In Kleinlützel/SO bin ich zur Welt gekommen und aufgewachsen bis ich etwa 20 Jahre alt war. In der Zwischenzeit ist das zwar schon der kleinere Teil meines Lebens geworden, aber doch eine lange Zeit. Wenn ich heute zurück schaue darf ich behaupten, auf dem Land lebt man anders.

Dies ist in keiner Weise eine positive oder gar negative Aussage, es lebt sich dort einfach anders. Die Anonymität der Vorstädte oder der Städte ist nicht gegeben, „man“ weiss wer was macht – und man hilft sich auch aus. Das kann Vor- wie auch Nachteil sein, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Manchmal wäre ich bei uns froh ich könnte sicher sein, es würde einen Nachbarn interessieren ob jemand in unserem Haus rum läuft – aber das kann ich eigentlich nur in einem Fall. Auf der anderen Seite habe ich mich so richtig geärgert früher dass meine Eltern am Sonntag meist bereits wussten wann ich vom Samstagsausgang nach Hause gekommen war bevor ich aufgestanden bin!

Aber darum soll es ja gar nicht gehen, nein, es geht um die Menschen mit denen man die Jugend verbracht hat. Dank ein paar weniger Mitschüler die sich die Mühe der Organisation machen schaffen „wir“ es, ein solches Klassentreffen alle fünf Jahre durchzuführen. Denen die da immer wieder sich den Aufwand machen damit andere wie ich einfach dazu sitzen können gebührt ein herzlicher Dank – und ein weiter so J! Man könnte meinen, in den nun fast 20 Jahren die nach den Aus- und Umzügen vergangen sind habe sich viel geändert – dem ist nicht so. Für jeden einzelnen hat sich natürlich vieles verändert – die Gruppe aber ist doch durchaus immer noch ähnlich.

Es gibt die ruhigeren, die lauteren, die lustigeren, die ernsteren Mitbürger desselben Jahrgangs – und das waren auch vor zwanzig Jahren schon ungefähr dieselben. Klar ist bei allen fest zu stellen, dass das Leben vorwärts gegangen ist und so langsam eine „Gelassenheit des Alters“ aufkommt. Auch für mich ist vieles „passiert“ in diesen zwanzig Jahren und ich bin sicherlich ein etwas anderer Mensch geworden – aber natürlich nicht im Grossen und Ganzen, eher in den Details und im situativen Verhalten.

Sehr schön an solchen Anlässen aus meiner Sicht, gesellschaftlicher Status und solche Dinge rücken extrem stark in den Hintergrund. Klar kommt es vor, dass eine oder einer der Anwesenden mal einen Betrag den es zu teilen gäbe einfach übernimmt – aber in diesem Fällen glaube ich nicht dass es „falsche“ trifft und dass das auch nicht gemacht wird um zu imponieren sondern einfach weil man das gerne zum Tag beitragen möchte.

Leider habe ich nicht den ganzen Tag mit erleben können, den ersten Teil musste ich leider auslassen, das wäre eine Ausfahrt und Führung nach und in Olten gewesen – etwas verärgert musste ich hören, dass ich drei Apéros verpasst habe……

Fazit: Es ist immer wieder schön zusammen zu kommen und eine Aussage von mir per Mail an die Organisatoren dass wir „alte Säcke“ sind hat sich nicht wirklich bestätigt. Ich hatte gar das Gefühl, die Gruppe wird von Mal zu Mal entspannter, lockerer – vielleicht fällt es mit den Jahren doch auch leichter andere einfach so zu nehmen, wie sie sind! Vielen Dank an die Organisatoren, gibt immer wieder zu tun und es sind immer dieselben, die es tun – MERCI! Bis 2018!

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