Wir haben bei uns im Haus viel umgebaut seit Weihnachten. Meine Frau und ich haben uns unser Reich neu eingerichtet und nun haben wir – dank des schlechten Wetters in der dritten Sommerferienwoche – auch noch die Kinderzimmer vollkommen neu gemacht. Oder leider besser gesagt, ich bin noch immer dran. Wir hatten ursprünglich mal einen Plan, der sich als vollkommen illusorisch zeigt aus heutiger Sicht. Wir wollten drei Zimmer mit neuen Böden versehen, die Wände und Decken streichen und den Vorplatz neu machen. Das bei immer vollständiger Bewohnbarkeit. NIE hätte das geklappt…

Nachdem wir zwei Wochen in Italien in den Ferien waren und keine Wetterbesserung in den Bergen und in Italien abzusehen war, haben wir uns entschieden die Dritte Woche nicht Ferien zu machen, sondern uns unserem Umbauvorhaben zu widmen. Also, am Sonntag mal gut planen, ausmessen, auf Montag eine Mulde bestellen (online sei Dank) usw. Am Montag dann morgens früh vor dem Baumarkt – Unterboden, Boden, Leisten, Farben – eine gefühlte Tonne Material einkaufen und ins Auto verstauen. Nachdem das Zeugs zu Hause ausgeladen war gab es eigentlich den ersten Dämpfer – es war nicht mehr Morgen (so wie der Zeitplan das gerne gehabt hätte…) sondern schon Mittag. Egal, holt man locker wieder ein.

Die Mulde war auch da, also los geht es. Boden raus reissen (och gibt das aber unerwartet viel Staub) und danach Boden legen – oder ne, halt, doch zuerst noch die Decke streichen damit der neue Boden dann nicht schon vertropft ist. Gut, passt perfekt, danach Boden – oh, ist ja schon Abend oder wer hat das Licht ausgeknipst?

So ist das mehr oder weniger weiter gegangen, gefühlte dreihundert Mal pro Tag 15 Treppenstufen rauf und runter, altes Zeugs raus tragen, neues Zeugs rein. Am Freitag war unser Nationalfeiertag – der 1. August in der Schweiz – und ich habe die Frechheit besessen, auch da noch ein wenig zu Arbeiten. Was war dann am Wochenende erreicht – ganz viel, ganz toll. Am Montag habe ich dann meinen neuen Job begonnen…

Ja, da ist man Abends nicht wirklich drauf um jeden Abend nochmals anzupacken. Für meine Frau ging da alles weiter mit Kästen zusammen schrauben, malen, dekorieren usw. Für mich war erst am nächsten Wochenende wieder Einsatz. Da schon mit deutlich abnehmender Motivation. Es braucht auch ein bisschen Zeit sich in einen neuen Job hinein zu denken und diese Zeit braucht es auch ausserhalb der Arbeit, ganz in Ruhe. Aber die war halt nicht da….

In der Zwischenzeit bin ich schon genervt wenn ich nur an die anstehenden Arbeiten denke. Es ist nicht so, dass bauen mein grosses Hobby wäre, ich mach das halt, weil „man“ das eigentlich kann und wir sehr sehr viel Geld sparen konnten damit. Aber jetzt wäre genug – aber leider noch nicht ganz fertig. Da muss ich jetzt halt noch durch, bis in ein paar Wochen sollte dann alles wunderbar sein. Vielleicht habe ich dann auch wieder Freude am Umbau, im Moment ist mir diese vergangen.

Fazit: Bauen dauert immer länger als man denkt und ist für einen Bürolisten wie mich deutlich anstrengender als vermutet. Beim Zeitplan wären wir noch nicht mal sooo falsch gelegen wenn nicht die angestrebten parallelen Dinge so nicht machbar gewesen wären. Wartezeiten gibt es immer wieder.

Allerdings danke ich dem schlechten Wetter für einmal. Hätten wir diese Woche nicht umgebaut, dann wäre bei uns noch bis ca. Ostern 2015 (eine Schätzung – wenn ich an die letzten Schätzungen denke könnte daraus auch locker noch August 2015 werden) eine Baustelle weil nur am Wochenende etwas gegangen wäre.

Aber wenn das jetzt fertig ist, baue ich mindestens 2 Monate gar nichts und mindestens so lange gehe ich nicht zu IKEA und vielleicht auch nicht in einen Baumarkt 😉

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