…ein Blick zurück. Vor etwa einem Jahr hat mein neuer Job „richtig“ begonnen. Was heisst richtig begonnen, die Einsätze bei den Kunden wurden intensiver und es standen so langsam auch mal echte Entscheidungen an.

Ich habe mich für eine Arbeitsstelle entschieden, welche Abwechslung bietet. Das Arbeitsfeld selbst ist sehr ähnlich zu denen vorher, aber dass ich nicht mehr dort wo ich angestellt bin arbeite war neu (wobei ich das in jüngeren Jahren schon einmal als Netzwerk-Engineer gemacht hatte). Ebenso neu war die Einbindung in einen internationalen Konzern – dies hat sich aber doch eher als „intereuropäisch“ oder gar als D-CH Konzern erwiesen. Die internationalen Elemente kommen dann doch eher als Schwerfälligkeiten denn als Vorteile rüber.

Eines hat bisher nicht wirklich gut geklappt, die Abwechslung. Da ich sehr viel meiner Zeit bei ein und demselben Kunden verbracht habe in dem Jahr war da nicht viel los mit Abwechslung. Um die negativen Seiten auch gleich abzuschliessen würde ich noch sagen, dass tägliches Pendeln nach Zürich doch eher anstrengend ist. Das habe ich aber bereits mit der Anstellung in Kauf genommen (oder ich musste zumindest davon ausgehen).

Sehr positiv waren dann viele andere Erfahrungen. Als Projektleiter konnte ich einen fast idealen Einstieg erleben – nämlich mit einem Projekt in dem schon so viel falsch war dass ich fast keine gröberen Fehler mehr machen konnte. Tönt komisch, ich empfand das aber tatsächlich als gelungenen Einstieg – sowohl in der „innigen“ Beziehung und Diskussion mit dem Kunden wie auch gegenüber den firmeninternen Ressourcen. Nie ist ein Einstieg schneller zu bewältigen als in der Krise.

So gesehen verlief der Rest des Jahres fast schon in Harmonie, wenn gleich nicht immer alle derselben Meinung waren. Wären immer alle derselben Meinung, sähe ich zwei Probleme. Die Lösungen würden nicht hinterfragt und wären deshalb unter Umständen nicht optimal – und schlimmer, meine Funktion als Projektleiter würde unter Umständen fast obsolet werden.

Durch meine durchaus noch vorhandenen technischen Kenntnisse hatte ich auf einer Seite deutliche Vorteile in den Projekten da ich wusste, wovon die Leute reden. Andererseits habe ich mich auch dazu hinreissen lassen, bei technischen Arbeiten mit zu wirken (das habe ich schon einmal thematisiert). Das ist als Projektleiter erstens falsch und zweitens gegenüber denen die diesen und keinen anderen Auftrag haben nicht immer fair. Grundsätzlich bin ich aber weiterhin der Meinung, dass Verständnis der Materie einem PL immer hilfreich sein kann – wenn er das richtig und korrekt dosiert einsetzt.

Da wir alle leistungsabhängige (allerdings wird die „Leistung“ mittels sehr einfacher Indikatoren, nämlich schlicht der persönlichen Auslastung, ermittelt) Gehälter beziehen kam zweimal in dem Jahr die Herausforderung an mich, dass diese in die Zukunft blickend nicht gut ausgesehen hat. Das war eine neue Herausforderung für mich, weil ohne Auslastung wäre ich mit meinem Gehalt sehr schnell sehr unglücklich. Da ich das nie allein in meiner Hand habe, war dies die eigentlich am stärksten belastende Herausforderun.

Fazit: Es war ein für mich gutes  Jahr in dem ich einiges lernen durfte und einiges von dem, was ich früher schon gelernt hatte einsetzen konnte. Die etwas fehlende Abwechslung ist sicherlich ein Punkt, über den ich nicht positiv berichten kann – allerdings scheinen sich auch da die Dinge zu verändern. Etwas schwierig war für mich die Auslastungsituation, dieser Herausforderung musste ich mich bisher nicht stellen.

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