Beides, würde ich mal sagen! Es gibt durchaus genügend Gründe pro Buch und pro Film, keine Frage – aber was ist nun die „bessere“ Wahl oder wo ist welches Medium besser? Für mich sind ganz klar Bücher die bessere Wahl, aber wieso eigentlich?

Zuerst mal liegt das sicherlich auch an den Interessen – einen Kafka zu verfilmen zum Beispiel würde sicherlich gehen, aber diese 10 Minuten oder 8 Stunden Film (je nach Interpretation ;-)) würde ich mir nie und nimmer antun wollen. Ich habe noch nicht mal nachgeschaut, ob es so etwas gibt, echt kein Interesse daran. Anders sieht das aus bei einfachen Romanen oder Krimis. Als Kluftinger-Fan habe ich auch den neusten Film geschaut (Seegrund) und muss sagen, aus meiner Sicht gar nicht so schlecht gemacht wie die meisten Kritiker das sehen. Man sieht aber an solchen Beispielen deutlich, wie weit manchmal aus praktikablen Gründen Drehbücher vom Buch weg sein müssen.

Charaktere entstehen im Kopf auf Grund meiner persönlichen Einstellung und Meinung, die meisten Hauptrollen in Büchern werden in meinem Kopf als vages Bildnis dargestellt. Nicht 100% ein Bild, das ich zeichnen könnte, mehr so eine Ahnung. Wenn nun diese Ahnung in einer Verfilmung plötzlich durch deutlich andere Charaktere ersetzt wird, bin ich irritiert (so geschehen bei der Lisbet Salander von Stig Larsson). Ebenso können „andere Umstände“ ein Problem darstellen – wieder Seegrund – das Buch spielt im tiefsten Winter, in der Lage wäre der Dreh im tiefen Winter aber unmöglich gewesen, also war halt Sommer!

In jedem Buch generiere ich auch so etwas wie einen Hauptdarsteller für mich, mein persönlicher Liebling in diesem Buch – wenn nun der Drehbuchschreiber da etwas anderes macht – auch irgendwie fremd.

Was gar nicht in Frage kommt ist ein Buch zu lesen, nachdem ich einen Film schon gesehen habe – das ist in den meisten Fällen wohl eher nicht mehr so spannend, zumindest die meisten Inhalte wurden im Film sicher gezeigt. Das schöne am Bücher lesen – die Fantasie, mit welcher die Situationen dargestellt werden – geht komplett verloren. Hätte ich die Lisbet zuerst im Film gesehen – Sie hätte natürlich im Buch so ausgesehen.

Das ist keine Rede gegen Filme, ganz im Gegenteil. Gut gemacht können Filme durch das rasche aufeinander folgen von Höhepunkten extrem viel Emotionen übertragen. Emotionen in allen Bereich, rührend, beängstigend – einfach alles. Im Kino durch ausgefeilte Technik noch verfeinert mit vielen Effekten. Kino und Film sind perfekte, passive Unterhaltung. Was ich bei Filmen nicht mag sind ZU viele Effekte, zu viele Dinge weit weg der Realität – obwohl natürlich gerade da auch ein Reiz des Schreibens oder Filmens liegt. Fantasy – auch nicht so mein Ding – oder gerade dort dann wirklich nur als Buch.

Man hört es raus, ich lese sehr viel mehr als dass ich Filme schaue und ich finde es auch wirklich die spannendere Unterhaltung. Dazu bilde ich mir ein, dass durch das Lesen eines Buches durchaus ein paar Hirnwindungen mehr in Anspruch genommen werden als beim Schauen eines Filmes. Aber es dauert länger und es ist durchaus ermüdender. Ein Zweistündiger Film kann schon mal aus 600 Seiten Buch entstanden sein, die liest man nicht so kurz zwischen Nachtessen und zu Bett gehen! Ich empfinde lesen als sehr entspannend – und wenn man dabei einschläft kann man einfach an der Stelle weiter lesen (oder ein paar Seiten vorher, weil im Halbschlaf lese ich zwar manchmal weiter, aber ich habe dann keine Ahnung mehr, was ich gelesen habe). Bei heutiger Technik natürlich auch beim Film meist nicht so schwierig – ausser im Kino!

Bücher aus Papier lese ich schon lange keine mehr, das ist mir schlicht zu mühsam. Ich lese schon seit vielen Jahren mit e-Book Readern und werde das auch in Zukunft tun. Für das Lesen von Büchern sind Tablets oder Smartphones schlicht keine Lösung, die Bildschirme sind einfach nicht geeignet und die Tablets sind dazu noch viel zu schwer. Sollte mich jemand vom Gegenteil überzeugen wollen – keine Chance. Ich habe schon so viel tausend Seiten elektronisch gelesen und behaupte ich weiss, wovon ich rede. Aktuell mache ich mir Gedanken über e-Book Reader mit Hintergrundbeleuchtung – dann bräuchte man kein Licht wenn es dunkel ist (ein grundsätzlicher Nachteil von e-Book Reader – ich brauche Licht zum lesen – welcher aber auch die Nähe zum Buch dokumentiert).

Fazit: Filmefans sollen Filme schauen und Bücherfans sollen Bücher lesen. Beide werden gelegentlich auch mal das andere tun. Ich entscheide mich ganz klar und deutlich pro Buch (…wenn auch elektronisch….) weil ich mir einbilde meine Fantasie macht die bessere Geschichte aus jedem Buch als jeder Drehbuchautor und jeder Special Effects Ingenieur (es gibt Filme da bin ich sicher hat letzterer mehr zu tun als der mit dem Drehbuch…). Die Zeit, die man dafür aufwendet ist sicherlich höher – aber auch sehr entspannend und trotzdem nicht passiv. Aha – und das Buch nehme ich überall hin mit – in die Ruhezone der Sauna, an den Strand, in den Flieger, in den Zug………auch kein Nachteil!