…das ist jetzt erstmal das Wichtigste überhaupt. Ob dieser Präsident nun „der Richtige“ ist oder nicht, das will und vermag ich nicht zu beurteilen. Was ich sicherlich nicht gut finde ist seine Art und Weise mittels Hass und Rassismus (..die Frauen liebt er ja, da weiss ich nicht genau was das bedeutet bei ihm…) zu Stimmen zu kommen. Ebenfalls ist natürlich nicht wirklich gut, dass er nicht die Mehrheit des Volkes hinter sich hat, sondern nur die „richtigen“ Staaten gewonnen hat, aber all das ist dem für mich kurios anmutenden amerikanischen Wahlsystem geschuldet.

Nun hat der Präsident der USA die Möglichkeit, sich zu beweisen. Dass es nicht gehen wird mit den Aussagen aus dem Wahlkampf dürfte auch ihm durchaus klar sein. Zu Beginn war ich gar nie ganz sicher, ob der das wirklich ernst gemeint hat oder ob das im Sinne „hey, nehmt doch mich als Präsident“ gedacht war und als es plötzlich Anhänger gab erst der Entschluss kam, das mach ich doch tatsächlich. Von mir erhält er die Chance sich zu beweisen – auch wenn ich ihn nie und nimmer gewählt hätte sondern in „den anderen nicht wirklich süssen Apfel“ gebissen hätte.

Wenn man das genau betrachtet ist er ja jetzt erst mal für 2-3 Jahre Präsident. Natürlich ist er auch für vier Jahre gewählt, aber irgendwann im dritten Amtsjahr wird aus meiner Sicht die politische Aktivität komplett eingebremst durch den wieder aufkommenden Wahlkampf. Im letzten halben Jahr der ersten Amtszeit geht ja gar nichts mehr. Was da abgeht ist aus meiner Sicht nur noch peinlich – eine unvergleichliche Show welche Unmengen an Geld verschlingt (diesmal habe ich irgendwo 2.7 Milliarden US-Dollar gelesen – wie genau diese Zahlen stimmen ist in der Grössenordnung eigentlich egal..) und im Prinzip nichts zu den eigentlichen Wahlen beiträgt.

Diesmal bin ich der Meinung sieht man das sehr gut. Im Wahlkampf (so viel wie ich davon gesehen habe) hatte Frau Clinton zu allen Fragen mehr oder weniger einen verständlichen Plan, politisch durchdacht und vernünftig formuliert. Gewonnen hat aber „ähm“ – auf derart viele Fragen gab es keine Antworten, deshalb wahrscheinlich auch die Unsicherheit für viele Gegenparteien – was wird er wirklich tun?

Aber tatsächlich bin ich etwas genervt vom amerikanischen Wahlkampf und dem Wahlsystem. Es bindet viele Ressourcen und es verbrennt völlig unnötig Unmengen an Geld. Dazu kommt, dass ein Präsident wenn er noch ein zweites Mal gewählt wird maximal etwa 6 Jahre Präsident sein kann. Den Rest der Zeit muss er sich um seine eigene Wiederwahl kümmern. Gerade für die zweite Amtsperiode ist das ganze noch skuriler – da weiss man ja schon, wie der Präsident agiert, man könnte dem Volk einfach überlassen zu entscheiden, ob es so weiter gehen soll oder nicht.

Das Ganze System macht für mich keinen Sinn – und ich überlege mir auch wie es kommen kann dass bei einem derart grossen und aus meiner Sicht intelligenten Volk am Ende diese zwei Kandidaten übrig bleiben konnten. Hat das Land wirklich nicht mehr zu bieten?

Jetzt hören wir natürlich auch wieder die Parolen „nur wenn es wirklich rumpelt kann es auch zu Veränderungen kommen“ und so weiter. Nicht zu selten hört man das auch als Management Prinzip – Change bedeutet Chance…hmm. Kleiner Exkurs meinerseits dazu. Die Chance im Change (und noch mehr in der Krise) habe ich immer als eine Teilmenge der Krise oder Veränderung gesehen bisher. Auf der Strecke von der Veränderung oder der Krise hin zur Chance geht oft einiges zu Bruch. Natürlich, von neu an beginnen kann die beste Chance überhaupt sein – aber unten anfangen braucht zuerst mal viele Opfer und ist nur als langfristige Überlegung wertvoll. Zurück zum amerikanischen Präsidenten – er hat erst mal etwa drei Jahre Zeit diese Veränderung einzuleiten – leider ist das recht unrealistisch, selbst wenn er eine zweite Amtszeit hinkriegen würde. Also kann er auch nicht zerstören sondern muss die langfristigen Programme des Landes zumindest zum Teil auch weiter voran treiben.

Es gäbe für Nationen natürlich Varianten um von vorne zu beginnen – dies bräuchte aber eine mehr oder weniger komplette Zerstörung (Deutschland – aus dieser Sichtweise durfte – musste neu beginnen zum Beispiel und hat viel draus gemacht; Bei diesem Beispiel wird mir wohl niemand widersprechen wenn ich sage, das hat viele Opfer mit sich gezogen und hat lange gedauert..). Ich sehe dies jetzt nicht wirklich als Option…..

Fazit: Der amerikanische Wahlkampf gehört in der Art verboten und das Geld gespendet. Ob Trump auf die Geschichte Amerikas Einfluss hat oder wie gross dieser sein wird muss sich jetzt zeigen – er ist da nicht allein der Herscher, auch wenn er so rüber kommt und die Medien das jetzt auf diese Weise aufbauschen. Spannend wird sein, wie viel Geschirr er am Ende bereit ist zu zerschlagen um die teils radikalen Meinungen durchzusetzen oder zumindest Akzente zu setzen. Die Welt wird voraussichtlich nicht unter gehen und all die Reaktionen an Aktienmärkten usw. zeigen mal wieder, worum es dort eigentlich geht – um Spekulation, um Glücksspiel in Reinkultur – einfach leider weltweit erlaubt!

 

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