Die Formel 1 …..wie weiter….

Schon einmal habe ich hier auf dem Blog geschrieben, dass ich die Szene nicht mehr soo toll finde wie auch schon – zu viel Kommerz, zu viel Geld, zu wenig ehrliche Charakter in den Cockpits … und andere Dinge wie freche Eintrittspreise die den Spass verderben.

Nun ist wiederum eine Saison zu Ende gegangen, einmal mehr mit einer Vettel-Dominanz. Sicherlich der verdiente Weltmeister – der aber voraussichtlich nie zum Liebling werden kann. Wie viele Zuschauer haben wohl beim letzten Rennen gehofft, dass der grosse Vettel die Grösse hat, Mark Webber vorbei zu lassen und so einer der grösseren Persönlichkeiten zum Abschied den 10. Sieg und eben einen Sieg zum Abschied zu „schenken? Wahrscheinlich viele, aber nur die, die sich nicht damit beschäftigen, ein Vettel würde das nie tun.

Vor einigen Jahren hätte in solchen Fällen und vor allem bei anderen Rennteams vielleicht sogar ein „missratener“ Boxenstopp zur Entscheidung geführt – vielleicht hat man das sogar bei Red Bull versucht, die Rechnung aber ohne Vettel gemacht.

Solche Dinge sind natürlich absolut normal und entscheiden bei mir nur ob jemand oder ein Team sympathisch ist oder eben nicht. Aus meiner Sicht nicht mehr normal ist aber die gesamte Szene. In etwa die Hälfte der Teams hat grosse Probleme das für eine Rennsaison notwendige Geld aufzubringen – alleingestellt auch noch kein echtes Problem. Allerdings sind diese Teams somit gezwungen, das Geld bei den Angestellten rein zu holen – so genannte „pay driver“ sind gefragt, also Fahrer welche nicht nur selbst kommen und fahren wollen, sondern die auch gerade noch ein paar Sponsoren persönlich mit zum Team bringen können.

In vielen Teams – auch in diesem Jahr – hat man gesehen, wie das mit diesen Fahrern läuft. In der Schweiz vielleicht am bekanntesten der pay driver von Sauber (Esteban Gutierrez). Nie im ganzen Jahr hatte der eine Chance auch nur ähnlich schnell zu sein wie sein scheidender Fahrerkollege Hülkenberg. Aber trotzdem hat das Geld nicht gereicht und Sauber als ein Team, das scheinbar lieber gar nicht als hinten mitfahren möchte steht aktuell im Prinzip ohne Fahrer und ohne wirklich gute Optionen da. Es gibt einige Fahrer, die fahren könnten und Geld mitbringen würden,   aber „jeden zu nehmen“ geht wirklich nur, wenn man keine Punkte einfahren will.

Eine kranke Welt, Angestellte müssen Geld bringen, damit der Arbeitgeber überlebt und dann ist das nicht sicher. Ich bin echt gespannt, wie es zum Beispiel mit Sauber weiter gehen wird – ich persönlich wäre auch wirklich nicht überrascht wenn wir demnächst an Stelle der Bekanntgabe des Fahrerduos für 2014 die Auflösung des Rennstalls erfahren würden (oder ein Verkauf …. Wie schon einmal an BMW bis zu deren Ausstieg).

Fazit: Echter Rennsport findet leider nur noch bei drei oder vier Topteams statt – alle anderen müssen mit dem leben, was sie sich leisten können und das ist weit weniger als bei eben diesen grossen Teams. Ob eine solche Auslegung Sinn ergibt kann ich nicht abschliessend beurteilen, aber ganz sicher ist – das beste Team aus Sicht der Engineering-Leistung (um die es ja angeblich geht) wäre dasjenige, welches das schnellste Auto baut mit denselben Möglichkeiten der anderen. Aber das schränkt dann das absolute Niveau ein (…man könnte noch weiter gehen….) und widerspräche auch wieder dem Geist der höchsten Liga im Motorsport. Ich hätte halt einfach gerne, wenn wieder viel mehr gleichwertige Fahrzeuge fahren würden dann hätte man nicht mehr diese Zweiteilung des Feldes.

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