Da ich Smartphones in der Zwischenzeit aus den „lustigen Gadgets“ gestrichen habe – das heisst, Dinge die man einfach ausprobieren muss – musste etwas neues her. Für mich hat ja Gadget auch den Charakter „irgendwie unnötig“. Bei der Suche bin ich an den Smartwatches hängen geblieben. Die iWatch kam nicht in Frage, die Eingrenzung auf und nur auf das Apple-Ökosystem ist aus meiner Sicht nicht tragbar (bei der Uhr jetzt im wahrsten Sinne des Wortes :-)).

So hat sich ergeben, dass die Android Wear Uhren in die engere Auswahl kamen. Die TAG Heuer Connected ist hier aus meiner Sicht das Mass der Dinge (die mechanische Qualität dürfte im Smartwatchbereich seinesgleichen suchen…), leider steht da auch ein Preis im Raum, der für reine Experimente nicht mehr tauglich ist. Motorola macht eine recht schöne, aber irgendwie zu elegant für meinen Geschmack. Da bin ich zuerst auf die Michal Kors gestossen, bald darauf schon auf die Fossil Q Marshall – eine Uhr für einen Mann, und doch eine Smartwatch.

Der Preis ist bereits normal erstanden für Experimente geeignet (ca. CHF 350.–) und dank guter Freunde die dort arbeiten ist das Teil zum Schnäppchen mutiert (VIELEN DANK nochmals an dieser Stelle…!).

Nun, eigentlich müsste ich sagen, die Uhr ist durchgefallen bevor sie richtig lief. Sie erfüllt nämlich meinen Grundsatz „wenn ich die Anleitung brauche ist etwas schief“! Von vorne; Auspacken, aufladen, einschalten, rum drücken. So muss das ja irgendwie gehen. Geht auch, die obligatorische Frage nach der Sprache konnte ich beantworten. Danach – Bluetooth, Pairing mit dem Mobile, problemlos. Hmm, nun hängt alles zusammen, aber nicht läuft zusammen…..nicht mal die Zeit wird synchronisiert..!?!? Wahrscheinlich braucht es eine App und weil das Ding Fossil Q heisst drängt sich die gleichnamige App geradezu auf.

App runter laden, starten, Schuhgrösse, Links- oder Rechtsträger oder andere wichtige Informationen bei Fossil abspeichern und weiter gehts. Top, das Modell „Q Marshall“ steht in der Liste, also klick drauf. Diese Uhr wird von dieser App nicht unterstützt, bitte verwenden sie die native Android Wear App. Grundsätzlich ist dies der absolut richtige Ansatz – allerdings hätte ich mir von Fossil gewünscht, dass ihre App mir das sagt bevor ich per Registration die Hosen runter gelassen habe. Ist ein Detail, aber nun gut. Fairerweise muss ich nun zurück kehren zum Thema „Anleitung lesen“.

Die erste Anweisung in der Anleitung sagt „Bitte laden sie die Android Wear App runter“ – bevor ich die Uhr auspacken soll. So gesehen haben die alles richtig gemacht und wer so blöd ist wie ich kriegt jetzt halt den Newsletter :-). Wenn man es dann allerdings falsch gemacht hat zickt das Teil ein bisschen. Q-App wieder runter, Pairing weg, Android Wear App auch nochmals runter, neu drauf und tätä, geht!

Die Uhr selbst – cool. Optisch toll, was die Qualität angeht mindestens das Geld wert.Der Bildschirm spiegelt ein bisschen, allerdings gibt es schon Helligkeitseinstellungen welche erlauben den Screen immer zu lesen. Ob das allerdings gut ist für die Batterie – wohl kaum. Was schon etwas stört ist, dass das Metallband regelrecht quietscht am Handgelenk – mal schauen, ich muss noch das Band kürzen lassen, vielleicht haben die Leute im Shop ja eine Idee wie man das weg kriegt, sonst muss ich selbst mit Silikonspray mal dahinter. Das hätte ich wahrscheinlich bei TAG Heuer nicht erlebt – und das läge nicht nur daran, dass die Uhr mit Silikonband geliefert wird ;-).

Ein bisschen muss man sich schon an Android Wear gewöhnen. Es kann so herrlich wenig und einige Dinge sind „einfach so da“ dass ich schon verwirrt bin. Eigentlich ist das etwas, was man von Apple erwartet – aber zumindest ich scheinbar nur dort. Dass Google das genau so gut auch kann ist für mich eine neue Erkenntis – und nach etwas Eingewöhnung eine freudige Überraschung.

Eine erster „Testtag“ – ein Sonntag mit knapp 4 Stunden Wanderung – hat die Uhr problemlos überstanden, der Akku war am Abend noch knapp 70% geladen. Mal schauen wie sich die nun kommende erste Arbeitswoche so machen wird. Wenn die Uhr jeweils vom Morgen bis zum Abend durchhält ist das OK für mich, mehr erwarte ich nicht.

Fazit: Als Spielzeug schon mal geeignet, obwohl es im Prinzip auf Grund der Google-Integration (mit Android Phone gekoppelt und bei Google angemeldet – ohne das dürfte die Leistung deutlich magerer ausfallen, ist aber systembedingt und hat nichts mit diesem Modell zu tun…) gar nicht richtig viel zu spielen gibt. Geht einfach – sofern man nach dem Auspacken zuerst mal die Anleitung liest. Die Erstberührung mit der Spezies ist also durchaus gelungen, die holprigen Passagen auf unstrukturiertes Vorgehen meinerseits zurück zu führen. Bin gespannt wie das auf die Dauer raus kommen wird……

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