Als Schweizer sind wir wohl zurecht sehr stolz auf unsere Uhrenindustrie. Viele tolle Dinge haben die geleistet in der Vergangenheit – ob die Zukunft auch so rosig aussieht wird sich zeigen. Ich selbst besitze (fast) nur Schweizer Uhren, wobei ich hier jetzt von zwei Uhren spreche. Eine mechanische die ich vor vielen Jahre gekauft habe und welche mit heute noch sehr gut gefällt, eine „Fortis F43 Flieger“  (leider hält der Sekundenzeiger des Chronographen nicht mehr exakt auf der 12 – ein Service wäre doch wohl mal angesagt…) und eine metallene Swatch.

Dazu besitze ich noch eine „Sport-Uhr“, eine „fenix“ von Garmin für alle Arten von Bewegung die in der Zwischenzeit bei mir mehr oder weniger brach liegt. Damit diese „Uhr“ Sinn macht, müsste man sich zuerst auch bewegen. Das ist aktuell hauptsächlich durch die berufliche, zeitliche Belastung doch recht eingeschränkt. Allerdings muss ich sagen, das ist ein tolles „Gerät“ – so etwas gibt es nicht als Schweizer Produkt.

Nun war wieder die Basel World, diese unglaublich grosse Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Ich habe schon mal darüber geschrieben, wie sich die Stadt in diesen Tagen verändert, auch daran konnte ich in diesem Jahr leider nicht wirklich teilnehmen. Allerdings ist das auch die Zeit, in der in allen Medien die Branche bejubelt wird und deren Leistungen geehrt.

Es sind tatsächlich auch famose Leistungen im mechanischen Bereich welche da erbracht werden – aber treffen sie noch den Zeitgeist? Kann man wirklich weg schauen und sagen „keine Konkurrenz“ oder „ganz ein anderes Segment“ wenn Apple zum zahlen mässig zum zweit grössten Uhrenhersteller aufsteigt innert zwei Jahren (oder noch kürzer)?

Es ist richtig, es ist ein anderes Segment und die Disziplinen sind zum Teil nicht vergleichbar. Ich denke aber – wenn man an die Zeit der ersten iPhones zurück denkt – es ist in etwa dieselbe Käuferschaft die sich für beides interessiert. Für eine Smartwatch weil das gerade hip ist und die beim Golfen zusammen mit der App auf dem iPhone schon jetzt nahezu unverzichtbar ist – für eine klassische Uhr weil man damit auf der Gala auftreten kann. Ich bin aber absolut überzeugt, dass zumindest die Apple Watch bereits recht häufig auch auf der Galaveranstaltung getragen wird.

Einzig TAG Heuer hat in der Zwischenzeit wirklich reagiert und eine Uhr gebaut – und siehe da – für die Firma DER Verkaufsschlager.

So, nun versuche ich noch die mir selbst im Titel gestellte Frage zu beantworten. Ich glaube, viele Schweizer würden heute eine Schweizer Uhr kaufen wenn sie sich diese auch leisten könnten. Leider gibt es an interessanten Uhren aus meiner Sicht in der Schweiz nur billig und teuer – kein Mittelfeld. Das der Markt mit Smartwatches mehr oder weniger anderen überlassen wir – es wird sich zeigen ob das ein Fehler war. Ich kenne nur ganz wenige die nachdem sie eine hatten mit der Smartwatch auch wirklich zufrieden sind.

Fazit: Nein, nicht jeder Schweier muss eine teure Uhr besitzen und das aus genau denselben Gründen wie jeder andere Mensch auf der Welt auch. Viele können sich das „Traummodell“ einfach nicht leisten – da gehöre ich mit dazu. Es stellt sich die Frage, bleibt die Uhr ein die Zeit anzeigendes Schmuckstück, ein einfach nur die Zeit anzeigendes Instrument oder eine multifunktionale Maschine die nebenbei die Zeit anzeigen kann. Wenn man ein paar Jahre zurück schaut könnte es gut sein, dass „multifunktional“ gewinnen wird im Massenmarkt…..

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