Fast jeder redet heute von Cloud-Diensten – auch hier kann man den Durchbruch wohl Apple verdanken mit ihrer iCloud welche man mehr oder weniger „aus Versehen“ benutzt und die auch gut funktioniert. Weitere solche Dienste werden von den ganz grossen Mitspielern Google und Microsoft angeboten. Welches hier die bessere Lösung ist, ist individuell und soll auch nicht Thema sein. Ebenfalls gibt es – meines Erachtens völlig unnötigerweise – auch noch viele Cloud-Dienste von Internetanbieter wie zum Beispiel Quickline (bei uns über Intergga).

Kurzer Exkurs – diese Cloud-Dienste bei den lokalen Anbietern erachte ich als unnötig, da ich mich in diesem Bereich nie auf einen kleinen lokalen Anbieter verlassen würde, wer weiss wie lange solche Firmen mit den Angeboten bestehen können (da war ich auch schon „Opfer“ bei Wuala und bei Bitcasa….). Ebenso sind diese Angebote zumindest bei uns gekoppelt an den Internetanschluss, auch dort kann der Anbieter wechseln (erst gerade geschehen..) und dann sind Datenmigrationen und e-Mail Wechsel nötig. Aus meiner Sicht sind diese Zusatzleistungen somit nicht effizient und absolut unnötig, wer Cloud Dienste will oder braucht soll die grossen Anbieter nutzen. Ich bin auch der Meinung, dass die Daten da nicht wesentlich unsicherer verwahrt sind.

Zurück zum Thema, alle solchen Cloud-Dienste erhalten die Daten übers Internet und da reden wir von der Leistung des Internetanschlusses beim Upload – also wie schnell kann ich Daten von mir zu dem Anbieter transferieren. Klassisches Internetsurfen „früher“ war umgekehrt, da kamen immer die grossen Datenmengen auf meine Geräte runter (download). In dieser Zeit haben sich Anschlüsse etabliert, welche in etwa die zehnfache Leistung im Download wie beim Upload hatten. Das war zu Zeiten des gewöhnlichen Surfens sogar noch grosszügig, auch ein zwanzigstel an Upload hätte wohl genügt. Oft wurde das Internet da auch noch über die Telefoninfrastruktur geliefert, ein Standard da war ADSL – dieser Standard hält schon im Namen bereit (asymmetrical) dass Download und Upload unterschiedlich sind.

Nun sollen aber meine Bilder über iCloud und die vom Fotoapparat in den Cloud-Backup übertragen werden. Oder ich will meine Präsentation gleich dort bearbeiten. Dabei werden sehr grosse Datenmengen auf die Computer in der Cloud geladen. Das frühere Verhältnis 1:10 passt bei uns schon lange nicht mehr. Selbst wenn es noch passen würde wäre der Grund eher der, dass auch die Downloads durch online Musik, Fernseher usw. massiv angestiegen sind.

Technisch ist das grundsätzlich nicht unmöglich (die Kabelstandards DOCSIS 3.0 mit 200Mbit down (EURODOCsis) und 108 Mbit up, DOCSIS 3.1 mit 10Gbit down und 1Gbit up geben genügend Leistung her), dieses Verhältnis zu verändern. Ich glaube allerdings, dass einige Geräte in der Vergangenheit wirklich so gebaut wurden und von den Providern an die Kunden ausgeliefert. Auch da gibt es Lösungen, UPC in der Schweiz zum Beispiel hat zu vernünftigen Preisen jetzt ein 250 Mbit Abo (download) in 1:10 was sehr vernünftige Uploads (25 Mbit) ergibt. Andere wie unser Anbieter bundelt lieber irgend welche Zusatzleistungen wie Cloud oder ein vollständig kastriertes Mobile-Abo in die Produkte anstelle von Internetbandbreiten welche die heutige Situation der Kunden besser widerspiegelt. Mein Swisscom-Handy erreicht bei mir zu Hause einen Upload von gut 30 Mbit – ist als sechsmal schneller als meine Heimanschluss. Leider ist das ein Geschäftsabo und ich kann darüber nicht für solche Zwecke verfügen.

Einige Anbieter bieten für mich vollkommen unverständlich symetrische Leitungen an (also gleichviel download wie upload) sobald Glasfasernetzwerke zur Verfügung stehen – meist sind diese Anschlüsse noch nicht mal teurer. Ein solcher Ausbau dauert aber, deshalb muss auch auf den bestehenden, meist wahrscheinlich leider hoffnungslos überbuchten Kabelinfrastrukturen etwas gehen. Geschicktere Aufteilung/Verteilung oder teilweise eventuell Modernisierungen könnten Abhilfe schaffen. Ich bin mir sicher, dass in naher Zukunft Gemeinden auf politischer Ebene in dem Bereich gefordert werden (geschieht in unserer Region auch gerade) und ich hoffe, dass die gut beraten werden und sich nicht auf Strukturen aufbauen, welche seit Jahrzehnten bestehen, die Welt hat sich auch im Datenbereich geändert, hört da auf junge Leute und auf Spezialisten. Sobald sich eine Meinung in der Computertechnik etabliert hat, kann man diese als veraltet vergessen, die wird keinen Fortschritt mehr bringen können……

Fazit: Provider sollten sich langsam überlegen an Stelle weiterer  – aus meiner Sicht unnötger – Zusatzleistungen wie Mobil-Telefon-Abos, Cloud Lösungen usw. sich wieder auf die Kernkompetenz zu konzentrieren, nämlich die „Lieferung“ von Zugängen zum Internet die für den Kunden nutzbringend sind. Je länger je mehr benötigt man dazu grössere Bandbreiten. Im Download sehe ich mit 50 Mbit für eine 4-köpfige Familie keinerlei Einschränkungen im Moment, die 5 Mbit Upload sind aber wirklich mühsam wenn man mit Cloud-Anbietern zusammen arbeiten will. Nebenbei, diese Beschränkung wäre ja sogar da, wenn man die Cloud-Dienste des Internetproviders benutzen würde….

 

 

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