Als Schweizer habe ich früher gelernt, Bier gibt es entweder „Stange“,  „Spez(li)“ oder „Kübel“ – drin war eigentlich immer dasselbe Lager-Bier der drei oder vier grössten Brauereien der Schweiz (damals gab es tatsächlich noch ein paar grosse und unabhängige, heute gibt es eigentlich eine grosse in ausländischer Hand und viele kleinere). Einzig ein Spez(li) war etwas stärkeres Bier, welches es aber immer nur in kleinen Flaschen gab.

Für die die das nicht mehr kennen, „Stange“ steht für 3 Dl Lagerbier vom Fass, „Kübel“ für 5 Dl desselben. Ausnahmen gab es noch bei denen, die auch eine „Flasche“ wollten, Bier war es wieder dasselbe, einfach in einer 6 Dl Flasche (heute 5 Dl wie auch sonst überall). Diese Bezeichnungen stammen alle aus der Region um Basel, es gibt noch viele mehr. Gemeinsamer Nenner – alles recht „langweiliges“ Lager Bier.

In der Zwischenzeit hat sich eine stattliche Anzahl kleiner Brauereien entwickelt welche auch durchaus gutes Bier brauen können. Ich hoffe für diese, dass dies auch wirtschaftlich funktioniert und weiterhin eine Vielfalt an Bier angeboten werden kann.

Jetzt bin ich seit einer Woche auf „der Insel“. Die Biere von dort sind für mich auch zu Hause wenn erhältlich erste Wahl (ausser Weizenbiere – bei denen bevorzuge ich je nach Lust und Laune die weissen Weizen aus Belgien oder die Deutschen). Und was soll ich sagen, jedes Bier das man bestellt ist schlicht und einfach fantastisch – für meinen Geschmack und im Vergleich zu Massenware Lagerbier!

Beim Einkaufen gehe ich streng nach dem Muster „alles ausprobieren“ vor – und in Restaurants einfach das Lokale. Keine einzige Auswahl habe ich bereut. Natürlich waren welche dabei, die meinen Geschmack nicht so getroffen haben (zu viel Malz gibt es da zum Beispiel), dafür fand ich Sorten oder Brauvarianten die ich bei uns noch nie gesehen habe (zum Beispiel ein IPA mit 4% Alkohol – oder auch ein alkoholfreies Ale). Eines davon war sehr gut (IPA), das andere, ich gebs ja zu, habe ich (noch) nicht versucht.

Fazit: Ich bin was Bier angeht wohl ein Engländer und werde das auch bleiben. Entscheidender aber ist die schiere Auswahl an guten Bieren die hier wohl kaum zu übertreffen ist. Etwas einschränkend muss man sagen, auch hier gibt es offensichtliche Vorlieben und leichte Ales sind recht vorherrschend in den Regalen. Stouts sind interessanterweise praktisch nicht vertreten (dafür im Regal daneben noch mindestens zehn Sorten Cider…..), mal schauen ob sich das beim Grenzübertritt nach England morgen ändern wird…..

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