So, die Hue’s sind nun schon eine Weile im Einsatz und weitere sind dazu gekommen. Nach der ersten Installation habe ich mich erst mal damit anfreunden müssen, dass meine Glühbirnen ein Update benötigen! Ja, die Software unterliegt einem Update und Patch Zyklus, unglaublich. Zumindest habe ich das zuerst gedacht, nach einer Weile war aber doch klar, was hier alles ablaufen kann oder muss.

Zuerst habe ich als ITler aber in die etwas falsche Richtung gedacht. Es gibt auf der „Glühbirne“ (wie sagt man dem eigentlich jetzt – LED-Leuchtmittel oder wie?) keine Software die in Bezug auf Sicherheit oder Kommuniation abgesichert werden müsste. ZigBee als Standard ist weit verbreitet und das in den Lampen verwendete „Lichtprofil“ der Norm lässt nicht wirklich viel zu.

Allerdings gibt es andere Dinge die man mit einem Update bedienen muss. Zum Beispiel die Lichtzusammensetzung. Mit jedem neuen Produkt kann es sein, dass die Lichtzusammensetzung der farbigen LEDs neu abgestimmt werden muss damit alle Lampen in etwa dieselben Farben anzeigen bei denselben Einstellungswerten. Ebenfalls kann mittels Update die Lebensdauer der LEDs (hoffentlich) positiv beeinflusst werden.

Also Dinge die eher direkt zur Birne gehören und nicht in das Lampensystem. Ganz nebenbei, wenn die Lampen mit dem Update fertig sind werden diese neu gestartet – Licht aus – Licht an – spooky!

Anders verhält sich das am Gateway (bei Hue „Bridge“ genannt), dieser wird unter Umständen auch mit neuer Funktionalität (Cloud-Access, Apple Homekit usw…) ausgestattet und auch gegen den Zugriff von aussen geschützt. Wie gut das auf dem proprietären System gemacht ist wissen die Entwickler (habe ich hier schon einmal hoffentlich gesagt?? ;-)) nur ganz allein. Bisher hat uns auf jeden Fall noch keiner von aussen das Licht ausgeschaltet.

Hauptsächlich dazu gekommen sind in letzter Zeit Bewegungssensoren. Da bin ich im Prinzip erst über die Funktionen oder Möglichkeiten gestolpert die mich vollends überzeugt haben. Bewegungssensoren gibt es schon lange. Dort wo sie platziert werden muss der Lampen-Schaltdraht durch – was er meist natürlich nicht macht. Also blieb oft nichts anderes übrig als ein fauler Kompromis. Da nun alles über Funk verbunden ist, ist die Position aller Komponenten plötzlich irrelevant geworden. Klar, wo eine Lampe hin soll muss auch Strom sein – irgendwie logisch. Allerdiungs reicht Strom vollkommen aus – es braucht keine Schaltung, keinen Zusatzdraht, nichts, einfach nur Strom und eine Birne.

Das macht alle Teile des Systems extrem flexibel im Vergleich zur klassischen Lichtinstallation mit Schaltern über Draht. Meine Ängste über die Funkreichweite kann man auch getrost vergessen, jedes Leuchtmittel agiert gleichzeitig auch als Funkrepeater, somit erreiche ich bei uns auch die hinterste Ecke im Haus. Kleine Einschränkung – bei Lampen anderer Hersteller muss das nicht zwingend funktionieren.

Andere Hersteller ist so eine Sache für sich – Osram stellt ein Produkt bereit welches kompatibel ist. Ich habe eine Birne davon zu Hause und die funktioniert – allerdings meine ich, dass diese auch mal ein Kommando „verpasst“ was die Hue’s eigentlich nie machen. Vielleicht liegt es an der Software – aber aha, mit dem Philipps Kontroller kann ich natürlich keine Osram updaten……..! Noch ungeschickter verhält sich das mit den neuen Ikea Lampen. Im Prinzip kompatibel, aber eben doch nicht da ein paar „Softwarefeatures“ (m.E. falsche Implementierung) dies verhindern. Ikea sagt, dass man das „flicken“ wird, allerdings wird das wieder einen Software Update brauchen welcher den Kontroller braucht weil der von Hue…….und so weiter.

Trotz eigentlicher Kompatibilität gibt es fast nur eine Lösung – ein Hersteller, ein System und alles von dem. Allerdings ist das bei Osram eher ein Gefühl, funktional passt das. Bei Ikea ist „es bleibt dunkel“ kein Gefühl sondern Tatsache. Schade eigentlich, alles von Hue zu kaufen reisst schon ein kleines Loch in die Familienkasse…

Und nebenbei, andere Hersteller und andere Normen gibt es viele. Es wäre schon ganz schön könnte man sich auf zwave oder zigbee einigen, aber auch da passieren mir unerklärliche, der Protektion dienende Dinge. Bestrebungen einiger Tüftler und cleverer Menschen „Gateways“ für all diese möglichen Varianten anzubieten erscheint mir aktuell der richtige Weg – ich kaufe was ich will, installiere 10 verschiedene Technologien und steuere alle in einheitlicher Manier auf einer Platform. Irgendwann werde ich so eine zutun…..

Fazit: Hue macht wirklich Spass und eröffnet Möglichkeiten die man „früher“ (auch heute bei klassischen Implementierungen nicht kennt. Ich habe Freude dran und werde das System wo immer möglich einsetzen – wer weiss, vielleicht haben wir bald keine verdrahteten Lichtschalter mehr zu Hause.

Fazit 2: Apple macht hier mit HomeKit eigentlich auch mit in dem Spiel, überlässt die Integration aber den Anbietern – das ist aus meiner Sicht löblich (da endlich offen und möglich), andererseits wird es protegierenden Massnahmen einiger nicht entgegen treten. Bei Android gibt es zur Steuerung von allem und jedem eh schon 1000 Apps (da immer schon offen, die Vielfalt ist aber nicht immer ein Gewinn…).

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