In jungen Jahren gehört Skifahren zum Winter einfach dazu, viele Wochenenden pro Saison war es Pflicht sich auf irgend welche Pisten zu begeben, um 6:00 Uhr los zu fahren und todmüde gegen 21:00 wieder zu Hause zu sein. Danach kamen die Jahre mit Freundinnen, schon da nahm diese „Pflicht“ merklich ab, letztlich hatten dann kleine Kinder das Skifahren fast gestoppt.

Allerdings war dies nur eine Seite, wieso ich das nicht mehr mochte. Schon sehr früh, gerade als das so langsam aufkam, habe ich mich um die Carving-Technik gekümmert. Noch heute fahre ich wahrscheinlich immer ein paar Kilometer und vor allem ein paar Kurven mehr als viele meiner „Mitstreiter“ auf der Piste. Das Problem, wenn man das wirklich tun will, braucht es ein wenig Platz! Auch wenn ich vielleicht die 12m Radius meiner Skis fast ausfahren kann, dazwischen liegen die Piste querende 10m nochmals zusätzlich.

Nun wurden viele Lifte gebaut und die Kapazitäten den Berg hoch erhöht. Viel Vorteil, kein Anstehen mehr. Leider blieben die Berge ja gleich breit – auch wenn sicherlich auch Pisten zum Teil erweitert wurden – somit hat sich das Gedränge auf die Piste verlagert. Für Leute wie mich heisst das, vor jedem Schwung nach hinten schauen, jeden dritten Schwung abbrechen, Kurzschwingen in der Falllinie an Stelle toller Kurven. Die Preise der Tickets wurden für meinen Geschmack auch den Liftkapazitäten und den Beschneiungskapazitäten angepasst und nicht der „für den Gast zur Verfügung stehenden, freien Pistenfläche“ – sonst hätten sehr viele Gebiete ihre Preise in den letzten Jahren SENKEN müssen!

Nun hatten wir uns während der Basler Fasnacht kurzfristig entschieden, in ein kleines Skigebiet (3 Skilifte, 6 Pisten) zu reisen. Da Ostern sehr spät ist und somit auch die Basler Fasnacht liegen unsere Schulferien in einer Woche, in der niemand in der Schweiz mehr Schulferien hat ausser Basel. Die 6 Pisten waren leer – haben mir als mehr freie Fläche geboten als in vielen anderen Gebieten, die wesentlich grösser wären. Natürlich wäre diese Woche auch in anderen Gebieten ausserhalb der Saison gelegen und das Gedränge wäre vielleicht auch nicht so doll gewesen.

Nachdem ich nun die ersten Abfahrten vor jedem Schwung den Kopf gedreht habe und eine hinter mir leere Piste vorfand, konnte ich mir das wieder abgewöhnen – und siehe da, Skifahren und für mich speziell carven ist schon eine geile Sache, wenn man sich auf sich selbst konzentrieren kann! Ich hatte wieder so richtig den Spass, leicht brennende Oberschenkel nach Abfahrten ohne halt, etwas Muskelkater in den Waden – wie es sein muss – und ein Grinsen im Gesicht!

Kleiner Dämpfer, mein Kopf weiss noch genau wie das geht mit dem Carven, die Beine halten auch noch so einigermassen mit, die Reflexe sind aber träger geworden. Das führt zu Stürzen – welche ja schon irgendwie auch zu der Sportart gehören – und jetzt schmerzen ein paar Rippen links. Was soll’s, der Spass war es wert und wenn es immer so wäre (nebenbei konnten wir natürlich letzte Woche auf über 1500 M.ü.M vor dem Skifahren auf dem Balkon z’Mörgele…), Skifahren würde ganz sicher wieder fix in den Ferienkalender der Familie aufgenommen werden.

Fazit: Skifahren ist schon was richtig cooles, wenn man sich hauptsächlich auf sich selbst konzentrieren kann! Für mich neu war das Fahren mit Helm – naja, störend ist dieser ganz sicher nicht, helfen würde er auch. Die Windgeräuschkulisse war das, an das ich mich am meisten gewöhnen musste. Also meiner hat ein Klangrepertoire zwischen blökendem Schaf und rufendem Kind – beides kann durchaus verwirrend sein.  Wenn mir einer garantieren könnte, immer eine Woche schönes Wetter, genügend Schnee und keine Leute anzutreffen, ich würde jedes Jahr Skiferien machen…..