Bald schon müssen wir mal wieder abstimmen. Ein Privileg dass wir Schweizer haben. Immer wieder driften wir allerdings dabei – und dies in der näheren Vergangenheit eher mehr – etwas nach rechts ab. Grosse Wellen hat die „Initiative gegen die Masseneinwanderung“ geworfen, welche mit 50,3 Prozent angenommen wurde. Viele Forderungen darin waren problematisch im Zusammenhang mit der Beziehung zur EU – aus meiner Sicht eine wichtige Beziehung der Schweiz, wirtschaftlich wie kulturell.

50,3 Prozent ist eine Mehrheit – allerdings nicht „das was das Volk will“ so wie es die Initianten immer wieder gebetsmühlenartig runter spulen. Es ist einfach ein ganz kleines bisschen mehr als die Hälfte, die sich an die Urne bemüht haben.

Aber doch ist das Demokratie, das heisst, die Regierung muss in der Frage aktiv werden und Lösungen finden – und da muss ich selbst auch sage, die Taten sind mager, sehr mager. Ich habe gesucht, aber nichts gefunden was man als konkrete Massnahme akzeptieren könnte.

Auf Grund dieser Tatsache müssen wir erneut eine Abstimmung halten – die „Durchsetzungsinitiative“ welche die Regierung dazu zwingt zu handeln. Nicht irgend etwas, sondern genau das was im Initiativtext drin steht.

Ich arbeite recht oft mit deutschen Arbeitskollegen zusammen und stelle fest, deren Meinung ist klar. Die Schweiz ist ausländerfeindlich und wird dies immer mehr. Wenn ich schaue welche Übungen wir machen müssen um mal eine deutsche Fachkraft für ein paar Tage in die Schweiz zu bekommen muss ich leider zugeben – auch ich finde wenige Argumente das zu entkräften.

Nun, aktuell geht es uns gut – wir jammern über den Frankenkurs, über viele andere Dinge und vergessen dabei, dass unser Land in der Aussenwahrnehmung immer mehr zum Exoten avanciert – und zwar zu einem unwirtlichen Exoten den man vielleicht lieber meidet. Ich meine aktuell verfehlen wir die Mischung aus eigener Souveränität und Anpassung an unsere Nachbarn deutlich. Ebenso denke ich, dass daraus in Zukunft keine Vorteile entstehen werden. Ob es sich wirklich nachteilig auswirken wird – ich habe keine zuverlässige Glaskugel, deshalb werde ich mal die Füsse ganz ruhig halten bei dem Thema.

Fazit: Persönlich finde ich es schade, dass Kontakte die ich habe in Deutschland davon überzeugt sind, dass die Schweiz ein fremdenfeindliches, rechtes Land ist und sich die Tendenzen verstärken. Gerade Deutschland hat mit rechtem Gedankengut durchaus ein paar (verständliche) Probleme. Ich würde lieber in einem Land leben, das offen ist und die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit seinen Nachbarn sucht. Ich bin gespannt, ob wir unseren Wohlstand halten können. Obwohl das auch für mich schmerzlich werden könnte wäre es trotzdem interessant zu sehen was passiert, wenn es nicht so raus kommt….