Vor langer Zeit habe ich hier mal über WLAN-Lampen der Firma Lifx (ein Startup damals mit einigen Problemen zum Start…) geschrieben. Damals war ich mir sicher, das wäre ein cooles Spielzeug – aber unnötig. Nun sind ein paar Jahre vergangen, die Firma Lifx hat die Probleme (glaube ich zumindest) im Griff und ich wurde rein zufällig auf das Thema wieder drauf gehoben.

Wir suchen eine neue Lampe für unser Wohnzimmer. Die „alte“ hat ein spezielles Design welches zwei grundlegende Probleme mit sich bringt. Es wird langweilig und die Reinigung (über eine Esstisch durchaus ein Thema) ist sehr aufwändig. Dabei sind wir über eine Hue Hängelampe gestossen. Die Lampe war jetzt nicht der Weisheit letzter Schluss, aber die ganze Familie war der Meinung, die Bedienung über eine App und die Farben sind echt cool.

Nun gut, das kann man auch in anderen Lampen haben. Ich habe also wieder zu dem Thema recherchiert und siehe da – es ist eigentlich nicht viel geschehen in die Richtung – was mich doch überrascht. Es gibt natürlich ein paar mehr, einige nur in den USA, andere nur in Asien und ganz viele mit fragwürdiger oder gar keiner Integration.

Es blieb also im Prinzip Lifx (deren Lampe allerdings von der Form her nicht sonderlich ideal ist für viele Einsatzzwecke), Osram Lightify (die hätten wenigsten den bei uns weit verbreiteten E14 Anschluss angeboten und Philips. So richtig lange hatte ich nicht für eine Entscheidung. Lifx macht viele Partnerschaften und ist weiterhin eine kleine Firma – was daraus in zwei Jahren entstehen oder verbleiben wird weiss keiner. Osram fand ich in keinem einzigen Lampengeschäft sondern praktisch nur online – Philips gab es überall und die arbeiten auch schon SEHR lange an diesen Produkten.

Gut, die E14 Sockel haben sie nicht, bei Pearl gibt es aber (sicher auch anderswo) Adapter für alle möglichen Fassungen auf andere, in meinem Fall jetzt halt E14 auf GU10 – funktioniert wunderbar.

Zum Start braucht man bei Philips zuerst mal eine „Bridge“, ein Geräte welches das heimische (und die Cloud) mit der App auf mobilen Geräten verbindet und danach die Lampen über ZigBee Protokoll/Funk verbindet. Fand ich irgendwie blöd – und doch auch gut. So muss ich mich was die Sicherheit angeht mehr oder weniger „nur“ um dieses Gerät kümmern und nicht um jede einzelne Lampe. Insgesamt sorge ich mich nicht allzu sehr – der Schaden der angerichtet werden könnte ist doch eher begrenzt.

Also los geht’s. Mein „Infrastruktur-Rack“ (eine grosse Aufbewahrungsbox auf der Seite liegend und belüftet…) brauchte ein paar Updates. Kein Netzwerkport mehr verfügbar, also einen kleinen Switch mehr installieren – alternativ hätte ich den bestehenden ersetzen können, weil POE 24V aber nicht kostengünstig genug – und die Anschlüsse für die Bridge, die aussen auf die Kiste kommt verlegen. War eine ziemlich mühsame Arbeit weil alles schon recht voll war und natürlich nicht mehr genügend Stromanschlüsse verfügbar waren (weil auch die Hifi-Technik für das Wohnzimmer mit da drin steckt..).

Allerdings habe ich die Schwierigkeiten ja so oder so erst danach erwartet. Die Bridge eingesteckt – viele blaue LEDs aussen am Leuchten, nicht abschaltbar. Na ja, hoffentlich bleibt es das einzige Problem, dieses lässt sich mit Klebefolie lösen ;-). Lampen eingedreht (GU10 mit E14 Adapter – problemlos) und App installiert. App sagt „1 Bridge gefunden“ – koppeln (dafür muss man auf der Bridge auf den Knopf drücken – finde ich noch eine gute Lösung für die Absicherung der Verbindung…) – Lampen gefunden, gesteuert, fertig!

Es war tatsächlich kinderleicht das System in Betrieb zu nehmen und auch die App, aktuell verwende ich nur oder erst die Originalapp von Philips, ist einfach zu bedienen. Wie es sein muss! Funkverbindung ist offensichtlich genügend und jede eingesteckte Birne erweitert die Verbindung – ähnlich wie ein WLAN-Repeater. Es müssen also nicht alle Lampen in Reichweite der Bridge sein, die können untereinander kommunizieren. Dazu muss man allerdings sagen dass das nur dann stimmt, wenn auch tatsächlich das Licht mit Hue Funktion ein- respektive ausgeschaltet wird. Wenn man die Lampen über den „normalen“ Lichtschalter ausschaltet ist da kein Strom mehr und auch keine Repeater Funktion. Deshalb kann es gut sein, dass für die Zukunft der eine oder andere „Hue Lichtschalter“ installiert wird bei uns – zusätzlich zu den normalen Schaltern.

Braucht es farbiges Licht im Wohnzimmer – hmmm – ich hätte gesagt nein, aber es ist eine coole Sache. Es erweitert die Funktion „dimmen“ um den Aspekt Farbtemperatur und Farbe und kann für interessante Stimmungen sorgen. Mal schauen wie lange man damit wirklich rum spielt oder wann der Moment kommt an dem man einfach eine Stimmung einstellt und so lässt. Hier wäre es bei Hue noch cool wenn sich die Lampen die „letzte Stimmung“ merken würden. Wenn ich jetzt auf den Stromschalter tippe leuchten die Lampen einfach „weiss“ mit voller Leuchtkraft. Das ist absolut identisch zu vorher, aber trotzdem irgendwie unbefriedigend. Die Lösung liegt wohl tatsächlich in zusätzlichen Schaltern….

Die Lampensuche kann nun weiter gehen, mal schauen was wir uns dort am Schluss kaufen werden. Wir haben einen (natürlich noch geheimen) Favoriten auserkoren. Die Lichtszenen werden wir sicherlich noch mit eigenen Themen erweitern um „unsere“ Stimmungen hin zu kriegen (oder auch einzelne Lampen heller oder dunkler zu schalten je nachdem wo man sich gerade befindet). Lustig ist die Verwendung von Fotos auf dem Handy zur Erstellung von Lichtthemen – ein Schweizerkreuz ergibt eine tolle weiss/rote Stimmung im Wohnzimmer :-).

Fazit: Ich glaube, das ist eine gute Sache. Allerdings ist die Sache wahrscheinlich nur dann richtig gut, wenn ein grosser Teil aller Lampen damit gesteuert werden kann. Aktuell ist bei uns im Wohnzimmer eine Lampe von drei umgerüstet – toll natürlich dass die Stimmung macht wenn die anderen weiss weiter leuchten. Die Bedienung des Philips Systems und dessen Installation ist wirklich absolut einfach und intuitiv, gut gemacht! Bin gespannt was da noch alles kommen wird in Zukunft……

 

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