…am nächsten Skirennen in Crans Montana – ich bin entgeistert! Nicht weil die nicht fliegen, sondern weil das wohl tatsächlich in den Überlegungen mit drin war, dass die dort fliegen könnten.

Der Reihe nach. Die PC-7 Staffel ist eine Kunstflugstaffel der Schweizer Armee. Es fliegen nur absolute Profipiloten mit vielen Flugstunden auf eben dem Flugzeugmuster Pilatus PC-7, ein einmotoriges, Propeller getriebenes Trainingsflugzeug. Diese Staffel hat unzählige Auftritte hinter sich und ist natürlich um ein Vielfaches günstiger zu betreiben als die „echte“ Staffel, die Patrouille Suisse welche mit echten Kampfjets fliegt.

Trotz aller Professionalität haben die Piloten dieser Staffel an der Ski-WM in St. Moritz so richtigen Mist gebaut. Ein Flugzeug flog zu tief und hat ein Kabel einer beweglichen Kamera des Fernsehens nahe beim Zielraum durchtrennt. Die Kamera ist darauf hin in den leeren Pistenauslauf gefallen. Dass nichts passiert ist nehmen ich mal einfach so zur Kenntnis. Die Staffel flog also ihre Darbietungen im Zielgelände zur Bespassung des Publikums. Anders als an Flugtagen sind die Leute aber nicht wegen einer Fliegerstaffel dort vor Ort sondern wegen Sport. Ob so was dann überhaupt da hin passt oder nicht, das sollen andere entscheiden, ich persönlich finde nein.

Ganz sicher aber ist, dass die Leute die zu Flugshows gehen sich dessen zwar sicher nicht alle bewusst sind, aber doch alle ein gewisses Restrisiko akzeptieren. Zu oft hat es bereits Unfälle auch mit Zuschauern gegeben als dass man einfach wegschauen könnte. Bei Besuchern eines Skirennens sieht das ganz anders aus, die nehmen Risiken wie das Ausrutschen im Schnee auf dem Hin- oder Rückweg, keineswegs aber Unfälle mit Fliegerstaffeln.

Die Staffel ist zu tief geflogen. Nun gibt es Diskussionen unter Fliegerfans, ob das Seil wohl zu hoch gehangen sei und ob die Kommunikation von SRF (Schweizer Fernsehen) und der Staffel wohl funktioniert habe. Kann ich alles nicht nachvollziehen. Selbst dann, wenn das Seil 10m höher hing hätte das in einem Briefing auffallen müssen oder die Sicherheitsreserven hätten das so oder so auch her geben müssen. Ob das Seil nun wirklich so viel höher hing dass es ein Problem war…..hmmm. Profis die sich immer wieder Geländesituationen anschauen und diese beurteilen müssen hätten das wirklich nicht bemerkt?

Ich glaube an den einfachen menschlichen Fehler. Wenn die Formation etwas zu tief anfliegt (und das entscheidet mehr oder weniger einzig und allein der, der zuvorderst fliegt) passiert das. Tief fliegen erhöht das Spektakel – von mir aus an Flugshows, aber sicher nicht an Shows bei denen nur Sportfans anwesend sind.

Die Medien haben nicht alles herunter gespielt und durchaus erkannt, dass dies eine sehr heikle Situation war. Trotzdem hat man in der Schweiz (ganz anders in Österreich) das Problem auf die Kamera beschränkt die runter gerissen wurde. Natürlich hätte die mit etwas Pech einen oder mehrer Menschen auf der Tribüne schwer verletzen oder gar töten können. Allerdings gab es da ja auch noch das Fluggerät. Trainingsflugzeuge sind mehrheitlich nicht dafür gebaut, Stahlkabel zu durchtrennen.

Wenn man sich die Bilder ansieht, welche die Staffel zeigt im Flug in Richtung Tribüne und die dann rechts und links ausbrechenden Flieger (von denen der eine das Kabel gestreift hat) kann man auch mit dem Phsyisk-Grundkurs an der Abendschule allein in etwa abschätzen, in welche dynamische Richtung die Kraft auf den Flieger wirkte in dem Moment. Geradeaus auf die Tribüne zu mit vielen Menschen besetzt.

Fazit: Flugdarbietungen gehören entweder auf Flugshows (und auch da bitte mit Sicherheitsmargen) oder verboten. Dass hier Leute in eine Gefahr gebracht wurden die eine Sportparty feiern wollen ist aus meiner Sicht unverzeihlich – auch wenn mir klar ist, dass die Piloten so was nicht extra machen und im Prinzip ihr Handwerk verstehen. Es zeigt den schmalen Grat bei diesen Vorführungen. Dass die Staffel am nächsten Skirennen nicht fliegt erachte ich vor der Klärung als selbstverständlich. Es gibt dafür auch verantwortliche Personen, ich wünschte mir, dass diese dafür grade stehen müssen (und dies sind nicht zwingend – aber sicher auch – die Piloten).

Werbeanzeigen