Zu einer Zeit, die viele schon nicht mehr zu kennen glauben war einiges anders und keine Angst, ich bin nicht der Meinung da war alles besser. Ich meine die Zeit ohne ständigem Internetzugriff, ja vielleicht sogar noch die Zeit ganz ohne mobile Telefone. Damals als kurz die Oma anrufen aus Italien im Hotel noch tausende von Lire gekostet hatte.

Es geht heute hier auch gar nicht ums Telefonieren, sondern um die Verwaltung von Terminen. Heute ist das bei mir und wahrscheinlich bei vielen anderen auch eng an das mobile Telefon gebunden. Schon früher hatte ich immer versucht mit Psion’s (falls die Marke noch jemand kennt) Termine elektronisch zu verwalten. Zu dieser Zeit war es durchaus noch komplizierter, Termine elektronisch zu verwalten – Papierwerke wie das „Time System“ hatten da noch Hochkonjunktur. Wieso wollte ich das damals trotzdem so machen?? Die Geräte hatten ähnlichen Gadget-Charakter wie heute ein iPhone oder das neuste Samsung oder was auch immer und man wurde an einen Termin erinnert – etwas das keine Agenda sonst je konnte und können wird.

Heute läuft das auch bei mir so, sogar private Termine werden in einen privaten, elektronischen Kalender eingetragen welcher sich dann mit dem Geschäftskalender zusammen auf mein Nexus Phone synchronisiert. Das bewirkt, dass eine vollständige Übersicht meiner Termine nur auf dem mobilen Gerät übersichtlich zur Verfügung steht – auf dem PC ist das alles auf zwei Kalender verteilt. Nun, auch damit lässt sich gut leben. Auf was ich hinaus will, es gibt auch noch andere „Kalender“ in meinem elektronischen Mikrokosmos. Es gibt noch Facebook, Xing, Twitter……alles Systeme welche zumindest eingetragene Jahrestage kennen.

Die meisten meiner „Freunde“ in sozialen Netzwerken kenne ich auch persönlich, aber zum Beispiel die Geburtstage kenne ich vielleicht von 10 (und ich befürchte ich übertreibe da ein bisschen, mit Sicherheit kennen tue ich wahrscheinlich nicht mal 10). Also, die Lösung ist klar, soziale Netzwerksysteme erinnern mich jetzt an die Geburtstage von „Freunden“ – und dies dreifach und fünffach und nervend oft! Durch die Tatsache, dass ich einige welche bei uns in der Firma arbeiten auch in Facebook und Xing kenne erhalte ich für diese nunmehr 5 Mails wenn die Geburtstag haben. Eines von den firmeninternen Systemen einige Tage im Voraus, eines von Facebook und von Xing im Sinne einer wöchentlichen Zusammenfassung, eines von Facebook und Xing am Tag selbst – oh, und bei internen auch noch eines am Tag des Geburtstages.

Gut, ich bin auf jeden Fall gerüstet, keine Geburtstage mehr zu vergessen. Aber – ich will ja gar nicht von allen Wissen, wann die Geburtstag haben. Auch wenn ich die alle persönlich auch „kenne“ oder schon mal irgend was mit jemandem zu tun hatte, unter normalen Umständen hätte ich die weder nach Ihrem Geburtstag gefragt noch hätte ich mir diesen notiert.

Das Gratulieren zu solchen Tagen hat doch etwas mit Wertschätzung zu tun. Bei denen Menschen, an denen mir wirklich etwas liegt werde ich doch versuchen, mich ohne „Netz und doppeltem Boden“ daran zu erinnern. Klar, das klappt dann einfach nicht immer (zum Beispiel klappt das bei mir nur sehr schlecht und selten bei unserem Hochzeitstag…….) – aber wenn es klappt, dann hat es irgendwie eine Bedeutung. Definitiv ist es nicht dasselbe, wie wenn ich eine elektronische Meldung erhalten und dort gleich die Möglichkeit erhalte „möchten Sie der Person gratulieren“. Immer wieder erstaunt mich, wie viele sich bedanken auf Facebook und beteuern wie sie sich über die vielen Gratulationen gefreut haben. Persönlich sehe ich das etwas anders, ich freue mich über die, die sich vielleicht die Mühe nehmen eine SMS, eine private e-Mail zu senden oder über die, die anrufen. Die Gratulationen über soziale Netzwerke – und ich will nicht ausschliessen dass einige sogar von Herzen kommen würden – erscheinen mir doch als etwas zu technische Variante. Sogar in Facebook gäbe es die Möglichkeit, eine kurze Nachricht zu verfassen und nicht einfach ans Board zu posten.

Fazit: Für mich ist klar, dass das Gratulieren zu speziellen Ereignissen nicht via Facebook oder andere ähnliche Dienste laufen sollte. Es fehlt mir dabei an der persönlichen Wertschätzung und die Menge an Gratulationen macht es nicht aus. Als Erinnerungsfunktion schätze ich die Möglichkeiten dann wieder, aber es werden so langsam aber sicher einfach ein wenig viele Erinnerungen von da und dort. Zur „Gratulationsfunktion“ werde ich eher wenig oder gar nie greifen, da schreib ich kurz eine Mail, ein SMS oder rufe an – je nachdem zu was ich gerade so Lust habe. Die Wahl des Mediums ist in diesem Fall absolut nicht wertend….!

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