Nein, ich gehe nicht zu Fuss nach Afrika arbeiten. Mein im Februar 2015 gekauftes Auto hat mir aber letzte Woche mitgeteilt, dass es nun die 1000te Betriebsstunde erreicht hat. Für mich war das bisher irgendwie nie ein Thema – im Auto schaut man auf den Tachometer und da waren die fast 70t km in demselben Zeitraum schon schockierend genug.

Zuerst mal „drückt“ man die Mitteilung einfach so weg – doch irgendwann kam das in mein Gedächtnis zurück – und ich bin nicht wirklich begeistert wenn ich mir das alles so überlege. Mal nachgerechnet ergbit das rund 42 Tage à 24 Stunden im Auto oder herunter gebrochen 117 Arbeitstage bei einem Pensum von 8,5 Stunden. Dies alles um in derselben Zeit rund 300 Arbeitstage zu leisten!

Es ergibt sich also daraus die Tatsache, dass ich rund einen Drittel meiner für die Arbeit aufgewendeten Zeit für den Weg aufbringen muss. Gut – die Rechnung stimmt nicht ganz weil ich mit demselben Auto auch einige Privatkilometer fahre. Ich würde aber sagen, es handelt sich dabei bisher um keine 100 Stunden – vielleicht allerdings schon um einen Zehntel der Kilometer. Beim Arbeitsweg erlebe ich schon, dass die eigentlich Fahrzeit (knapp eine Stunde) sehr oft pro Weg um 15-20 Minuten verlängert wird durch schlicht zu viel Verkehr.

Nun, habe ich ein Problem damit? Überraschend auch für mich – eher nein. Natürlich sind die wenigen Tage mit richtig Stau und dann auch mal fast drei Stunden Fahrzeit sehr mühsam. Das habe ich aber in dieser Zeit eigentlich „nur“ drei Mal erlebt, das ist in Ordnung so. In etwa einen Drittel der Zeit kann ich problemlos mit geschäftlichen (oder auch mal privaten) Telefonaten verbringen. Dieser Drittel der Zeit verteilt sich natürlich vollständig auf die Fahrt nach Hause. Ich fahre morgens ca. Um 6 Uhr los, da kann ich weder geschäftlich noch privat jemanden erreichen.

Trotz allem bleibt die Tatsache – diese 800 Stunden haben irgendwo gefehlt. Auf 800 komme ich, weil ich auch bisher einen Arbeitsweg hatte (10 Jahre lang 15 Minuten mit dem Fahrrad) und weil wie erwähnt private Urlaubsfahrzeiten mit drin sind. Wo fehlen sie – bei der Freizeit. Das hat mein Mountain Bike in dem Jahr massiv zu spüren gekriegt, ich habe es mehr oder weniger völlig missachtet und bisher einmal benutzt. Und jetzt kommt die Jahreszeit mit grundsätzlich guter „Ausredenlage“ fürs Mountainbike, zu dreckig, zu rutschig….

Fazit: Hätte ich die Wahl zwischen Fahrtweg oder nicht ich würde mich natürlich gegen den Fahrtweg entscheiden. In aktueller Position aber ist die Fahrerei irgendwie richtig und ich kann das auf mich nehmen. Ob ich das noch bis zur Pension lustig finden werde – ich weiss es nicht, vage es aber zu bewzeifeln. Ganz davon abgesehen war ich früher mal ein Verfechter von „grünem Arbeitsweg“ (Velo) – davon bin ich jetzt natürlich unendlich weit entfernt. Stört mich irgendwie fast mehr als die Zeit….

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