Zum ersten Mal im Leben habe ich mich an einen Strand in Deutschland gelegt (mit Jeans und Pullover auf Sylt…Strandmode halt ;-)). In meiner Wahrnehmung ist Deutschland ein Land mit Hügeln und Bergen (nahe bei uns im Süden ist das halt so) und danach kommt flacheres Land mit vielen freien Flächen. Dass das allerdings am Meer endet und dass Deutschland über fast 2500km Küstenlinie zu bieten hat, das blieb mir irgend wie verborgen (die Berechnung der Küstenlinie ist sehr unterschiedlich, ich habe da verschiedenste Werte gefunden, die oben genannte Zahl ist ein gerundeter Durchschnitt der gefundenen Werte).

Nun, tatsächlich ist ein Deutscher Strand (wen erstaunt das…) genau so wie jeder andere Strand auf der Welt. Natürlich hat es keine Palmen, die hat es aber am Mittelmeer meist auch nicht, aber für sich gesehen schöne Strände mit schönem Meer – und Wind. Ebenso ist das Wasser für meine Verhältnisse natürlich weit weg von Badewasser was die Temperatur angeht, auch in einem für dortige Verhältnisse guten Sommer wäre das nicht anders.

Auf Mallorca ist man manchmal etwas genervt von zu lauten, meist betrunkenen Deutschen (dies gilt in gleichem Mass für Engländer und natürlich auch für Schweizer, nur davon gibt es halt einfach weniger, nur deshalb nervt es weniger…) am Strand die nicht mehr wissen, wie blöd man tun kann. Davon ist man weit entfernt, an den Deutschen Stränden sind die Deutschen zu Hause und geniessen die ruhige Zeit, was gut so ist. Zum Sauffen geht ganz Europa nach Mallorca oder Ibiza……..

Trotzdem fehlt irgend etwas von der Strandstimmung – die afrikanischen Strandverkäufer mit ihren Fernost-Billigkopien von Markenartikeln vielleicht. Eventuell auch, dass alle eine Sprache sprechen die ich verstehe irritiert ein wenig. Im Vergleich zu Italien fehlen auf jeden Fall die einheimischen Familien, welche in einem Kreis von etwa 10 Meter Durchmesser den Strand belagern von Urenkel bis Uropa und dabei einen riesen Radau veranstalten (ich frage mich bei italienischen solchen Gruppen immer mal wieder, ob es überhaupt jemanden interessiert was andere erzählen, weil für mich sieht das immer so aus, als gäbe es nur Sender für die Informationen….).

Grundsätzlich war der von uns „inspizierte“ Strand auf Sylt einer der wohl am meisten bevölkerten (direkt beim bekannten Sansibar gelegen) und doch war es ruhig und beschaulich. Ok, das Wetter hat wohl einige zu anderen Aktivitäten hin getrieben, aber trotzdem, ich glaube nicht dass da ein richtiger Rummel losgehen würde – was positiv ist.

Ein letzter Vergleich – sehr angenehm ist, dass nicht hinter jedem Gebüsch Papiertaschentücher liegen (wir Mànner können das auch ohne Taschentücher liegen zu lassen) oder Abfall deponiert wird, wie ich das in Frankreich als normal erachte (auf den französischen Inseln noch schlimmer….).

Fazit: Deutschland und Strand war für mich neu, passt aber ganz gut in mein Bild des guten Lebens. Ein wenig mehr Emotion und viel mehr Wärme und das wären unter Umständen Traumzustände.

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