Animiert durch einige Posts in Facebook habe ich mich mal versucht schlauer zu machen als vorher – das ist nicht wirklich gelungen, die aller meisten Dinge wusste ich doch vorher schon. Nicht weil ich es schon wusste oder weil ich auf Baseldeutsch „ä geilä Siech“ bin, sondern weil es ganz einfach logisch, normal ….wie auch immer einfach so ist halt.

Mit AGBs haben wir tagtäglich in allen Lebenslagen zu tun. Jedes Bankkonto, jeder Einkauf (nicht nur online), jede Bestellung und Reparatur, Gärtner – einfach alle haben der Einfachheit halber AGBs welche manchmal auch für eine ganze Branche gemacht werden und dort recht einheitlich angewendet werden.

Wer hat die AGBs des Heizungsmonteurs schon gelesen? Ja, gibt es welche die das wirklich getan haben – ich gehöre nicht dazu. Ich lese diese Dinge so oder so nie und hatte erst einmal wirklich Pech damit. Eine deutsche „Handelsfirma“ – also eher eine Abzockerbude die noch nie was verkauft hat – hat mich da mal auf dem falschen Fuss erwischt. Nach groben Drohungen war dann aber auch mal wieder Ruhe.

Online nervt es mich schon fast, wenn ich das „Ich habe die AGBs gelesen…blabla“ ankreuzen muss. Wieso – weil ich mach dass doch sowieso. Wirklich viel komisches kann da eigentlich auch gar nicht drin stehen. Zusätzliche Kosten können ja zum Beispiel nicht entstehen wenn das nur in den AGBs steht, das muss auch sonst noch wo stehen im Prozess. Und habe ich wirklich eine Wahl wenn ich den „Dienst“ nutzen will?

Immer wirklich lustig sind die AGBs von Social Media Platformen. Wer hat die von Facebook schon mal durch gelesen? Wenige, einige vielleicht – ich gestern – zum ersten Mal (jaja, angekreuzt dass ich das gemacht habe, habe ich schon vor langer Zeit). Animiert dazu wurde ich durch die ganzen Post derer, die aktuell mal wieder einem Hoax auf den Leim gingen der Ihnen verspricht, dass irgend welche Artikel damit ausser Kraft gesetzt werden.

Ein bisschen Logik, ein bisschen Verstand – dann merkt man schnell, dass man die Rechte an einem Bild das man hoch lädt schon allein auf Grund der grundsätzlichen Funktionsweise nicht behalten kann. Wenn man das will gibt es offizielle Urheberrechte für Bilder – wenn ich das aber irgendwo hin poste, dann gilt das eben nicht mehr.Wenn ich die AGBs von Social Media in Frage stelle weil die erlauben, dass Daten verteilt und verarbeitet werden – hmmm – ist nicht das genau DER Zweck solcher Dienste?

Dass man durch das Verbreiten von Inhalten sich von vertraglichen Verpflichtungen frei sprechen kann ist per se wohl eher ein Witz. Noch viel interessanter am letzten Kettenbrief zu dem Thema finde ich, dass wohl doch die meisten einfach geteilt haben und nicht gelesen (…oder gar hinterfragt…) was da steht. Zum Beispiel sagen da einige Schweizer, dass sie Bezug nehmen auf den Artikel 111 Strafgesetzbuch. Das musste ja dann das Schweizer Gesetzbuch sein, oder? Dann ginge es in de Artikel um Verbrechen an Leib und Leben, genauer.

„Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besondern Voraussetzungen der nachfolgenden Artikel zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.“

Wie genau damit die AGBs ausgehebelt werden können – ich weiss es nicht, ich bin aber auch keiner der was von Recht versteht. Aber macht es Sinn? In Deutschland würde es um „Öffentliche Aufforderung zu Straftaten“ handeln – hmm – gut, einige Posts würden vielleicht dies beinahe oder ganz erfüllen, nichts desto trotz erscheinen die nicht hilfreich wenn es darum geht, AGBs ausser Kraft zu setzen  – eher im Gegenteil wenn ich das tatsächlich machen würde.

Aha, Facebook ist ja amerikanisch – da wäre das Chapter 111 eines über die Gesundheit…..

Das Ganze weitere Gedöns ist genauso unbrauchbar. Wenn also die Verbreitung von Nonsens eine Straftat wäre, wäre der Artikel vielleicht sogar eine Art Schwanzbeisser weil man sich am Anfang auf etwas beruft was man am Ende macht.

Fazit: Ich lese AGBs meist nicht – allerdings doch immer öfter wenn ich einen Dienst abonniere. Wieso – weil dies meine einzige und letzte Chance ist, auf Grund dieser Bestimmungen den Dienst nicht zu benutzen. Das ist nämlich die Wahl die man hat – wenn AGBs legal sind (und davon kann man in den meisten Fällen ausgehen…) kann man akzeptieren oder die Dienste nicht nutzen. Deshalb – vorher lesen hilft, danach ist die Sache gegessen. Jederzeit kann man aber Dienste künden und Daten löschen lassen, das geht….