Durch die Absage der Luzerner Stadtregierung für einen Showflug der Patrouille Suisse (Jet-Kunstflugstaffel der Schweizer Armee) über der Stadt ist die Diskussion über den Fortbestand dieser Truppe wieder aufgeflammt. Dieses Verbot in Luzern war ja grundsätzlich voraus zu sehen, wieso auch sollte eine grüne Stadtregierung eine solche Show gutheissen – das wäre ja schon fast ein nicht eingehaltenes Wahlversprechen. Ob nun das Feuerwerk ebenfalls aus Gründen der Ökologie verboten werden soll – hmmm – wieso nicht, von mir aus schon, konsequent wäre es auf jeden Fall.

Nun zurück zur PS. Unsere Regierung rechnet uns vor, dass die Kosten für diese Chilbi (Schweizerdeutsch für lustige, nicht tiefgründige, festliche Veranstaltung) jedes Jahr 180 – 200 tausend Franken zusätzlich kostet. Dies weil die Piloten ihre Trainingsstunden einfach in der PS absolvieren, die würden sonst genau gleich viel trainieren. Mir stellt sich die Frage, ist das Training einer Kunstflugstaffel wirklich zu vergleichen mit dem Training für einen Ernstfall in der Luft? Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher. Falls dem nicht so wäre hätten wir also tolle Piloten, die allerdings den Auftrag „Kunstflugstaffel“ und nicht „Luftsicherung“ erfüllen würden. Somit wären auch die Kosten aus meiner Sicht wieder in Frage zu stellen, den „Ausfall“ der richtigen Übungsflüge müsste hoch gerechnet werden. Ein Jet kostet laut Militär rund CHF 17t pro Stunde….

Sollten wir – wir Schweizer sind mal wieder in der Lage als Volk über etwas abstimmen zu dürfen – den Neukauf von Kampfflugzeugen an der Urne ablehnen, ist die Diskussion wohl so oder so vom Tisch, es blieben gar nicht genügend Flugzeuge wohl übrig. Die jetzt eingesetzten Flugzeuge müssen ca. 2015 ausser Betrieb genommen werden.

Es macht natürlich keinen Sinn wie die Luzerner Regierung über ökologische Bedenken ein Verbot zu verhängen. Die Flugstunden der Luftwaffe sind kontingentiert und werden so oder so geflogen, ob nun über der Stadt Luzern oder sonst irgendwo (….gleichentags findet in Zug, wenige Kilometer entfernt, ein Fest statt, die PS fliegt nun dort……). Ebenso ist die Unfallgefahr aus meiner Sicht zu hoch bewertet. Klar gab es in der Vergangenheit tragische Zwischenfälle an solchen Shows (allen voran das Drama von Rammstein mit 70 Toten Zuschauern und über 1000 Verletzten – verursacht durch die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolore), trotzdem ist das Risiko wohl eher nicht sehr hoch.

Für die Rettung der PS gab es jetzt schon mehrere Ideen – zum Beispiel die einer Volksinitiative. Unglaublich aber wahr, scheinbar gibt es doch Menschen in der Schweiz die die Tragweite des Verlustes einer solchen Truppe als „für das Volk wichtig“ erachten.  49 Jahre gabe es diese Fliegerstaffel, ich glaube nicht dass wir hier von einer nicht verrückbaren Institution reden – eine Wichtigkeit ist für mich so oder so nicht auszumachen. Aber voraussichtlich hätten wir eine recht hohe Stimmbeteiligung weil das Thema doch durchaus einfach ist und sich jeder ein Bild machen kann……..

Fazit: Für mich steht so oder so fest, dass wir keine Kampfflugzeuge beschaffen sollten und ich werde mich dahingehend an der Urne äussern. Sollte ich da mit der Mehrheit gehen, hat sich die Diskussion wohl erledigt. Ansonsten ist es mir im Prinzip „egal“, wie die Piloten ihre Stunden abarbeiten – sofern das Flugtraining mit einer Staffel wirklich mit dem des Auftrages der Luftwaffe kompatibel ist. Dass man so etwas per Volksinitiative in der Verfassung des Landes verankern will ist richtiger, totaler Humbug, eigentlich ist das Ganze ein bisschen Folklore – und dafür doch recht teuer. Wenn sich Investoren finden, die sollen den Tiger übernehmen und nur noch die Staffeln betreiben, das läuft in vielen anderen Ländern ähnlich…..

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