Ich bin ein grosser Fan der Kluftinger Krimiserie aus dem Allgäu (http://www.kommissar-kluftinger.de/) . Ohne viel zu verraten, es handelt sich um „normale“ Ferienkrimis. Das Podium ist das Allgäu – für mich eine nachvollziehbare Landschaft, die Schilderungen erzeugen realitätsnahe Bilder – und die Charaktere sind stark ausgeprägt. Einfach, leicht verständliche Rollen – ein etwas „trotteliger“ und doch irgendwie genialer Kommissar, Kollegen in charakterlich stark ausgeprägten Rollen und ein bisschen deutscher Nord-Süd-Konflikt. Herrlich einfach zu lesen, schmunzeln kann man, sich viel dabei überlegen – nee, eher nicht. Eine typische Ferienlektüre also. Sehr spannend ist, dass diese Krimis von ZWEI Autoren gemeinsam geschrieben werden. Ich habe keine Ahnung wie so etwas funktionieren kann, aber scheinbar geht das.

Gut, bei Fachbüchern ist das Gang und Gäbe, aber einen Krimi…hmm. Egal, es hat, bisher, funktioniert. Nun ergibt sich aus all der Einfachheit natürlich ein „Serienproblem“. Was soll man noch machen, man kann ja nicht einfach immer dieselbe Welle weiter reiten. Man muss sich und die Charakterrollen weiter entwickeln. So auch geschehen beim neusten Kluftinger, dem Buch „Grimmbart“. Grundsätzlich nichts dabei was verkehrt wäre. Der Sohn vom Kluftinger heiratet eine Japanerin, deren Eltern kommen auf Besuch, das Allgäu ist voller Adliger, die noch entweder verarmt sind oder aber noch ganz viel Geld und Arroganz mit sich bringen und der Chef der Abteilung wurde durch eine Chefin ersetzt (was bei Krimis irgendwie ja auch zum Mainstream gehört dass die Frauen regieren…). Unglaublich viele Handlungen, die parallel ablaufen und sich zwingend natürlich gelegentlich im Weg stehen – aber wieso mussten es so viele sein?

Für mich war dieser Kluftinger leider weit weg von der Qualität der vorherigen Krimis. Zu viele Dinge aufs mal, ein schier nicht absolvierbares Pensum und doch durchaus auch mal zu skurrile Situationen. Ich hätte mir die Einfachheit und Klarheit gewünscht, die bisher in diesen Büchern vorherrschend waren. Es war immer auf eine Art ein Klamauk-Krimi – aber nicht mal die Komik hat durch die Verstrickungen zugenommen.

Fazit: Für mich schade, und um ganz böse zu sein unterstelle ich mal, dass man bei dem Buch etwas mehr an den armen Regisseur gedacht hat, der das ganz zu verfilmen hat (viele der Bücher wurden verfilmt, erst gestern auf Bayern irgendwas wurden gleich drei davon ausgestrahlt – alle konnten den Büchern aber das Wasser nicht reichen). Dieser hat ganz sicher die bisher beste Basis, einen richtig guten, komischen und schrägen Fernsehkrimi zu realisieren. Als Leser war ich enttäuscht und hoffe, dass die beiden weiter schreiben und sich die „Ausrichtung“ vielleicht nochmals überlegen….

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