DIE SmartWATCH! Das trifft es aus meiner Sicht weitaus am besten. Es gibt viele Testberichte und Aussagen im Sinne „zu teuer“, „zu gross“, „zum halben Preis gibt es welche die mehr können“ und so weiter. Das stimmt, Punkt! Allerdings ist diese Diskussion wie bei vielen anderen Markendingen müssig. Wieso soll ein Mercedes besser sein als ein VW? Beide bieten dieselben Leistungen wenn man das will. Aber Marken haben halt ihren Bedeutung und ihren Preis.

Was hier auf jeden fall aber aus der Masse raus sticht ist eben, dass diese Smartwatch in erster Linie eine Uhr sein will. Das Schmuckstück welches viele genau deshalb am Handgelenk haben. Die Zeit nachschauen – ja, kann man auch – persönlich mache ich das fast nur unterwegs weil mein PC mir seine Zeit sowieso aufdrängt. Trotzdem, eigentlich ist das Ding schon dazu da mitzuteilen wie spät es ist – und dazu ist es auch fähig.

Die Verarbeitung dieser Smartwatch entspricht einfach einer hochwertigen Uhr wie man das von Tag Heuer auch gewohnt ist. Natürlich gibt es viele Konkurrenten die was die verbaute Technik angeht genau dasselbe oder noch mehr (wie zum Beispiel der Pulsmesser) drin haben als die Tag Heuer. Aber kommt es wirklich nur darauf an? Für mich eben nicht. Es geht tatsächlich auch um das „Schmückstück“ Uhr. Ich wollte schon immer eine blaue Uhr – und nach dem Selbstversuch gegen Ende letzten Jahres mit der Fossil Smartwatch (welche für einen Fünftel des Preises fast dieselben Funktionen geboten hat…) wollte ich auch eine Smartwatch.

Die Ankündigung von Tag Heuer dass es eine neue Connected geben wird kam aber so was von zum richtigen Zeitpunkt! Die erste Version war durchaus schon ganz akzeptabel, hat aber genau im Bereich Wertigkeit aus meiner Sicht gepatzt – der untere Gehäusedeckel war aus Plastik gefertigt…hmmm, man sieht den nicht, stimmt schon, aber….!? Für mich noch entscheidender war, dass diese erste Ausgabe zu leicht war für die Grösse, hat irgendwie auch nicht zueinander gepasst.

Beides wurde korrigiert in der neuen Version. Nun bleiben die Kritiker, die Uhr ist zu gross, der Akku hält nicht länger als bei anderen (oder sowieso zu wenig lang). Alles eigentlich valable Anmerkungen, aber überleben die den Faktencheck? Ich beginne mal mit dem einfachsten – der Akku meiner Connected hält drei Tage wie der der iWatch – WENN ich folgende Dinge mache: Bluetooth aus, always on Bildschirm aus, Helligkeit niedrigste Stufe, alle Sensoren aus, Bildschirm wieder ausschalten nach 2 Sekunden. Was habe ich dann noch – eine Zeitanzeige auf Verlangen, also deutlich weniger als mit einer mechanischen Uhr oder einer Swatch. Diese Laufzeitangabe (die man oft hört, Personen die ihre Smartwatches auf „Laufzeit“ trimmen ….) macht m.E. absolut keinen Sinn, die Smartwatch soll ja „smart“ sein, dazu braucht es nunmal  all die Funktionen und wenn die Zeit immer sichtbar ist finde ich das auch viel schöner als die schwarzen Bildschirme am Handgelenk.

Als Konsequenz sinkt die Akkulaufzeit bei mir auf maximal 24 Stunden. Schwach…aber das reicht doch völlig aus! Noch nie im Leben behielt ich meine Uhr zum Schlafen am Handgelenk, wieso sollte ich damit gerade jetzt beginnen? Die Uhr kommt auf das Ladegerät sobald ich ins Bett gehe – und äusserst selten sind dann seit dem aufstehen mehr als 24 Stunden vergangen. Weit Reisende könnten damit ein Problem bekommen, für mich persönlich ist diese Laufzeit absolut in Ordnung – und meist sind meine beiden Mobiltelefone (ein iPhone und ein Samsung) früher leer….

Gross ist die Uhr, liest man oft. Nun, es ist eine 45mm Uhr, ein Standard welcher auch bei mechanischen Uhren oft anzutreffen ist. Die Uhr ist gross, weil sie halt so gross ist und nicht weil es eine Smartwatch ist! Die ähnliche mechanische Uhr von Tag Heuer ist gleich gross! Nun, man hätte in dem grossen Gehäuse vielleicht noch mehr Akku unterbringen können – aber wie schon beschrieben, ist nicht wichtig.

Modular heisst die Uhr, weil viele einzelne Teile getauscht werden können. So könnte zum Beispiel auch das komplette Uhrenmodul gegen eine mechansiche Variante getauscht werden. Aktuell ist eine „normale“ Uhr zu kaufen, geplant scheint auch ein Tourbillon Modell zu sein. Allerdings muss ich sagen ist dieser Teil für mich ein reiner Marketing-Gag. Natürlich, es geht etwas schneller das Uhrenband zu wechseln als konventionell, aber gehen würde es auch dort. Ich hatte schon eine mechanische Uhr von Fortis da wurden ein Stahl- und ein Lederband mit geliefert inklusive ein bisschen Uhrmacherbesteck und einer Anleitung. Der Tausch hat keine Minute gebraucht (ausser beim ersten Mal :-)), gemacht habe ich es trotzdem nur sehr selten. Ebenso würde ich kein mechanisches Modul kaufen sondern dort gleich die ganz Uhr, viel mehr kostet das gar nicht.

Die Modularität ist für mich als kein Argument das wirklich zieht, wer allerdings Spass daran findet und sich nicht um Budgets kümmern muss kann sich natürlich unglaublich viele Varianten basteln. Ich wollte blau, ich bleibe bei blau und mechanische Module werde ich wohl nie kaufen.

Zur Funktion kann man eigentlich nichts sagen – Android Wear 2.0 (auf Basis Android 7) und das wars. Kann genau was Android kann, angezeigt auf einem sehr klaren, hellen Bildschirm welcher – Uhrmacherei lässt grüssen – mit Saphierglas „verstärkt“ ist.

Fazit: Zu gross, zu wenig Akku, zu teuer im Vergleich – alles wahr auf eine Art, aber ohne Bedeutung. Wer eine Swatch kauft versteht den Rolex Käufer auch nicht, wird aber wenn er die Uhren in der Hand wiegt oder am Handgelenk trägt Unterschiede feststellen. Jeder muss für sich entscheiden, wie viel Geld welches Gefühl wert ist. Ich habe „meine Uhr“ gefunden, ich denke für lange Zeit (ob es über 20 Jahre werden wie bei einer mechanischen Uhr, wer weiss, ich denke eher nicht ….).