Smartvote – sehr cool, passt perfekt für mich…

In sechs Wochen sind wieder Wahlen, ich habe da eine klare Meinung zum Thema ob man da teilnehmen soll oder nicht. Ich werde auf jeden Fall teilnehmen. Um allerdings zu Wissen wen oder welche Liste ich dabei einwerfen soll habe ich mir Hilfe geholt bei Smartvote (www.smartvote.ch). Grundsätzlich beschäftige ich mich ja schon immer mal wieder mit Parteiprogrammen, trotzdem wäre es natürlich vermessen zu sagen ich wisse wer für was einsteht. Klar, die Grünen schauen für die Natur und die FDP nicht – oder so, aber es gibt doch viele Nuancen und sehr viele politische Herausforderungen welchen nicht so generell beantwortet werden können.

Es bleibt also im Prinzip nichts anderes übrig als die Parteipropaganda zu lesen, eventuelle Wahlsendungen anzuschauen usw.. Trotz allem bleibt dabei immer der Punkt offen – was macht die Partei bei den Fragen, die eben gerade NICHT in die Propaganda eingeflossen sind? Im Prinzip ist das fast die interessantere Frage – was die Parteien in den Kernthemen vorhaben ist ja zum Teil sehr plakativ ersichtlich, aber halt leider oft nicht mehr.

Ich habe mich also an smartvote versucht – 75 Frage habe ich zu beantworten gehabt (das dauerte bei mir jetzt gut 10 Minuten) und konnte dann für alle anstehenden Wahlen mir die Leute (Ständerat) oder Listen (Nationalrat – hier auch Personen möglich was natürlich auf Grund des Wahlverfahrens wichtig sein kann) anzeigen lassen. Diese Politiker haben die Fragen auch beantwortet und somit gibt es Treffer oder eben nicht.

Ich kann das recht schlecht überprüfen – für mich war einzig eines klar, ich wäre recht glücklich wenn bei mir nach den 75 Fragen keine „rechten“ Parteien ganz oben stehen würden, sonst müsste ich ins Detail. Aber ich hatte „Glück“. Die Resultate haben für mich eigentlich gepasst (EVP, GLP, BDP und JCVP auf den ersten vier Rängen). In etwa so hätte ich so oder so eingeworfen. Wahrscheinlich hätte ich die EVP nicht bevorzugt sondern die GLP – was aber ein Detail ist (64% zu 62% Übereinstimmung).

Eher überrascht war ich von den hinteren Plätzen die für mich ausgeworfen wurden. Auf dem zweit- und drittletzen Platz waren die nicht überraschenden SVP Listen (SVP mit 48%, SVP International (hier frage ich mich, ob das nicht per se ein Widerspruch ist) mit 50%). Auf dem aller letzten Platz allerdings liegt die FDP mit nur 44% Übereinstimmung und knapp noch vor der SVP liegen die Grünen mit 51%. Scheinbar mag ich die Partei ideologisch, nicht aber in deren tatsächlicher Denk- und Handlungsweise.

Alle anderen in der Mitte sind nicht überraschend – wie gesagt. Grundsätzlich hätte ich gedacht, bei mir liege die SP vor der CVP was aber deutlich (7% Abstand) nicht richtig scheint.

Fazit: Man wird durch Smartvote kein Politprofi. Wer aber seinen Pflichten als CH-Bürger (und somit seinem Privileg der Selbstbestimmung) nachkommen möchte ohne viel Aufwand zu betreiben, für den ist das Tool aus meiner Sicht ein absoluter Hit. Kurz sich zu den Themen etwas überlegen, Zettel ausfüllen und abschicken oder vorbei gehen. Ich möchte alle Wahl- und Abstimmungsmuffel wirklich ermutigen, auf diese Weise eine gute Lösung zu finden und an den Wahlen teilzunehmen. Nur bei hohem Stimmenanteil kann man am Ende auch mit gutem Gewissen von einem „Volkswillen“ reden.

4 Comments

  1. Schon viel darüber gehört, noch nie ausprobiert… wirklich spannend. Mal auf die Schnelle die 75 Fragen bei den NR beantwortet. Gab auch für mich keine grossen Überraschungen bei den Favoriten, jedoch fand ich gewisse Parteien und Kandidaten (vor allem bestehende Amtsinhaber/innen) viel weiter hinten als ich es angenommen hätte.

    Nun, entweder haben diese Ihre politische (oder halt die „propagandistische“) Richtung geändert oder ich die Meinige. Diese hat sich allerdings in den letzten Jahren nur geringfügig geändert. Somit bleibt, trotz der sehr guten Hilfestellung durch smartvote, auch diesmal die Nachlese bei meinen Favoriten ein fester Bestandteil meiner Entscheidungsfindung.

    Danke für den Beitrag, hätte wohl sonst smartvote nicht wirklich genutzt.

    1. Hi Serge – ja, für all diejenigen die sich so oder so ein bisschen mit der Sache befassen ist der Nutzen beschränkt. Für „politikfaule“ fände ich das ganz toll…..

      1. Hi Günter. Vielleicht habe ich meinen Kommentar zu wenig klar verfasst. Ich finde den Nutzen sehr gut, auch für solche wie mich, die sich mit der Sache befassen. Denn auch wir sind bis zu einem gewissen Grad „Gewohnheitswähler“, welche Tendenzen zu Kandidaten und Parteien entwickeln und etablieren. Mich hat es dazu bewogen, gewisse Kandidaten, bei welchen ich mir eher sicher war, nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen.

        Dein Beitrag hier hat mich eh zum nachdenken bewogen und ich werde die Empfehlung smartvote zu benutzen auf anderen „Kanälen“ noch weiter streuen. Ich habe in meinem engeren Kreis viele, echte Gewohnheitswähler, welche einfach die Liste Ihrer seit vielen Jahren bevorzugten Partei einreichen. Genau diese sollten sich doch mal intensiv mit diesen Fragen auseinander setzten und ich denke mir es werden so einige eine grosse Überraschung erleben… 🙂

        Bis dannwann im Wählerkreis… 😉

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