Für die Abstimmungen nächste Woche (und die Gemeinderats und Gemeindekommission Wahlen) ist für mich mehr oder weniger alles klar. Wie ich Stimmen werde ist klar, wie ich wählen werde auch. Wählen werde ich aus Mangel an Argumenten mit einer freien Liste zusammen mit meiner 15jährigen Tochter. Scheinbar gibt es da auf einer Liste extrem hübsche junge Männer die man unbedingt wählen sollte ;-). Natürlich werde ich versuchen, wenigstens ein bisschen politische Bildung in die Bilder zu bringen :-).

Die Abstimmungen sind für mich dreimal klar.Wirklich nicht sicher bin ich mir zum Thema Gotthard. Klar ist, die Abstimmungsunterlagen sind nicht „sauber“ – die suggerieren nämlich, dass man für oder gegen eine Sanierung des Tunnels stimmt. Das ist natürlich nicht richtig sondern wurde so zurecht gebogen. Für die Sanierung an sich gibt es keine Alternative, die muss gemacht werden.

Worüber wir eigentlich abstimmen ist, wie während der Sanierung der Verkehr geführt werden soll. Die Alternativen sind alle mehr oder weniger schlecht oder untauglich. Eine zweite Röhre zu bauen erscheint durchaus plausibel, würde sie gleich noch die Sicherheitsmängel die es in der Zwischenzeit in dem Tunnel gibt beheben. Vielleicht könnte man damit auch die Stausituation etwas entschärfen. Da habe ich allerdings nicht so meine Probleme damit. Klar, es gibt viel Stau – aber wir haben vor Jahren ebenfalls als „Volkswille“ beschlossen, dass weniger Verkehr durch unser Land soll. Deshalb bauen wir ja auch eine extrem teure Bahninfrastruktur quer durch die Alpen.

Sollen wir nun wirklich den Autoverkehr danach vereinfachen? Sollen wir noch schmackhafter machen, dass man durch die Schweiz mit dem Auto durchfährt? Ich bin ja selbst davon überzeugt, dass man die Blechlawinen aktuell nicht eindämmen kann.Die von allen gewünschte und ach so tolle Individualität. Scheinbar ist es ja wesentlich erholsamer, nach einer strengen Arbeitswoche ins Auto zu sitzen, in die Ferienwohnung ins Tessin zu fahren, sich über den Stau ärgern – obwohl man so etwa 10 Meter davon selbst verursacht – und am Sonntag dann am Abend wieder nach Hause.Dort noch in aller Eile die Post machen, vielleicht noch mit Kollegen abmachen die man die Woche über nie sieht (und am Wochenende erholt man sich ja auswärts) und am Montag total erholt wieder ins Büro. Für mich tönt das ironisch, aber es wird so bleiben.

Somit haben wir täglich einen Stau am Gotthard. Die Woche durch 10-30 Minuten mit Lastwagen und Autos, an den Wochenenden 10-60 Minuten mit Autos und in der Ferienhochsaisson auch mal drei Stunden. Drei Stunden des Lebens – auf der Fahrt in den Urlaub. Also ich persönlich empfinde die täglichen Aufwände (und da auch die zusätzlichen) für die Fahrt zur Arbeit deutlich belastender als den Urlaub ein paar Stunden später in Angriff zu nehmen.

Leider ist alles oben reine Polemik und löst das Problem „Sanierung“ nicht. Für diese wäre der zweite Tunnel natürlich ein Segen. Danach – hmmm – ich weiss nicht, dass man eine Röhre wieder schliesst macht keinen Sinn. Dass man die Röhren dann richtungsgetrennt einspurig betreibt erhöht die Sicherheit massiv, aber rechtfertigt es die Kosten – eher nicht.

Wenn die zweite Röhre gebaut wird, dann wird der Gotthard in ein paar Jahren zweispurig befahrbar sein. Wie sieht unsere Welt dann aus, gibt es noch freien Personen- oder Warenverkehr, haben wir auf Grund von Krisen bis dahin eventuell sogar gelernt, dass uns übertriebene Mobilität nicht weiter bringt, denken wir wieder lokaler?

Alles Fragen, die ich mir nicht beantworten kann – und die mir wahrscheinlich keiner beantworten kann. Hätte ich eine sehr gute Lösung für die Sanierung gehört (naja, der Zugverlad dürfte dann doch nicht wirklich zielführend sein – wenn auch sicher machbar und voraussichtlich tatsächlich günstiger). Alle über den Pass, nee, lieber auch nicht. An der Grenze umleiten wer nur durchfahren will – sehr verlockend, aber nicht machbar.

Ich tendiere dazu, diesem Bauwerk auch im Sinne einer Arbeitsbeschaffungsmassnahme zuzustimmen. Ich würde darum bitten, dass dort Schweizer und wo möglich echte Flüchtlinge (Personen, bei denen wir selbst nicht wollen, dass die zurückkehren müssen – weil sie schlicht ermordet würden -> diese „Ausländer“ neigen nicht wirklich zu Gewalt sondern eher zu Dankbarkeit) beschäftigt werden. Ebenso sollte der Tunnel aus meiner Sicht nicht mehr in der Vignette (Autobahngebühr einmalig pro Jahr) enthalten sein sondern eine spezielle Gebühr sollte erhoben werden. Gibt es auch in der EU, da würden wir wohl nicht viel Ärger verursachen. Wissend allerdings, dass wir gegen unsere eigenen Vorgaben (die ebenso demokratisch entstanden sind) verstossen damit.

Fazit: Ich sehe irgendwie keine Alterativen. Der Text in den Unterlagen ist nicht korrekt, das finde ich fast schon manipulativ. ……nun gut, irgendwann nächsten Samstag oder Sonntag morgens muss ich mich entscheiden und JA oder NEIN in das Feld schreiben – selten war ich derart hin und her gerissen.

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