…Trump macht es, ist es denn in jedem Fall auch richtig? Ich will das jetzt nicht auf Trump beziehen, dazu gibt es schon viel zu viele Meinungen und auch ich habe eine, die nicht wirklich „diskutierbar“ ist. Für mich nicht diskutierbare Meinungen schreibe ich hier aber nicht auf, die diskutiere ich ausschliesslich bei einer Flasche Wein oder ein paar Bier (so kommt dann irgendwann auch die philosophische Komponente noch mit dazu …). Zurück zum Thema – wie wichtig ist es, Versprechen die man macht auch zu halten?

Oje, eine grosse Geschichte das Ganze. Grundsätzlich würde ich sagen, es ist extrem wichtig Dinge die man versprochen hat auch einzuhalten – Punkt! Nun ist es aber doch so, dass dies vielleicht nur in einer eins zu eins Beziehung und im privaten Bereich so ist – na ja, auch im geschäftlichen Umfeld in gewissem Masse. Privat – keine Frage. Versprechen gehören gehalten oder bestenfalls in Absprache verändert. Sollte meine Familie das lesen werde ich wahrscheinlich weit unten durch müssen weil ich ein „Familienversprechen“ bis heute nicht gehalten habe (…Schlittschuhfahren wäre es….), aber das ist dann halt so, da muss ich dann durch. Alternativen gäbe es ja, ich könnte das Versprechen einfach einlösen. Aber grundsätzlich lege ich viel Wert darauf, dass gemachte Versprechen auch gehalten werden.

Das Wesen des Versprechens ähnelt so ein bisschen der Drohung. Ein Versprechen sollte immer auch einlösbar sein – wie eine Drohung die man immer auch in die Realität umsetzen können muss um damit jemanden zu erreichen. Gerade bei Drohungen in Zusammenhang mit Kindererziehung hört man immer wieder Dinge, die man als Eltern so oder so nicht wird umsetzen können – die Drohung bleibt somit wirkungslos. Versprechen haben einen ähnlichen Charakter – vielleicht ist eine Drohung so oder so eine Art „Versprechen“ – ein Versprechen auf Vergeltung oder Strafe halt.

Im Geschäftsbereich bin ich auch der Meinung, dass ehrlich am längsten währt. Da gibt es aber natürlich Einschränkungen wie strategische Geheimnisse oder Entscheidungswege. Durchaus kann es mal aussehen als ob Versprechen nicht eingelöst werden, dies aber schlicht viel länger dauert als erwartet oder aber von höherer Stelle – oft auch auf Grund veränderten Umfeldes – abgeklemmt wird. In solchen Fällen würde ich aber auch nicht davon sprechen, dass Versprechen nicht eingelöst werden. Es gab halt Hemmnisse welche nicht zu überwinden waren, was soll man da noch tun. Geschäftlich ist somit eigentlich die Kommunikation das wichtigste Mittel – wenn etwas versprochen und nicht gehalten wird war das in meiner Erfahrung immer halb so wild wenn alle wussten warum das nicht gehalten wurde.

Politisch sieht das aus meiner Sicht alles ein wenig anders aus. Es gibt die Phase des Wahlkampfes. In dieser Phase bin ich über jede extreme Meinung oder Haltung froh weil sie für mich immer eine Art Maximum darstellt. Wenn ich diese Partei wähle, erhalte ich das; Dabei wissend, dass es zu Abschwächungen in der Umsetzung kommen wird. Das „Versprechen“ gleicht hier aus meiner Sicht eher einer Absichtserklärung und einer Anzeige der allgemeinen Richtung, die man gehen will. Genau auf diese Art finde ich das auch gut, speziell in demokratischen Staaten in denen nicht eine Meinung – auch wenn sie mehrheitsfähig ist gemäss Wählerstimmen – beachtet werden muss. Mir wird klar gesagt wohin diese Person arbeiten wird und mit welchen Positionen sie versucht einen Kompromiss zu finden. Dies führt dazu, dass ich schon recht quer durch die Parteien gewählt habe einfach weil ich die Meinung eines einzelnen gerne vertreten gewusst hätte.

Alleingänge wie die des amtierenden Präsidenten der USA haben auch meiner Sicht zwar mit dem Einhalten von Versprechen zu tun aber nur sehr wenig mit Demokratie. Ich bin weiterhin hoffnungsvoll und überzeugt, dass sich das etwas glätten wird. Die Grundtendenzen werden selbstverständlich bestehen bleiben – diese hat man zusammen mit seiner Person gewählt und sind jetzt zu akzeptieren. Ich würde deswegen Kontrollen an Demonstrationen einführen und überprüfen, ob alle die nun demonstrieren auch abgestimmt haben – wer nicht abgestimmt hat, hat auch kein Recht darauf dagegen zu sein (ok, sonst bin ich eigentlich gegen extreme Lösungen ;-)).

Fazit: Das mit den Versprechen ist so eine Sache. Im privaten Umfeld gibt es keine Alternative als sich an gemachte Versprechen zu halten. Im geschäftlichen Umfeld sehe ich das gleich – allerdings gibt es verständliche Gründe wieso man Versprechen unter Umständen mal nicht halten kann, in den Fällen entscheidet die Kommunikation. In der Politik will ich eigentlich nicht, dass Versprechen (aus dem Wahlkampf) erfüllt werden. Diese Versprechen dienen mir mehr dazu zu sehen, was ich erhalten würde, wäre dieser Mensch alleine an der Macht – daraus kann ich für mich dann einen Mix ableiten der meine Interessen vertreten könnte. Was Trump aktuell macht mag in der Sache teilweise sogar akzeptabel sein, die Art und Weise wirkt für mich aber verstörend.

 

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