und noch mehr die Alpen) richten sich in Distanz, Steilheit und Höhenunterschied leider nicht nach meiner Kondition – und da heisst es „leiden“. Voraussichtlich entsteht aber aus genau diesem Gefühl auch ein Teil der tiefen Befriedigung durch Sport, das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Fazit: Das Training auf dem Rollentrainer hat richtig viel gebracht und die aktuellen „Probleme“ sind weit weg von den normalen Frühjahrsproblemen. Es brauchte viel Disziplin, im Winter zu trainieren – und jetzt ist klar, es bräuchte eigentlich noch mehr für den optimalen Sommerstart. Manchmal müsste man wenn es mühsam wird durchziehen und nicht nachgeben……ich glaube kaum, dass ich das hinkriegen werde, am Ende der Saison werde ich wohl eher sagen: mit dem Wintertraining war der Saisonstart schon viel einfacher…..

85 – 126 – 90 – Körpertraummasse?

Manchmal frage ich mich, wieso ich mir eigentlich das Sportzeugs antue – so richtig süchtig danach bin ich noch immer nicht, es geht mir auch sehr stark dabei um die Natur beim Biken und nicht nur um den Sport. Vor allem jetzt im Winter muss man sich schon immer in den Hintern kneifen damit man auch wirklich was tut. Rumhängen, Flasche Wein öffnen – ja, ist auch ein Leben….

Gesundheit ist natürlich ein Thema – der Mensch ist nun mal nicht zum Faulenzen gebaut, der Apparat braucht eine gewisse Beschäftigung, damit er richtig funktioniert. Für mich liegt das eigentliche „Problem“ in obigen Zahlen. Die erste beschreibt mein Gewicht mit ca. 20 – 30 Jahren – die zweite meinen Höchststand ein paar Jahre später und die dritte so ungefähr das aktuelle Niveau – nicht wenig bei der Länge des Körpers, aber für mich akzeptabel.

Was war da überhaupt passiert? 85 zu halten war als Single mit notorisch leerem Kühlschrank recht einfach – anstatt nochmals raus, einfach ins Bett und schlafen – essen kann man auch am morgen wieder. Danach habe ich meine Frau kennen gelernt und gleichzeitig einen sehr anstrengenden Job angenommen. Dass man gleichzeitig persönlich zur Ruhe kommt und geschäftlich in Hektik war schon eine fatale Mischung – es war doch immer so gemütlich zu Hause ;-)! Bei der Arbeit gab es dann schon mal Hotdogs zum z’Nüni und recht fettige Mittagsmenus beim Imbiss-Stand um die Ecke. Eskaliert ist die Situation eigentlich als meine Frau schwanger wurde und sie plötzlich – für sie eher ungewöhnlich – auch noch auf die eher fetten Speisen mehr Lust gekriegt hat als früher.

Somit war irgend wann der Punkt da, an dem Treppensteigen mit erhöhtem Puls und Keuchen verbunden war – und da musste ich einsehen, dass dies keine Lösung sein kann – auf gar keinen Fall. Also – Sport – „nichts“ essen, kein Alkohol und Sport! 8 Monate lang und die 90 kg waren wieder hergestellt. Ich bin ganz froh, dass mich meine Frau nie gedrängt hat dazu – obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass ihr das gefallen hat ;-)!

Was aber viel wichtiger war als das eigentlich Gewicht war die zurück gewonnen Vitalität – deshalb ist mir auch heute „egal“, ob da mal ein paar Kilos mehr oder weniger drauf sind – aber ich will nie mehr so träge und schlapp werden wie damals. Deshalb wird jetzt halt auch dann mal trainiert, wenn es keinen Spass macht, wenn ich mich dazu überwinden muss. Weil eines ist auch klar, ob ich eine solche Kur nochmals durchziehen könnte, das weiss ich nicht. Die „Leiden“, die damit verbunden sind, sind doch recht gross.

Bei den ersten Trainings im Fitness-Studio haben die Ergometer dauernd auf Ihren Displays angezeigt „bitte treten sie schneller“ – aber das ging nicht :-(! Danach hatte ich wohl ca. 10 Wochen am Stück Muskelkater. Dann kam eine Phase, an der der Körper sich entschied, doch das Spiel mit zu machen – es gibt mehr Muskeln und plötzlich geht auf der Waage nichts mehr – zum Glück sprechen die Gurtlöcher da dann eine andere Sprache, sonst wäre das Frust pur gewesen (trotz eigentlich sehr positiver Botschaft).

Also, allen die sich in Richtung Sofakartoffel bewegen kann ich nur raten, das nicht zu tun. Es ist nämlich irgend wann mal auch gar nicht mehr bequem oder gemütlich sondern schlicht nur noch mühsam – und erstaunlich, etwas gut trainiert säuft es sich im Ausgang besser und die Regenerationsphasen werden kürzer – kein wirklich wichtiger Punkt bei der Geschichte :-)!

Ran an den Speck, es darf schon Speck sein, ich bin weit weg von „kein Speck“, aber der muss mobil sein, muss bewegt und trainiert sein und irgendwo drunter sollen ein paar Muskeln stecken!

Die Velomechs in Basel jammern…..

Ein Artikel erschienen gestern in der BAZ zeigt die Misere der Basler Velomechs – oder zumindest wohl einiger.  Wer Lust hat, den Artikel zu lesen, das wäre dieser: http://bazonline.ch/basel/stadt/Velohaendler-kaempfen-ums-Ueberleben/story/20010992

Ich war geneigt, zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Zeitung einen Leserbrief zu platzieren. Als ich mich dann entschieden hatte, den Artikel vorher nochmals zu lesen gab es dort schon einige Leserbriefe und was soll ich sagen, was ich zu sagen gehabt hätte war alles schon da (was mich in erster Linie darin bestärkt, dass einige Dinge vielleicht doch nicht an mir liegen).

Ich habe in den letzten drei Jahre vier Fahrräder zusammen gebaut – also Einzelteile gekauft und diese zusammen gebaut. Es ist keine Hexerei, das ist nun mal einfach so. Es gibt heikle Dinge wie Räder, diese kaufe ich auch einfach am Stück. Kleine 8-ten raus nehmen geht noch, aber sollte es mal heftiger werden brauche ich Hilfe.

Nun, ich habe im letzten Jahr einen neue Stelle angetreten, war viel in Zürich und wenig auf dem Bike zu Beginn des Jahres. Wenn ich dann mal auf dem Bike war, dann blieb sicher nie Zeit für Service und manchmal auch nicht für vernünftige Reinigung – und schon waren die Sommerferien da. Zwei Wochen Italien – da nehme ich mein „Stadtvelo“ mit welches fürs tägliche Training in der flachen Region dort absolut genügt, danach eine Woche in Grindelwald (da muss dann schon das Bike mit). Ich hatte ein wenig Bedenken mit einem Bike in die Alpen zu gehen, dessen Zustand nicht so ganz klar ist – deshalb habe ich das Bike zu dem Händler gebracht, welcher mir das Rahmenset für dieses Bike verkauft hat. Dass ich die anderen Dinge selbst angebaut habe war natürlich schon damals nicht sooo toll.

Zwei Wochen habe ich Zeit gegeben, habe das Bike vor den Italien Ferien hin gebracht und am Samstag vor den Grindelwaldferien wieder abgeholt. Fühlte sich tipptopp an im ersten Moment.

In Grindelwald, erste Steigung – die frisch gewartete DT Swiss Gabel an der Front funktioniert nicht richtig, die Absenkung funktioniert nicht. Ein paar Tricks angewendet und das ging wieder einiger massen – dann wurde es steiler und die Kette springt am vorderen Ritzel – klar, Kette und Ritzel hinten wurden gewechselt, vorne nicht – weil es NOCH NICHT NÖTIG ist……

Da habe ich mal aus den Ferien geschrieben. Antwort war, dass sich die Gabel einlaufen muss und dass man ja nicht mit jedem Bike noch auf den Gempen (für nicht ortskundige einer unserer Bike „Standardhügel“ im Baselland) fahren kann nach einem Service – ist mir auch klar, ich konnte das Problem im Stand provozieren.

Nun gut, die Offerte von mehreren hundert Franken für den Austausch der Ritzel vorne habe ich nicht angenommen, ich gebe zu, ich habe die Teile zu exakt dem halben Preis in Deutschland bestellt. Clou war aber, dass ich diese durchaus in der Schweiz hätte kaufen können, der Generalimporteur hatte nach einem Bericht des Kassensturz die Preise massiv gesenkt und auf seiner WEB-Seite publiziert – vier Monate vor meinem Service. Darauf angesprochen erhielt ich die Aussage, man sei keine Tankstelle die täglich die Preise überwachen und anpassen könne. So langsam war ich aber unter Dampf…

Die Gabel kam nie so richtig auf Touren, allerdings fuhr ich auch nicht sehr viel und somit habe ich weiter auf das Einlaufen gehofft. Plötzlich sackt bei einer Abfahrt der Dämpfer hinten ein und bleibt auf unterster Position hängen (womit mein Bike unfahrbar wird) – auch der wurde durch den Mech „gewartet“ – angerufen – schon richtig hässig und um Behebung gebeten. Als ich das Rad zurück erhielt wurde an der Gabel nichts gefunden (auch der Ölaustritt oben, welchen es vorher nie gab war normal) und am Dämpfer auch nicht, wurde ausgebaut und wieder eingebaut. Wir gingen ins Engadin in die Ferien (hier muss ich fairer Weise sagen, dass man mir ein Angebot gemacht hat, dass ich einen Ersatzdämpfer mitnehmen dürfe – was ich ausgeschlagen habe – ich wusste schon, dass wir uns nicht mehr sehen würden falls das nicht in Ordnung wäre mit dem Dämpfer…).

Im Engadin gab dann die Gabel den Geist ganz auf – Luftdruckverlust innert kürzester Zeit, ich fuhr dann einfach immer mit Dämpferpumpe im Rucksack und pumpte vor jeder Abfahrt – und dann, Dämpfer unten – wie auch schon. Vor Ort konnte ich Lösungen mit einem Mech in Samedan finden, cooler Laden, kompetenter Typ!

Wieder zu Hause musste das Bike wieder hergestellt werden. Die Gabel durfte ich selbst zu DT Swiss schicken, welche mir dann nebenbei auch gleich noch die Einbaufehler des Mechs schriftlich bestätigt haben – damit habe ich ihm den Dämpfer gesendet, welcher dann auf seine Kosten bei FOX im Service war – mittels Paket von mir zu Hause zu ihn (7 km Luftlinie) und wieder zurück – ich wurde gebeten, den Dämpfer NICHT vorbei zu bringen weil ich eine Liste der Mängel zusammen mit der Bitte um kostenlosen Originalservice beigelegt hatte, eine lange Liste, nebenbei ;-)!

Och, hatte ich schon erwähnt, dass die Rechnung für den Service gut CHF 800.– betragen hat, die Rechnung für den Gabelservice nochmals 230.– und ich in zwei Wochen Ferien in den Alpen eigentlich nur Probleme hatte, die eindeutig auf den schlechten Service zurück zu führen waren???? Vorher habe ich drei Jahre lang das Bike zuerst gebaut und danach gewartet – auch da gab es mal Problemchen, aber nie waren sie im Rahmen wie nach dem professionellen Service.

Ich glaube, es ist einfach falsch dass einige dieser Sorte mit den Ersatzteilen ihr Geld verdienen wollen. Teile müssen in etwa einen marktgerechten Preis haben – das heisst für mich in der Schweiz sollte ein Shimano Teil z.Bsp. nicht mehr als sagen wir 20-25% teurer sein als in Deutschland im Fachhandel. Mechaniker sollten sich auf das besinnen, was Sie sind – ich gehe dorthin (oder ging, im Moment verspüre ich nicht mehr viel Lust dazu…) weil ich die Kompetenz im Schrauben brauche und dafür bezahle ich auch von mir aus gesehen hohe Stundensätze (CHF 95.–) – und reklamiere auch nicht wenn die Arbeiten anständig ausgeführt werden.

So genug gejammert von mir – ich glaube, all die Velomechs die nicht versuchen mit Teilen oder mit Velos der Art „Baumarkt mit hochwertigen Teilen“ zu verkaufen werden auch in Zukunft Erfolg haben. Wirtschaftlicher Erfolg stellt sich eben dann am Ende weder mit überhöhten Preisen noch NUR mit Schrauben ein, ein wenig Innovation und Kundenliebe brauchts schon noch…oder halt dann doch die Idee von Hr. Wenger aufnehmen und die Polizei schickt jetzt jeden mit einem nicht fahrtüchtigen Velo zum Mech und dieser bestätigt für CHF 100.– dass das Velo jetzt in Ordnung ist – obwohl meine Erfahrung jetzt nicht gerade in diese Richtung zeigen, die hätten wohl komisch geschaut wenn ich gesagt hätte „vom Mech kommt es doch gerade“ 😉

Was am Doping so richtig doof ist…

So, jetzt haben wir den „Beweis“ – den nebenbei niemand mehr gebraucht hätte – dass auch DIE Radsportlegende der Neuzeit schlechthin das alles nicht ohne illegale Hilfe hingekriegt hat. Vielleicht sind die Aussagen, dass man durch Doping im Radsport „nur“ die Chancengleichheit wieder hergestellt hat gar nicht falsch, aber doof trotzdem.

Was ich am schlimmsten finde ist – die Leute sind Megasportler, das, was sie mit Doping raus holen entscheidet nur noch zwischen Sieg und Plätze 20 und dahinter. Alle wären auch ohne Doping problemlos in der Lage, die Strapazen einer Tour zu überstehen, es geht also nicht darum, diese mörderischen Touren zu überstehen, es geht darum, zu gewinnen.

Womit wir eigentlich am Kern der Sache wären – für den Sieg gibt es Geld, der Mensch ist gierig und diese Gier macht offensichtlich vor gar nichts halt, auch vor dem Sport nicht.

Jetzt warten wir mal ab, was da noch raus kommt. Ich hoffe doch, dass wir Schweizer nicht auch nochmal in unserem Stolz getroffen werden in Sachen Radsport (einige Dopingskandale hatten wir ja auch in der Schweiz schon zu verzeichnen). Wir haben einen der schnellsten Radprofis in Schweizer Dress und im Mountainbikesport sind wir Weltklasse. Sollte das mit der „Chancengleichheit“ auch heute noch stimmen, sehe ich schwarz…..

Wieso sollte das auch gerade in der Schweiz nicht passieren, wir haben die Chemiefirmen, wir haben das Geld, wir haben unsere Gesetze – ich glaube, die Grundlage wäre auch hier sehr gut. Wir werden es sehen, ob jetzt der Armstrong gleich auch noch alles andere verrät, das zeigt die nahe Zukunft. Auf Vergebung hoffen kann er von mir auf jeden Fall nicht – auch wenn er nicht alleine war, auch alle anderen erhalten keine Vergebung!

…und dann gilt es noch aufzupassen und zu beachten, dass es auch noch andere Sportarten gibt, bei denen man viel Kraft braucht und wir Schweizer einen Topathleten stellen – in engem Kampf mit einem Russen, in diesem Jahr…..

Auto feindlich, Velo freundlich, ÖV lastig…

all diese Aussagen hört man in Basel zum Thema Verkehrspolitik – und wahrscheinlich haben alle am einen oder anderen Ort recht.

Was ich mich frage – kann und soll eine Stadt denn Auto freundlich sein oder kann eine Stadt zu viel Fokus auf den öffentlichen Verkehr legen? Für mich klar zweimal „nein“. In der Stadt wird der automobile Individualverkehr immer Probleme haben, politische Ausrichtung hin oder her. Wenn ein Mensch, der in eine Stadt kommt immer ca. 10 m2 Land benötigt, damit sein Gefährt geparkt werden kann ist das ein Problem per se – ich kann in keiner Weise verstehen, wie man diese Probleme auf die Politik oder die Strassenführungen und -planungen schieben kann.

Ich selbst gehöre zu den Radfahrern oder ÖV Fahrern in der Stadt. Warum? Ich bin zu Stosszeiten deutlich schneller am Ziel, habe mich nicht über verstopfte Strassen geärgert oder darüber, dass ich keinen Parkplatz gefunden habe und ich war an der frischen Luft und habe mich einmal am Tag etwas bewegt. ÖV ist für mich im Prinzip nur der Ersatz des Velos bei sehr schlechtem Wetter (siehe oben, die Autofahrerprobleme möchte ich mir einfach nicht aufhalsen).

Woher kommt denn aber diese abweisende Haltung der Autofahrer gegenüber eigentlich fast allen anderen Verkehrsteilnehmern (auch Fussgänger freundlich ist ja ein Unwort der Auto Lobby….)? Bei den Velofahrern ist mir das klar – auch ich ärgere mich immer wieder über meine Kollegen – kein Licht, nicht beachten sämtlicher Verkehrsregeln usw – das geht nicht und dafür gibt es keine Entschuldigungen oder Ausreden. Eher korrekt finde ich, dass Velofahrer je nach Vergehen weniger teure Bussen erhalten als Autofahrer, da denke ich macht die Gefährdung Dritter durch Fehlverhalten doch etwas aus.

Ich mag mich erinnern als Ende letzten Jahres ein Velofahrer in einem Basler Stadtpark nachts im Fahrverbot ohne Licht einen Fussgänger umgefahren hat, die Zeitungen haben tagelang darüber berichtet (alles was er gemacht hat, geht nicht und ich will in keiner Weise sein Verhalten für richtig erklären). Es kam mir aber doch vor, dass die täglichen Unfälle mit Fussgängern und Autos, die oft mit wesentlich schwereren Verletzungen enden weit weniger schlimm sind als so etwas. Klar gibt es auch viele „Zwischenfälle“ mit Fussgängern und Velofahrern – aber die Kräfteverhältnisse sind da doch recht ausgeglichen….

ÖV will ich gar nichts dazu sagen, die meisten, die wegen überfüllten Trams usw. die öffentlichen Verkehrsmittel nicht benutzen kennen diese nur von Tagen, an denen sie z.Bsp. wegen zu viel Schnee nicht mit dem Auto gehen konnten – dann ist natürlich auch jedes Tram überfüllt, stellt aber nicht den Normalfall dar – und zumindest in Basel ist der ÖV spottbillig…

Hmm – aus dieser Situation kommt man wohl nicht raus – die Autofahrer (ich bin übrigens auch einer, keine Angst, und ich rege mich auch auf ab Velofahrern die fahren wo sie wollen – merke aber auch immer wieder, dass ich Fehler mache im Verkehr, welche einen Velofahrer oder Fussgänger gefährden könnten….) werden die Starken bleiben wollen, was immer da kommt, Velofahrer werden nicht alle plötzlich anständig werden……

Was sicher SEHR hilfreich wäre, wenn alle meine Erfahrung hätten und in der Stadt beides machen – oder alle drei Dinge: Auto fahren, Velo fahren und zu Fuss gehen. Dabei werden einem Dinge klar und man bewegt sich auf alle drei Arten anders zur Sicherheit von allen – sich selbst und anderen.

Und an alle Velofahrer ausser mir – Helme sind nicht uncool, Licht am Velo kostet keine Welt und ganz schwarze Kleidung erscheint mir im Winter nicht optimal – ebenso gelten Verkehrsregeln für alle…..!

DT Swiss Service

Fahrräder sind echte Diven – vorallem wenn darauf noch ein Mensch rumfährt, welcher so um die 90 oder knapp drüber KG wiegt.

Meines hat nach einigen „ruhigen“ Jahren ein etwas schlechteres hinter sich, vorallem was die Federelemente (Gabel und Dämpfer angeht). Gleich beide haben sich in diesem Jahr verabschiedet und dies erst noch auf ähnliche Weise, beide sind unten im Federweg hängen geblieben. Der FOX RP2 HV ist noch in seiner Rekonvaleszenz (beim suspensioncenter), die Gabel habe ich direkt zu DT Swiss nach Biel gesendet.

Jungs, das war mal eine saubere Leistung. Montag gesendet, Dienstag gegen Mittag ein Telefon mit mündlichem Konstenvoranschlag – ja gesagt (nachdem ich den kleineren Schock wegen des Betrags überwunden hatte) – am Freitag Gabel wieder zurück bei mir in neuwertigem Zustand.

Dabei wurde ein Teil gar derart ersetzt, dass ich jetzt auch in den Genuss der neustern Version komme (13-fach verstellbare Druckstufendämpfung, vorher 5-fach). Ich gebe allerdings zu, dass ich diese Verstellbarkeit nie vermisst hatte, einmal eingestellt und das wars…

Also, Dank und eine grosse Empfehlung an die Jungs in Biel!