Schon sehr lange habe ich – darüber habe ich auch schon berichtet – alle Musik nur noch in digitaler Form auf Computern abgespeichert. Damit diese im ganzen Haus (und neu auch im Garten!) abgespielt werden kann, stieg ich vor vielen Jahren auf die Squeezebox-Lösung von Logitech auf. Aus für mich weiterhin unerklärlichen Gründen hat Logitech dieses Geschäft wieder aufgegeben, wenn man sieht was SONOS daraus gemacht hat ein sehr unverständlicher Schritt. Vielleicht war man damals der Zeit einfach noch ein bisschen voraus.

In der Zwischenzeit hat man sich aber auch daran gewöhnt, dass man mit dem Handy irgendwo rum laufen kann, es hat Lautsprecher, Bluetooth an und los geht die Musik. Auch bei uns gibt es für den Urlaub einen solchen Lautsprecher. Dies haben aus meiner Sicht aber auch gravierende Nachteile. Das erste der grossen Probleme;  Alle benötigen Strom, also sind sie für draussen nicht wirklich geeignet  – beim Strom allerdings noch schlimmer, Akkus von Geräten die man nicht ständig braucht tendieren dazu dann wenn man sie braucht leer zu sein.

Das zweite grössere Problem; Bluetooth ist in Bezug auf Reichweite und Zuverlässigkeit einfach nicht stabil genug. Stottern beim Abspielen, komplette Ausfälle, aus Versehen mit dem Handy in der Tasche ein paar Meter weg gelaufen…alles nicht zufriedenstellend.

Nun habe ich tatsächlich ein WLAN verfügbar, welches überall im Haus und auch bis in die hinterste Ecke des Gartens ohne Probleme funktioniert. Deshalb war ich für den Garten auf die Lösung Verstärker in gesichertem Schrank (eigentlich eine umgebaute Aufbewahrungsbox – muss ja Kunststoff sein, sonst ist wieder Schluss mit Funk, ob WLAN oder Bluetooth) und daran angeschlossen ein altes Handy mit einem Logitech Player. Funktioniert, passt.

Die erste Frage meiner Frauen war allerdings irgendwie vorhersehbar und ist auch tatsächlich so gekommen. Kann ich da jetzt auch meine Musik vom Handy aus abspiele – hmmm – nee, eher nicht, oder besser, nein. Das wurde natürlich akzeptiert, aber das hat natürlich das Verständnis für meinen Aufwand mit Lautsprechern aussen (JBL Control X) und der Installation in der Waschküche nicht gerade erhöht.

Auch ich selbst war nicht wirklich davon angetan, also mal auf die Suche. Apple-TV  – würde einige Ansprüche erfüllen (WLAN, Streaming von fast allen Geräten) – ist aber irgendwie teuer und lässt sich nicht in die Squeezebox integrieren. Somit eine Notlösung – da ginge halt dann das eine und das andere dafür nicht mehr.

Weitere Client-Software für das Android Handy – da gibt es eigentlich genügend Möglichkeiten, ob nun Apples Airplay oder Google Chromecast, alles verfügbar. Aber auch da, Squeezebox-Server nicht integrierbar – oder doch? Da gibt es doch viele Plug-Ins und siehe da, da gibt es eines als DLNA/uPnp Bridge und eines als Cast-Bridge. Wenn das geht, wäre das ja eine Lösung. Nach ein bisschen noch mehr googeln fand ich das Gerät Google Chromecast Audio. So ein (sehr) kleines rundes Ding mit Audio Ausgang für unter CHF 50.–.

Da war dann mal wieder meine Lust auf Gadgets grösser als die Vernunft, anstatt das alles zuerst mal mit Softwarelösungen auf dem Handy zu versuchen gleich mal bei Mediamarkt rein und so ein Ding gekauft. Anleitung, gibt es nicht. Drei Bilder auf der Packung und ein Internet-Link. Wenn das mal gut geht – und es ging gut.  Das Gerät wird gefunden, ich kann einen Namen eingeben und das WLAN Passwort, dann gibt es durch Umstellung der Kommunikation Unterbrüche die sich von selbst beheben und es läuft. Streaming mit Chromecast eingerichtet und möglich  und läuft. Wow!

Nun die zweite Anforderung – der LMS (Logitech Media Server) soll auch darauf streamen können. Also mal in die Plug-Ins rein, Cast-Bridge angeklickt. Ich muss dazu sagen, seit Logitech das Produkt aufgegeben hat wird es häufiger „weiterentwickelt“ als vorher. Allerdings sind eher Freaks am Werk die tolle Dinge bauen, deren Nutzung aber sehr oft sehr viel Wissen voraus setzt (oder die nicht alle Versionen von darunter liegenden Betriebssystemen unterstützen). Hier anklicken – Installation läuft durch, Hacken setzen dass das Programm laufen soll und – geht nicht. Hmm – gut, unter den Einstellungen eine rote Zeile, dass keine Konfigurationsdatei besteht. Neben dem Eintrag gibt es einen Button „generate“ – drauf gedrückt, gewartet und – geht!

Keine 10 Minuten nach dem Auspacken war die Funktion wie gewünscht verfügbar, finde ich ganz toll. Jetzt können alle ihre Spotify Sounds draussen abspielen, Radio Streams geht, was früher ging geht auch alles noch – was will man mehr.

Das Gerät welches google hier zur Verfügung stellt ist wirklich eine Wucht und funktioniert absolut simpel. Ich habe keine Ahnung, wieso ein solches Produkt so ganz ruhig und ohne Marketing eingeführt wird – ich glaube, das hätte Potential. Allerdings ist die Kombination mit anderen Systemen (wie Sonos oder so) unter Umständen halt nicht ganz so einfach wie in meinem Fall.

Fazit: Fünfzig Franken welche meine Welt vereinfachen und die Möglichkeiten deutlich erweitern. Ich glaube, ich werde auch andere Geräte noch umstellen – wahrscheinlich das im Wohnzimmer zumindest noch. Einfachste Einrichtung, günstiger Preis, offen für andere Systeme…was will man mehr, ich bin begeistert!

 

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