Ich bin einer, der etwas „gereizt“ reagiert wenn die Luftfeuchtigkeit in Räumen dauerhaft zu niedrig ist. Das Atmen ist kein Spass mehr und schlafen geht auch nicht mehr allzu gut. Noch heftiger haben in der Vergangenheit da meine Töchter reagiert. Deshalb hatten wir dort schon bald mal Luftbefeuchter in den Zimmern im Einsatz.

Bei uns ist das Leitungswasser zwar sehr hochwertiges Trinkwasser, aber es hat auch sehr viel Kalk darin. Bei Luftbefeuchtern die das Wasser verdampfen verkrustet alles sehr schnell und der Pflegeaufwand ist rasch recht gross. Bei Verneblern ist das im Gerät nicht ganz so schlimm, allerdings setzt sich ein Teil des vernebelten Wassers ja immer auf dem Boden und den Möbeln in der Nähe ab, die Luft kann die Feuchtigkeit gar nicht direkt aufnehmen. Das gibt dann Kalkablagerungen auf Boden und Möbeln – gerade bei den Möbeln keine gute Sache.

Was sich als für uns ideal heraus gestellt hat sind sogenannte Luftwäscher. Die Geräte sind zwar etwas klobig und was das Design angeht auch nicht wirklich der Hit – aber die Funktionalität ist perfekt. Ebenso bleibt der Kalk am Boden des Wassertanks der Geräte einfach liegen (mit ein bisschen chemischer Nachhilfe im Wassertank – also auch diese Luftwäscher sind nicht „wartungsfrei“). Das Beste daran ist aus meiner Sicht aber die Tatsache, dass man sich um die tatsächliche Feuchtigkeit nicht kümmern muss. Man lässt das Gerät während der Heizperiode (oder auch in der Pollenflugzeit….) einfach laufen und gut ist.

Natürlich sind die Geräte nicht so effizient wie Verdampfer und Vernebler, bis sich ein Raumklima eingestellt hat vergehen unter Umständen mehrere Tage und wenn man nach den Ferien alles wieder einschaltet und die Temperaturen im Haus relativ rasch recht stark ansteigen ist das auch nicht schwupps und alles wieder im Lot. Aber es braucht nichts ausser abwarten.

In diesem Jahr konnte ich mich durchsetzen, dass ein solches (im Design etwas schöneres Gerät) Ding auch den Wohnzimmerbereich entstauben und befeuchten soll. Und siehe da, die Temperatur ist immer bei maximal 20 Grad, Reklamationen gibt es keine dank 45-55 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Ohne Befeuchter war es die letzten Jahre auch bei 23 Grad immer mal wieder zu kalt.

Wir verwenden die Geräte von Venta und im Wohnzimmer eines von Stadler Form. Diese unterscheiden sich in der Optik und in der Wartung. Während die Venta-Geräte (welche frech teuer sind – wenn man zum ersten mal ein solches Gerät auspackt fragt man sich schon, wo ist das Geld hin….) das Wasser auch als Filtermedium verwenden und somit ausser ein bisschen chemischen Zusatzstoffen bei hoher Wasserhärte tatsächlich wartungsfrei sind benötigen andere Filtermatten und ähnliche Dinge. Da ist es dann ein bisschen wie bei den Tintenstrahldruckern. Das Gerät selbst ist relativ günstig, der Betrieb teurer und bindet den Kunden an den Hersteller. Ich finde, beide Geräte funktionieren etwa gleich gut.

Etwas ironisch – wir wohnen ja in einem Haus mit Sockelfundament (Baujahr 1921). Im unteren Geschoss ist es deshalb unmöglich, alle Feuchtigkeit des Untergrundes draussen zu halten. Somit Entfeuchten wir massiv im unteren Geschoss die Luft, damit wir dort um die 45-50 Prozent Luftfeuchtigkeit hin kriegen – und im Rest des Hauses befeuchten wir. Da müsste ich mal eine Maschine erfinden welche die Feuchtigkeit vom Keller….aber leider kann ich so was gar nicht.

Fazit: Ich bin der Meinung, dass eine korrekte Luftfeuchtigkeit oft unterschätzt wird was das Wohlbefinden in geschlossenen Räumen angeht. Der Einfluss ist m.E. sehr gross. Althergebrachte Systeme der Verdampfer und später er Vernebler erachte ich als unbrauchbar. Grossmutters Wasserbehälter an der Heizung – ja, der ist eigentlich der Vorläufer aller heutigen Luftreiniger mit Befeuchtung und wäre was die Befeuchtung angeht ideal. Ich habe das Gefühl, die Technologie hat uns hier Dinge zur Verfügung gestellt, welche die Welt nicht braucht. Die ältesten Prinzipien scheinen die besten zu sein. Nebenbei bin ich davon überzeugt, dass man somit in Summe eher Energie sparen kann, das ist aber wirklich schwer zu vergleichen, dazu müssten wir ja erst mal zwei identische Winter haben…..

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