Meine Meinung zum Abstimmungsresultat zur „Grünen Wirtschaft“ (Nein) – schade. Es wurde sehr viel Wind gemacht um diese Vorlage, vor allem hat die Industrie geklagt und gejammert nach dem Frankenschock und den ansonsten nicht besonders berauschenden wirtschaftlichen Zeiten aktuell. Allerdings – wie sonst oft auch – stand ja in der Vorlage mehr oder weniger gar nichts konkretes drin.

Die Zielgrösse war die Senkung des ökologischen Fussabdruckes auf 1.4 „Erden“ – wobei in dem Fall ja nicht die gesamte Erde sondern der Fussabdruck pro gobale Hektare gemessen wird. Wir Schweizer brauchen pro Person fünf globale Hektaren, haben aber nur eine Biokapazität von 1.2. Die Vorlage wollte, dass sich der Verbrauch der Schweiz somit in ein „global verträgliches Mass“ zu senken und dies bis ins Jahr 2050.

Nun – es gibt das Pariser Klimaabkommen, es gibt weitere Konventionen weltweit. Macht das nicht mehr Sinn? Natürlich können wir Schweizer einfach mal „einen Anfang machen“ – aber ist es den Aufwand wert? Welche Länder haben den grössten Fussabdruck – ich denke, das erstaunt niemanden, China vor Indien. Grosse Länder mit einer hohen Einwohnerzahl und einer dynamischen Entwicklung der Wirtschaft (eventuell noch mit recht wenig Regulatorien).

Wenn man diese Zahlen so recherchiert fällt mir auf, dass man da auch leicht mal rein fallen kann. China habe ich zum Beispiel in einer Statistik auch auf Platz 74 gefunden – nämlich beim Fussabdruck pro Einwohner. Da könnte man nun natürlich sagen, wenn die chinesischen Einwohner auf 2.2 gha kommen, wieso sollten wir Schweizer das nicht können? China hat den Fussabdruck zu 54% auf Grund der CO2 Belastung – also der Städte, der Industrie. Alle Bauern und armen Einwohner Chinas (ohne Heizung, ohne Strom, ohne Autos usw…) ziehen den Wert runter. Trotzdem ist es eines der Länder, die am meisten tun könnten um die weltweite Situation zu verbessern.

Trotz allem wäre ich dafür gewesen, der Schweiz zusätzliche Regeln aufzuerlegen. Das Initiativkomitee war ja gar überzeugt, dass das für uns ebenfalls gültige Pariser Abkommen zu Werten von 0.8 – 1.2 in der Schweiz führen würde und die Initiative gar keine Verschärfung darstellt – wieso es diese dann geben muss ist eine offene Frage aus meiner Sicht. Klar, ein Schweizer Gesetz ist natürlich sehr viel einfacher und konsequenter umsetzbar als eine globale Konvention.

Wir hätten das aus meiner Sicht versuchen sollen, aber mit einem grossen Mass an Flexibilität und mit einem Auge auf zwei Dinge. Sind die grossen Nationen auch auf dem richtigen Weg oder gibt es wenigstens Versuche und wie stark beeinflusst es die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz. Es ist doch ganz klar, dass in der Schweizer Demokratie ein solcher Entscheid wieder rückgängig gemacht werden könnte sobald es uns nicht mehr so richtig gut geht wie heute.

Fazit: Man hätte es versuchen sollen! Die politischen Mächte sind aktuell so verteilt, dass die Umsetzung nicht in erster Linie gegen die Wirtschaft gegangen wäre. Wir haben und auch gegenüber anderen verpflichtet, ähnliche Dinge zu tun, wieso versuchen wir es hier nicht mit einem „Inländervorrang“ im Sinne der Vorgaben? Allerdings bin ich der Meinung, wir Schweizer überschätzen unsere Wirkung auf den Rest der Welt masslos – Dänemark macht 42.1% des benötigten Stroms aus Windenergie – und die ganze Welt imitiert nun Dänemark, oder??

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