Ein Beispiel wie Versprechen gehalten werden im Business

Ich habe mich bereits schon einmal zur InterGGA geäussert und erklärt, dass ich meine die haben das Projekt „Providerwechsel“ doch ziemlich heftig in den Sand gesetzt – obwohl es zumindest für mich nie zu technischen Problemen gekommen ist. Die mediale Präsenz allerdings war sehr gross und es war äusserst interessant, diesen Schlagabtausch ein wenig zu verfolgen.

Auch ich habe im letzten Jahr Mitteilungen erhalten (bin mir nicht mehr ganz sicher, ich glaube aber die waren schön in Hochglanz gedruckt…) mit dem Versprechen, dass jeder Nutzer mindestens das erhält was er bereits hat und die aller meisten mehr. Nun gut, das hat schon mal ganz vernünftig geklungen für den Start. Preise hat man dort dann auch mal gesehen und tatsächlich, niedrigerer Preis – weit mehr Leistung. Aber weit gefehlt, in einer ersten Phase hatte man leider vergessen, dass es sich dabei um Promo-Preise für 3 oder 6 Monate handelt. 50% war der gewährte Rabatt – bei 100% sah die Welt dann doch wieder etwas anders aus.

Seit dem Tag gab es gefühlte 100 Rechtfertigungen der InterGGA zu diesem Thema weil sie doch so enorm für ihre Kundschaft geschaut haben und die günstigsten Abos verfügbar bleiben und erst noch mehr leisten. Schon wieder ein Versprechen gehalten? Ja, kann man so sagen, das aller günstigste Abo (in der Zwischenzeit nicht mehr bestellbar) hat tatsächlich mehr gebracht als zuvor – nahezu gleiche Leistung, aber keine Volumenbegrenzung mehr. Bei allen anderen Abos – Fehlanzeige. Durch die Integration von Fernsehen in die Kombi Pakete war auch ich gezwungen, ein Fernsehpaket inklusive set-top Box mit zu abonnieren.

Gut, das stimmt so nicht, ich hätte auch wie bisher nur Internet und Telefon haben können, das kostet bei dem Provider aber genau gleich viel (CHF 70.–) wie mit Fernsehen. Jetzt mal zum Versprechen alle erhalten gleich viel oder mehr….

Vorher: CHF 69.90, Telefon beim gleichen Provider flat, ansonsten ein Tarif der mir egal war, wir haben nie mehr als CHF 5 oder so bezahlt für Gespräche (weil wir untereinander mit den Handys auch ohne weitere Kosten telefonieren können) und Internet Flat (fair use – habe ich nie überschritten) mit 100/7 Mbit.

Jetzt: CHF 70.– (nach der Promo), Telefon flat in alle Netze, Fernsehen mit Set-top Box mit dabei und 50/5 Mbit Internet. Wenn man das jetzt so zusammen rechnet ist das in der Tat das bessere Angebot. Nur ist es schlicht für mich – und über längere Zeit bin ich überzeugt werden es immer mehr werden – nicht passend und auch nicht passend zu machen.

Was ist jetzt mit dem Versprechen? Ja, ich habe mehr erhalten. Allerdings ist das in etwa so wie wenn ich früher beim Metzger ein Kilo Rindfleisch erhalten habe und heute kriege ich 500 Gramm Rindfleisch, 400 Gramm Tofu und noch 200 Gramm Poulet – ist mehr, definitiv, nur wollte ich ja Rindfleisch und weder Tofu noch Poulet.

Aus meiner Sicht habe ich für genau dasselbe Geld (sind wir mal gnädig mit den 10 Rappen die es früher günstiger war) mehr erhalten, aber weniger von dem ich eigentlich wollte – nämlich anstatt 100 Mbit download und 7 Mbit upload (jeder der Sicherungen zum Beispiel auch von Bildern in die Cloud speichert weiss, dass auch der Upload ein wichtiger Wert ist) erhalte ich 50/5 – beim download als die Hälfte! Versprechen gehalten – doch eher nicht.

Anmerkung: Beim ehemaligen Provider gibt es neu für 69.90 150/10 – also das dreifache und das doppelte…..

Ist das aber alles auch relevant oder wichtig? Irgendein sich wehrender Politiker hat in der Zeitung geschrieben, dass sich das „neue Internet“ bei ihm zu Hause trotz niedriger Werte „subjektiv schneller“ anfühlt. Kann sein, ja, da würde ich sogar sagen er könnte recht haben, das kann ich auch nachvollziehen. Offensichtlich sind die Latenzen beim neuen Provider kleiner als zuvor. Aber: Apple Updates, Microsoft Updates, Filme runter laden – alles das dauert tatsächlich einfach länger. Viele der Daten liefernden Server sind heute in der Lage, mehr als 50Mbit zu mir nach Hause zu liefern. Für Kritiker vorne weg – ja, auch ich habe am WLAN noch Geräte, die nicht mal im internen Netzwerk 50 Mbit übertragen können geschweige denn vom Internet kommend.

Fazit: Egal wie oft irgendwelche Präsidenten oder Chefs der Firma noch beteuern dass alles besser wurde, es stimmt nach Fakten nicht zwingend. Auch Fakten sind manchmal nicht ganz eindeutig oder nicht für jeden Menschen gleich. Bei mir haben Sie das Versprechen nicht eingelöst, ich habe für gleich viel weniger von dem ich wollte. Ich hätte es extrem sympathisch gefunden, wenn man sich mal so richtig hin gestellt hätte und die Dinge beim Namen genannt hätte. In der Defensive in die man sich hat drängen lassen war das Verhalten ähnlich schwach wie bei der Lancierung. Somit ist der Kreis geschlossen – und ich habe keine echte Alternative weil die absoluten Preise äusserst konkurrenzfähig geblieben sind. Und für die mit den Einsteigerabos hat es sich ja echt gelohnt, in der Zwischenzeit schreibt InterGGA auch immer davon, dass es sich für „viele“ gelohnt habe.

3 Comments

  1. Reden wir Klartext: Um im vergleichbaren, etwas Mehrkosten kann man seinen Kunden immer zumuten, Kostenrahmen zu bleiben, muss man „All-in-One Bronze“ abschliessen. Die Privaten Sender in HD abonniert man zusätzlich per Pay-TV. Hat man mehrere TV im Haushalt, heisst das mehrere Pay-TV Abos. Man merkt etwas Mehrkosten, kann mehr Kosten. Nun von Kosten zur Leistung. Die Internet-Leistung ist schlicht halbiert, der Technische Support hat keine Ahnung von was er redet und verweist auf den 2nd-Level. Dieser sagt, man hätte die Anfrage schon häufig erhalten, doch der CTO hätte abgewunken, „die GL wolle nicht“. Ach ja die Anfrage war, der Kunde möchte den zugesendeten Zwangs-Router als Bridge betreiben und gerne auf den vor-konfektionierten DHCP ins eigene Netz verzichten. (Hinter dem Modem sag ich was auf meinem Netz Gesetz ist (oder ev. ein Hacker) und nicht der Provider. Es seid den, er übernimmt die rechtliche Verantwortung. Die er sich aber in den AGB wegbedingt. Gratis Tipp: lest mal die AGB für die InterGGA/Quickline Cloud (da können Google, Facebook, et al. noch lernen…)) Aber zurück: nach der Portierung des Telefon (d.h. ca. drei Wochen nach dem Support-Telefon-Erlebnis) und der Inbetriebnahme des Routers, verhält sich dieser wie eine Bridge. (…) In der Schule hiess sowas, Leistung mangelhaft. Man könnte auch sagen, die rechte weiss nicht was die linke Hand tut.
    Aber eben, wer alternativlos das Monopol besitzt, braucht keine Kunden, er hat ja Abnehmer (zumindest vorübergehend) für seine Hochglanz Broschüren, die es in einem Monopol nicht mal brauchen würde. Dies ist aber vielleicht schon zu hoch für Advanced Beginners einer GL…
    Oder frei nach Steff La Cheffe https://www.youtube.com/watch?v=n5YhjiupY08

    1. Vielen Dank für die zwei hier abgegebenen Kommentare. Sehr spannend aus meiner Sicht ist hier, dass es eigentlich egal ist auf was man am meisten Wert legt – ob Internet, Fernsehen oder Kundendienst – alle Themen haben ihre Nachteile gegenüber früher. Einzig scheinbar unbestrittene Funktion ist das Festnetztelefon – wo natürlich die Anforderungen auch enorm sind 🙂 -> und ich spreche jetzt nur von der Funktion, die Portierung vom vorherigen Anbieter hat ja auch nicht wirklich für alle reibungslos geklappt – aber da hat InterGGA ja auch bereits klar gestellt dass es ihnen zwar leid tut, aber grundsätzlich sie nichts dafür können sondern der Kunde ganz allein schuld war…

      Zweites Fazit: Zum Glück sind die angebotenen Leistungen wirklich günstig – auch im landesweiten Vergleich. Ebenso stehe ich dazu, dass ich InterGGA nicht mochte…wieso auch immer. Und ja, das Lesen der InterGGA AGB sind in der Tat spannend zu lesen… 🙂

  2. Da muss ich jetzt ebenfalls etwas dazu loswerden, denn Du sprichst mir aus der Seele. ganz Deinem Fazit entsprechend nennen wir die Dinge beim Namen. InterGGA hat sich dem Quickline Verbund angeschlossen. Ich als bekennender Fernseh-Junkie, muss seither auf einige englische Sender verzichten, ausser ich kaufe die entsprechenden Pakete. Also nix mit mehr Leistung, ganz im Gegenteil. Auch die Übertragungsqualität einiger digitalen Sender wurde schlechter (ruckeln) Nach Überprüfung durch den Fachmann müsste nun die ganze Hausverkabelung inkl. Gebäudeverstärker ersetzt werden. Kommt für den Inhaber (ich wohne in einer Mietwohnung) nicht in Frage. Lapidarer Kommentar seitens Quickline: Kaufen sie sich einen neunen Fernseher, wahrscheinlich kommt Ihrer mit der neuen Signalstärke nicht klar. Mein Fernseher ist sechs Jahre alt und gut in Schuss. Ja, ich weiss, heute entspricht ein sechs Jahre alter Fernseher in etwa dem ersten Silberpfeil in einem heutigen F1 Rennen. Trotzdem, lausige Antwort. Als Internet Provider habe ich zum Glück jemand anderen.

    Mein Fazit: Ich habe gerade kürzlich in Binningen einen Fernseher programmiert und den Internetanschluss eingerichtet. Sowas von problemlos. Es sollten sich noch einige Gemeinden, so wie Binningen, von der InterGGA, bzw. Quickline lösen. Binningen hat sich der GGA Pratteln angeschlossen und arbeitet weiterhin mit breitband.ch. Ich weiss, Du bist nicht der grosse Improware Fan, lieber Günter, aber der Service da war tadellos, die Angebote stimmen und auch die Senderauswahl beim Fernsehen übertrifft das ursprüngliche InterGGA Angebot vor dem Wechsel.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s