Immer mehr hört man, dass Weihnachten mehr und mehr zur „Kommerz Veranstaltung“ verkommt. Wenn man kurz vor Weihnachten durch die Städte geht kommt man nicht umhin, daran sogar zu glauben. Überall viel Hektik, Menschen die „DAS“ Geschenk für irgend wen noch nicht gefunden haben oder noch besser noch keine vernünftigen Plan haben, was sie schenken möchten.

Klar, es ist extrem viel um Weihnachten herum entstanden, was absolut nur mit Kommerz zu tun hat und was mit der christlichen Feier an sich herzlich wenig zu tun hat. Trotz allem erachte ich das in gewissem Masse nicht als verwerflich. Einem anderen Menschen Geschenke zu überreichen ist etwas schönes und etwas feierliches, was man durchaus im Rahmen solcher Feierlichkeiten machen kann.

Wahrscheinlich geht bei vielen  – und zu diesen vielen gehöre ich wohl dazu – der eigentlich Kern der Feier etwas in Vergangenheit. Auch verschmerzbar aus meiner Sicht, sich etwas schenken kann nicht verkehrt sein und hat mit Nächstenliebe absolut etwas zu tun. Ich wüsste auf jeden Fall nicht, wann ich zum letzten Mal jemandem was geschenkt hätte, den ich nicht mag.

Genau da liegt aber wohl auch einer der grössten Diskussionspunkte. Soll man nur solche beschenkten die man mag, solche, die man so oder so schon das ganze Jahr über vielleicht mal mit Geschenken oder Einladungen beglückt oder wäre genau Weihnachten der Moment, an dem man an alle anderen Denken sollte?

Vielleicht sollte man – wenn man das aber ganz noch „Jedä Rappä zellt“ (Spendensammelaktion des CH-Radiosenders SRF 3 vor Weihnachten) kurz vor Weihnachten mal eben macht hat man wohl auch nicht mehr als sein schlechtes Gewissen beruhigt. Spenden wie auch Schenken (…der Unterschied erscheint mir da gar nicht so gross…) ist etwas, was das ganze Jahr über passieren kann. Ob dies nun grosse Geschenke im Sinne von Gefühlen oder finanziellem Aufwand sind ist für mich gar kein so grosser Unterschied – wenn der der gibt das gerne tut.

Zu oft aber wird heute einfach geschenkt und geschenkt bis der Tannenbaum hinter den Geschenken gar nicht mehr sichtbar ist. Was übrig bleibt ist immer ein Berg an Abfall  – und sehr oft ein Berg an Dingen, die der Beschenkte so gar nicht wollte oder mit denen er nichts anfangen kann. Heute kommt noch „Ramsch“ dazu, also Geschenke von billigster Machart welche den Heilig Abend oft gar nicht unbeschadet überstehen.

Fazit: Beschenken im Mass ist immer eine gute Sache. Im Übermass ist Geschenke machen wie so vieles nicht korrekt. Wenn jemand schon sonst nicht auf die Idee kommt mal etwas zu schenken sei Weihnachten, für den ist Weihnachten ein perfekter, fast nicht verpassbarer fixer Termin im Jahr. Geschenkte können keine Probleme lösen und habe nicht wirklich viel mit Weihnachten zu tun – deshalb ja, Weihnachten ist zur Kommerz Veranstaltung verkommen. Im richtige Mass und für die „richtigen“ Personen finde ich das aber auch ok so. Dem Glauben und dem Kern von Weihnachten geht dadurch nichts verloren…

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