Habt ihr auch schon so Werbung gesehen zum Thema Parkett verlegen? Eine nette junge Dame in Stilettos zeigt mal eben kurz, wie man die Brettchen nur nebeneinander legt, kurz drauf drückt, schön lächelt dazu und das war es dann schon. 100 Quadratmeter in einer Stunde erscheint realistisch. Als ich das zum letzten Mal gemacht habe, habe ich das super mega billig Parkett aus irgend einem Baumarkt gewählt und ich war sicher, dass das daran gelegen hat. Billige Kopie halt bei welcher dieser Mechanismus nicht ganz so gut funktioniert.

Nun habe ich mal wieder einen Boden gelegt und kann oder muss sagen, es liegt nicht (nur) an der Qualität des Bodens, die Werbung die zeigt, wie extrem einfach das ist stimmt so einfach nicht. Zugegeben, es ist nicht schwierig – aber es ist doch recht anstrengend.

Ich habe nur knappe 30 Quadratmeter verlegen müssen, dazu habe ich zusammen gerechnet einen guten Tag gebraucht – und nicht wie vorgesehen maximal einen halben. Wieso das nun? Klar, man muss ja dies Bretter alle mit Versatz verlegen, das heisst, man muss in jeder Linie auch eines absägen. Natürlich wäre das meist so oder so notwendig auch ohne Versatz, mein Raum ist leider nicht nach Laminatbretterlängennorm gebaut worden, also passt keine Linie. Bei Laminat kommt noch hinzu, dass man durch diese Verschlusssysteme ja nur in eine Richtung arbeiten kann, somit muss man sich auch überlegen, wo man denn beginnen will. Der meist gelesene Tipp zu dem Thema an der längsten Wand zu beginnen war für mich untauglich – erstens ist das die krümmste im ganzen Raum und zweitens hätte ich dann beim Eingang beginnen müssen – also immer schön über den neuen Boden latschen oder halt abdecken…..und die letzte Reiche im Regal sitzend verlegen.

Nun gut, all das sind die Leiden eines Bürolisten welcher sich an handfeste / handwerkliche Arbeiten ran macht. Und eigentlich ging alles auch wirklich ganz gut. An Stelle des Herunterdrückens mittels lackierter Fingernägel habe ich das mit einem Gummihammer viel besser hin gekriegt. Ein bisschen Gewalt hat da durchaus geholfen, damit das alles schön ineinander „klickt“! Es könnte sogar sein, dass das von Hand geht – zwei oder drei der gut 130 Brettchen habe ich auch so montieren können. Das Problem ist, dass auch die Unterlagen – zumindest bei uns – nicht derart topfeben sind, dass diese Systeme so leicht ineinander verschliessen.

Aber wieso nun Muskelkater? 130 Bretter – für jedes im Schnitt rund zweimal in die Knie und wieder hoch macht 260 Bewegungen ähnlich einer Rumpfbeuge. Zusatzgewicht durch Bodenbrett (max. 1 KG) und Bauch (ein „paar“ KG) darf da auch nicht unterschätzt werden! Und deshalb bis gestern ein Muskelkater, wie ich den vom Biken nur sehr selten kenne.

Fazit: Laminatböden verlegen ist einfach, aber anstrengend. Der Boden jetzt ist dafür richtig schön, gefällt mir mega gut. Somit hat sich der Muskelkater sicher gelohnt – erstens wegen des schönen Bodens, zweitens aber auch um mir zu zeigen, dass ein wenig Training im Muskelbereich auch mal wieder ganz ok wäre.

Werbeanzeigen