Wir entscheiden demnächst über die Strategie der Schweiz in Sachen Energieversorgung, ein langfristiger Entscheid da diese sinnvoller Weise bis 2050 ausgearbeitet ist. Sinnvoll deshalb, weil es viele langwierige und grosse Bauvorhaben braucht sollten die Ziele tatsächlich erreicht werden. Ich persönlich glaube eigentlich nicht daran dass die darin enthaltenen Ziele erreicht werden können – im Sinne des Aufrechterhaltens der Bestrebungen Energie zu sparen werde ich unter Umständen – da habe ich mich tatsächlich noch nicht entschieden – ein JA einlegen. Am Ende wird uns keine Regierung ohne Strom dasitzen lassen sondern schlicht und einfach den Volksentscheid im Notfall „ignorieren“, das wäre wahrlich nicht das erste Mal.

Aktuell scheint ja die Lösung für alle Umwelt- und Energieprobleme von Tesla (TM) zu kommen. Das voll elektrische Auto, das erste, das wirklich funktioniert und im Alltag bestehen kann. Dahinter steckt eine Strategie die weit mehr ist als das Auto selbst. Die Strategie der einzigen Lösung für Strom in Zukunft, der Strom muss wenn er produziert ist in massive Speicher gleangen können. Der bei Strom extrem starre Zusammenhang zwischen Produktion und Verbrauch muss aus der Welt geschafft werden! Dazu bieten sich im Prinzip Autos an weil diese schon mal recht viel Platz anbieten würden um solche Speicher zu verstauen.

Ein Ökosystem welches per Solarpanels mein Auto lädt, meine Batterie zu Hause lädt und ich den Strom dann verwenden kann wann ich will tönt verlockend. Die Frage bleibt, wie weit sind wir davon entfernt? Solarenerige ist nicht wirklich effizient, ich lebe auch nicht in einem sonnigen Land, die Produktionsschwankungen dürften immens ausfallen – was nahe legt – die Speicher müssen ebenfalls immens sein und auch von anderer Quelle muss „notfalls“ noch Strom eingespeist werden können.

Immens Speicher – sollte nicht das eigentlich Problem sein. Auch heute besitzen viele Häuser Tanks für Öl die mehrere tausend Liter gross sind, da dürfte so der eine oder andere Kubikmeter Batterie auch noch daneben passen, oder? Gefährlich, ja, wenn wir sehen was Handybatterien so gelegentlich mal anstellen könnte ich mir schon vorsehen dass so eine „Hausbatterie“ ein richtiges Feuerwerk anstellen könnte wenn es Pannen gibt.

Auch die Herstellung von Batterien ist nicht unumstritten, belastet die Umwelt und benötigt Rohstoffe welche teils aus dubiosen Abbaugebieten geliefert werden. Das ist dann allerdings das Problem anderer, in unseren Breitengraden gibt es diese Erden nicht – somit geht uns diese Problematik auch nichts an solange es für uns stimmt (-> Ironie! –  wenn auch heute schon bei einigen Dingen Tatsache).

Autos die mit Strom betrieben sind können also irgendwie nicht die Lösung sein. Es entsteht ein enormer Bedarf an Strom – da denke ich doch gerne daran zurück wie ganz Europa die Glühbirnen durch LED Lampen ersetzt hat um dann pro Haushalt und Jahr so eine „Autoladung“ (wenn überhaupt) zu sparen……..

Damit will ich in keiner Weise sagen, dass wir weiterhin auf Benzin und Öl setzen sollen, aber ein Grossteil des Stroms in Europa wird nicht eben umweltschonend produziert und wenn der Bedarf steigt dürfte der Umweltschutz nicht an oberster Stelle stehen – so gesehen in Amerika, um den Strom billiger zu machen soll wieder mit Kohle gearbeitet werden (was zum Glück nicht wirklich geht weil eigentlich keiner mehr mit Kohle etwas anfangen kann – aber der Präsident brauchte ja Erfolge..). Kernkraft – ja, wäre aus einigen Blickwinkeln eine sehr verlockende – leider egoistische (da wir alle Abfälle und Gefahren unseren Nachkommen der nächsten Generationen überlassen) und nicht ganz ungefährliche – Variante. Mag ich jetzt auch irgendwie nicht dafür sein.

Es braucht also irgendwie komplette „Systeme“ welche Strom speicherbar machen um die unglaublichen Vorteile von fossilen Brennstoffen wett zu machen oder zumindest die Flexibilität zu erhöhen. Nochmals ein Beispiel, einen aktuellen Tesla kriegt man an einer normalen Steckdose über Nacht so 40-70% betankt…..da kann man sich schon vorstellen wie viel Strom da rein muss……die Beschränkung ist nämlich die „Lieferung“ von Strom, nicht die Batterie, die kann deutlich schneller….

Die Speicherung und das autonomere Verhalten der Konsumenten in Bezug auf Energie wie ich mir das vorstelle hat aber noch einen ganz anderen Knackpunkt. Die heutigen Energielieferanten haben nicht das geringste Interesse daran dass ich selbst für mich selbst Strom produziere. Dass die Netzeinspeisung nicht funktioniert haben wir ja gesehen in der Vergangenheit. Viele Diskussionen über zum Beispiel die Effizienz von Windkraft stimmen wenn man in grossen Dimensionen denkt absolut – im kleineren, auf einen Haushalt beschränktem Umfeld könnte das anders aussehen. Es braucht also direkt eine neue „Industrie“ die daran Interesse hat und es schafft, die heutigen Lieferanten zu überzeugen (weil, wenn dann mal ein paar Tage keine Sonne und kein Wind brauche ich ja doch eine „Notlösung“…und die brauchen dann wieder ganze Regionen gleichzeitig…).

Fazit: Tesla als Auto allein ist toll (auch dass einer das mal wagt) aber löst aktuell noch keine Probleme der Enerigeversorgung oder der Umwelt sondern verlagert einen Teil davon in andere Bereiche. Aus meiner sicht muss die Entwicklung dahin gehen, dass ich persönlich in der Lage bin, autonom zu werden und meine Energieproduktion speichern kann. Bin gespannt was da noch alles kommen wird….

P.S.: Mir ist schon klar dass eine Dachfläche eines normalen Einfamilienhauses aus heutiger Sicht nie und nimmer genügend würde um den Energiebedarf zu decken……..

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