Steve Jobs hat mal gesagt, dass eine Arbeit eine Herzensangelegenheit sei und somit denselben Problemen unterworfen wie die Liebe. Erst wenn man sie gefunden hat, weiss man, dass man sie hat -zumindest sinngemäss interpretiert. Ich war der Aussage gegenüber immer sehr kritisch, konnte mir das irgendwie so nicht wirklich vorstellen. Ein Job ist ein Job, man setzt sich hin, kriegt eine mehr oder weniger interessante Aufgabe und arbeitet diese ab. Eventuell „sucht“ man sich auch selbst Aufgaben, bringt sich ein und so weiter. Aber die Gefühle waren im Prinzip bei mir immer etwa dieselben obwohl sich der Job immer mal wieder verändert oder sich neu erfunden hat.

Nun habe ich mich 2012 in eine spezielle Situation gebracht, ich habe den Job gewechselt. Dabei habe ich nicht nur einen anderen Arbeitgeber erhalten sondern auch von der Thematik her ein komplett neues Umfeld. Am ersten Tag (oder die ersten Wochen) war ich begeistert – und doch wusste ich nicht ganz genau, womit sich der Tag denn bei dem Job füllt. Vielmehr – das weiss ich heute – habe ich gehofft, dass das was ich sehe nicht „alles“ sein kann. „Alles“ ist hier weder als qualitative Leistung noch als quantitative Einheit zu sehen – es war einfach nichts dabei, was ein „Feuer“ entfacht hätte. Das hat dazu geführt, dass die Motivation schon recht rasch etwas in sich zusammen fiel – unglücklicherweise wohl schon bevor viel Leistung erbracht wurde von mir.

Nach bereits einem Jahr eine erste Krise, das kann es nicht sein usw…..aber, ich bin ja grundsätzlich sehr selbstkritisch und habe mir gesagt, nach einem derart radikalen Wechsel und nur knapp einem Jahr ist kein Urteil möglich. Und das war ein Fehler. Hätte ich meinem Bauchgefühl damals getraut – und ich habe weiss Gott genug Bauch um dem Gefühl darin eigentlich trauen zu können – hätte ich vieles was im zweiten Jahr geschehen ist verhindern können, Dinge, die von mir verursacht und trotzdem mir selbst so gar nicht gefallen haben und die ich jetzt halt als Folgeschaden einer nicht getroffenen Entscheidung „verarbeiten“ muss. Aber zurückblicken bringt halt einfach nichts. Voraus schauen wurde zur Devise und nach doch langer Suche habe ich mich für einen neuen Job entschieden.

Aber neu? Ja, auf eine Art neu, auf einen andere Art eher wieder zurück zu dem vorher. Die Themen und Aufgabengebiete ähneln sich ziemlich derer, die ich schon vorher bearbeitet hatte. Vielleicht etwas spezialisierter, etwas mehr Fokus auf den Teil der IT, der mir schon immer am meisten Spass (und Arbeit und Ärger) gemacht oder verursacht hat, die Sicherheit und all deren an Facetten kaum zu übertreffende Vielfalt.

Als Schluss war beim alten Arbeitgeber entstand ….  ….. nichts. Das war bei mir noch nie so, immer habe ich etwas getrauert weil doch auch vieles immer gut ist und die Zukunft doch auch viel Unbekanntes mit sich bringt. Nicht diesmal – wahrscheinlich auf Grund der inneren Meinung, dass es für mich persönlich nicht wirklich schlimmer kommen wird – und wenn doch die Situation ja klar wäre. Natürlich gibt es immer individuelle Verhältnisse, Menschen die man mochte und die man trotz aller Beteuerungen vermutlich hinter sich lässt irgendwie, das war auch hier nicht anders. Aber was soll man sagen, Menschen gibt es bei jeder Firma und bei den meisten gibt es solche die man mehr und solche die man weniger mag.

Nun angekommen am neuen Ort passierte etwas für mich sehr spannendes. Sofort war das Thema präsent und fühlte sich richtig an. Keinerlei Hemmungen entstanden auf Grund der Ahnungslosigkeit der Abläufe – im Gegenteil, die Einarbeitung in diese (…Arbeiten die mir normalerweise wenig Spass machen….) fühlte sich gar nicht allzu schlimm an. Alle Themen ringsum waren derart „richtig“, dass es keine Rolle spielte. Da war es also, das Gefühl, das „Richtige“ zu tun. Plötzlich, ohne nachweisbaren Grund. Irgendwie muss Jobs also doch recht gehabt haben.

Fazit: Vielleicht ist der Job tatsächlich eine Herzensangelegenheit, etwas vom Gefühl getriebenes. Fachliche Kompetenz zu erlangen dürfte somit wenn die Gefühle stimmen absolut problemlos möglich sein. Stimmen diese nicht, sollte man sich schleunigst überlegen, ob das was man macht richtig ist und man weiter da investieren möchte. Das heisst jetzt natürlich nicht, dass alles problemlos und schön ist, wenn das Gefühl stimmt. Alle mit längeren Beziehungen wissen, dass diese schön bleiben können ohne dass immer alles stimmt. Vielleicht ist es wie Herbst und Winter – man freut sich auf die warmen Jahreszeiten nur weil es die kalten gibt ;-)! -> das sollte mich in dem Jahr dazu veranlassen über eine eventuelle Auswanderung nachzudenken!

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