Einem meiner Lieblingspolitiker (Christpoh Mörgeli, SVP) wurde der Facebook Account gesperrt. Ein total aus dem Umfeld gerissenes Bild zum Thema Flüchtlingsströme ( http://www.blick.ch/news/ausland/die-traurige-geschichte-hinter-diesem-bild-moergelis-spott-fuer-die-fluechtlinge-id4111923.html ) könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

UPDATE: Bevor dieser Artikel veröffentlicht wurde ist das Profil wieder frei geschalten worden. Somit ist die PR Kampagne eigentlich entlarvt, zuerst Blödsinn posten, danach eine Sperrung provozieren und wieder aufheben lassen – dreimal in der Presse mit minimalem Aufwand. Es herrscht Wahlkampf, gut gemacht.

Nun entbrennt die Diskussion über die Meinungsfreiheit in der Schweiz – na gut, vielleicht wird da am Ende nicht viel brennen sondern lediglich ein bisschen vor sich glühen, trotzdem finde ich den Ansatz falsch.

Soziale Medien Plattformen sind privatwirtschaftliche Unternehmen welche dem Benutzer ein Medium zur Verfügung stellen um Meinungen kund zu tun. Allgemeine Geschäftsbedingungen regeln dabei, was erlaubt ist und was nicht. Im Falle von Facebook bedeutet das ganz kurz gefasst, wenn wir wollen schliessen wir Deinen Account ohne genauere Angabe von Gründen.

Davor müssen allerdings andere Mitglieder eine verpetzen, müssen Posts an Facebook melden welche dann überprüft werden. Das heisst, in erster Linie scheint sich nicht Facebook sondern eine ganze Reihe von Leuten die dem Account folgen gestört zu haben. Meinungsfreiheit hat zwei Seiten – einerseits darf man sagen was man will (was ja auch nicht stimmt, ein paar Gesetze regeln auch da was eine nicht erlaubt Beleidigung darstellt – zum Beispiel) – andererseits dürfen andere das doof finden.

Nun ist wohl genau das passiert. Wenn man als eines der Lebensziele das Polarisieren definiert hat muss man damit rechnen, dass die Facebook-Freunde die man ansammelt teilweise alles andere als Freunde sind. Vielleicht ein paar politische Gegner die genau auf diesen Moment warten. Also hat einer gepetzt und Facebook hat bestimmt, dass zu recht reklamiert wurde und hat gemäss den AGB (die halt tatsächlich fast alles zulassen…) gehandelt. Eine Einschränkung der Meinungsfreiheit sehe ich hier nicht wirklich.

Ich war so oder so überrascht, dass es scheinbar diesmal keine politisch motivierte Kampagne ist wie bei allen anderen Dingen in letzter Zeit sondern „nur“ ein Einschnitt in die Meinungsfreiheit.

Ich würde sagen, alle diese Meinungen könnten von ihm problemlos via die Weltwoche verbreitet werden (hätten die wohl das Bild so gedruckt???) und haben tatsächlich nichts auf Facebook zu suchen. Es gibt mehr als genügend Plattformen welche die Meinungsfreiheit vollständig respektieren – Flugblätter (heute würden natürlich fast sicher die Reinigungskosten verrechnet würde man so etwas machen), Plakate, sich hin stellen usw. Ich denke, ein solches Plakat wäre auch abgerissen worden.

Fazit: Ob die Sperrung wirklich notwendig war – keine Ahnung. Ist tatsächlich auch egal, weil die Welt (zumindest meine) hat sich für mich ohne Einschränkungen weiter gedreht. Die Nutzung von Social Media Plattformen als politisches Sprachrohr finde ich schwierig, muss aber möglich sein – für soviel Freiheit würde ich dann auch wieder einstehen. Wenn man sich auf Kosten anderer in schwierigen Zeiten lustig macht  kann man Pech haben – wie geschehen. Ich bin der Meinung, Facebook funktioniert hier richtig, ich unterstütze das Vorgehen (nebenbei: Politiker sind immer mal wieder Opfer von „Angriffen“, die SP kann davon das längste Lied singen, schon mehrfach wurden da Exponenten gesperrt…..alles natürlich weniger gravierend als der Fall jetzt).

Werbeanzeigen