Ich lese viele Bücher. Bei einigen davon fliesst man richtig durch den Text hindurch, mag das Buch gar nicht mehr weg legen und man erwartet jede neue Entwicklung mit Spannung. Andere wiederum schleppen sich so richtig, man kommt nicht wirklich vorwärts, man legt das Buch auch gerne mal nach ein paar Seiten wieder weg oder schläft beim Lesen ein (ok, zumindest das kann ich bei jeglicher Lektüre…..). Bei der vielen Leserei habe ich mir mal gedacht, ich versuche heraus zu finden, wann ein Buch für mich eben gut lesbar ist und wann nicht.

Nach der „Analyse“ (…das Wort ist natürlich weit übertrieben für das, was es wirklich war…..) von mehreren Büchern aus beiden Lagen – also leicht und schwer zu lesende – bin ich auf verschiedene Resultate gekommen. Am schwersten ist tatsächlich die Art Bücher, bei denen ich vom Titel her nur dachte dass die interessant sein könnten, das Thema mich aber am Ende dann doch nicht fesseln konnte. Viel öfter ist aber ein anderes „Problem“ bei mir aufgetaucht – der zu hohe Detaillierungsgrad der Erzählung.

Ich lese unter anderem Bücher und schaue nicht die Filme, weil die Handlungen sich dann in meiner Welt abspielen. Bilder, Gerüche und Gefühle entstehen auf Grund meiner Erfahrung und stimmen perfekt für mich. Nun gibt es Schriftsteller die versuchen, mir ihre detaillierte Meinung zur Welt aufzudrängen und das funktioniert bei mir einfach nicht. Ein paar Beispiele. In einem Buch ging es um einen Kommissar (wie doch recht oft bei meinen Büchern…) der Müde nach Hause kommt. Seine Frau kocht ihm Fisch mit Zwiebeln aus dem Ofen. Genau diese Beschreibung reicht mir oder ist fast schon zu viel (die Zwiebeln sind gar nicht wichtig) einfach „das Fisch-Lieblingsgericht des Kommissars hätte genügt. Natürlich, dann schmeckt dieses Gericht genau so wie mein Fisch-Lieblingsgericht aus dem Ofen, aber es hat einen zugeteilten Geschmack. In diesem Buch wurde nun erklärt, wie die Frau die Zwiebeln schneidet, dann mit einer Rahmsosse mit Rahm von der Kuh des Bauerns im Dorf xy…….was ist dann passiert, ich lese mitten in einer Handlung an Stelle einer gefühlsbetonten Situation plötzlich ein Kochbuch. Das Gericht selbst hat dann keinen Geschmack mehr, weil ich das so noch nie gemacht hatte.

Auch die Beschreibung von Blumenwiesen und Beeten wird oft zu weit getrieben. Eine Frühlingswiese in den Bergen – reicht, passt, die riecht, wie sie riecht, für einen der noch nie eine solche gerochen hat wird es auch nicht besser wenn da steht “ die Wiese verbreitet den Duft von Erde vermengt mit der frischen Bergluft mit einem Hauch des Duftes der Rhododendron hirsutum“. Nach der Beschreibung hat die Wiese für mich zumindest keinen nachvollziehbaren Geschmack mehr.

Natürlich kann die Beschreibung von Details extrem wichtig sein. Ich bleib mal bei den Krimis, da kann es durchaus spannend zu lesen sein wie ein Tatort aussieht. Bei Romanen kann es durchaus vergnüglich sein zu lesen, was die Hände des neuen Liebhabers so alles anstellen und wie sich das für die (meist verheiratete und gerade sitzen gelassene) Romanfigur anfühlt. Dann gehören die Details aber zur Handlung. Alle Details ausserhalb der Handlung sind auch meiner Sicht nicht notwendig und machen das Buch nur dicker und langweiliger.

Sehr viele Erfolge konnten nordische Bücher sowohl bei Büchern als auch in Filmen feiern. Warum wohl – gerade bei den Krimis ist das minimalisierte, immer kahle und dunkle Umfeld welches eine unglaubliche Kälte verbreitet perfekt. Keine Details, einfach grau, düster und eintönig. Wieso werden die Rosamunde Pilcher Filme wohl an nördlichen Küsten verfilmt? Die Küste und die Landschaft sind unglaublich schön, man muss aber nur einen grauen Tag abwarten und sofort wird die Stimmung traurig, schwer, melancholisch. Ich empfehle allen mal einen solchen Film zu schauen und auf diese Details zu achten. Dramen geschehen immer bei schlechtem Wetter 🙂 -> zu Hause spreche ich das nicht mehr aus, meine Frau ist wohl zu recht der Ansicht dass solche Kommentare den Filme und die Handlung verderben :-)!

Fazit: Details müssen sich im Film wie im Buch aus meiner Sicht immer in direktem Kontext zur Handlung befinden. Details ausserhalb des Kontextes machen das Buch dicker, die Menge an darin enthaltener Information grösser – aber langweiliger und mühsamer zu lesen. Ein zu hoher Grad an Detaillierung killt genau das, was ich am Buch so schätze. Es killt „meine Welt“ die beim Lesen eines Buches in meiner Fantasie entstehen soll oder kann oder stört diese gar mit komplett gegenläufigen Definitionen…….da guck dann sogar ich lieber den Film, wenn ich einfach sehe wie ein Essen zubereitet wird – egal, wenn es mir aber lang und breit erklärt wird, Danke nein!