Vor Jahren habe ich voll auf die Squeezebox von Logitech gesetzt. Ich war überzeugt, dass ein fast schon Pioneer in dem Umfeld des Musik-Streamings nicht gerade dann aus diesem Geschäft aussteigen wird, wenn viele das wollen und fast schon eine Art Boom einsetzt, und doch ist es so gekommen und Logitech ist eigentlich aus dem Geschäft draussen. Das ergab zwei Probleme, beide nicht wirklich akut, aber doch für die Zukunft ein Thema. Die Geräte wurde nie mehr weiter entwickelt, es gab und gibt somit nicht von Logitech das Internet- und Videofähigkeiten aufweist. Ebenso gibt es die Audio Geräte nicht mehr, wenn also was kaputt geht…….aktuell kriegt man noch Ersatz (gebrauchte Geräte über eBay oder so…), das wird aber stetig abnehmen.

Nun, ich habe ein Android Handy (Nexus 4, sehr empfehlenswert) und das kann ja eigentlich alles auch. Das kann viele Internetfunktionen, das kann mittels Software als Streaming-Client sowohl für Video als auch Audio herhalten – und alles funktioniert bestens. Da bin ich über eine Serie von Geräten verschiedenster Hersteller gestolpert, welche genau die Hardware eines Telefons in ein sehr kleines „PC-Gehäuse“ verpacken. Hat für ich bestechend getönt, ich wollte da auch gar keine Full-HD Fernseher anschliessen sondern einen 1280×720 oder so was in die Richtung – also praktisch dieselbe Auflösung wie mein Handy.

Wir schauen fern hauptsächlich mit zattoo – und da muss man schon sage, die Anforderungen an das abspielende Gerät sind leider doch sehr hoch. Erschwerend vor allem, dass die Leistung dort benötigt wird, wo klassischer Weise Gaming-PCs stark sind – und solche habe ich gleich gar keine. Also war klar, das wird Leistung benötigen, deshalb habe ich das stärkste verfügbare Gerät gewählt. Einen QuadCore Cortex A9 mit 2GB Ram, das müsste ja passen, auf dem Papier fast identisch zum Telefon.

Schon der Start in diese „Beziehung“ war nicht ideal, ich habe bei der Bestellung eine Gebühr bezahlt für schnelle Lieferung – leider war beim Anbieter tags darauf Feiertag und somit wurde trotzdem nichts mit schneller Lieferung – nur mit Gebühr! Dann ist das Ding angekommen, ein Minix NEO 7 ( http://www.minix.com.hk/Products/MINIX-NEOX7.html ) und hat schöne Überraschung mit gebracht. Das Netzteil wurde so ausgelegt, dass tatsächlich auch die Versorgung über USB sicher gestellt ist (bei diesen Mini-Dingern nicht selbstverständlich) und es kommt ein Satz (kurzer) Kabel mit in sehr sinnvoller Auswahl, sogar ein Stück HDMI-Kabel ist mit dabei.

Soweit so gut, ausgepackt, eingesteckt, vorhanden Funktastatur angeschlossen und läuft, perfekt und problemlos. Die Beziehung schien sich zu erholen ;-)! Danach leider die Ernüchterung, Zattoo in „HD“ kann man nicht schauen, das verpixelt und ruckelt, ist nicht brauchbar. Mit der Einstellung einen anderen Videodecoder zu verwenden funzt das einigermassen, damit kann man aber in der Sendung nicht mehr vor- oder zurück spulen und mit dem Bildschirm Sync ist auch etwas krumm, es entsteht ein schwarzer Rand um das Bild.

Alle anderen Dinge wie Audio-Streaming, Streaming abgespeicherter Videos über das Netzwerk usw. klappt sehr gut und meist ruckfrei. Einfach so surfen läuft bestens, da gibt es nicht mehr zu reklamieren als auf Android Telefonen (Flash-Streams zum Beispiel, das kennen ja alle mobilen Benutzer). Der Unterschied zum Telefon ist halt, dass man das ganze nun an einem grossen Screen bedient und ich somit eher auf die „nicht-mobilen“ Seiten tendiere, wenn ich das wählen kann. Auf einem grossen Screen sehen die mobilen Seiten doch recht komisch aus.

Es gibt noch ein youtube Video wie man sich ein Minix mit dem PC updatet, das habe ich noch nicht gemacht, vielleicht hilft das ja noch. Ich werde hier einen follow-up machen, sollte sich zeigen, dass dies die beschriebenen Beschränkungen aufhebt. Android selbst ist mit 4.2 auf einem Stand, der natürlich auch nicht für seine Performance berühmt war, vielleicht wäre eine Adaption von 4.4 eine Überlegung wert, aber auch Minix hat viele Software für sich angepasst und kann somit nicht „einfach so“ 4.4 ausrollen.

Fazit: Als Streaming-Client für „lokale“ Inhalte ist das Gerät bestens geeignet und das für den Preis (CHF 139.–). Somit ist bei mir der Fortbestand der Squeezebox-Umgebung mal gesichert, was ein Ziel der Aktion war. Leider hat es sich gezeigt, dass Internetfernsehen das Gerät doch über seine Grenzen heraus bringt, schade, aber irgendwie war das nach meinen bisherigen Erfahrungen damit was die notwendige Client-Leistungsfähigkeit fast zu befürchten. Um einem Fernseher das Internet beizubringen ist das allerdings eine hervorragende, günstige und geräuschlose Möglichkeit – weit besser als die in einigen Fernsehern integrierten Internet Zugriffsmöglichkeiten.

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