Alle Pendler wissen, dass es nicht immer ganz einfach ist im Zug zu arbeiten falls man dazu Internet-Verbindungen benötigt. Natürlich ist dies auch ein technisch höchst schwieriger Anspruch, das ist mir absolut klar. Natürlich darf man da nicht nur diejenigen Leute beachten, welche aktiv mit Ihren Smartphones und Computern antworten, sondern selbstverständlich zählen hier alle mit einem Smartphone auf welchem irgend etwas synchronisiert wird – und bei wem wird heutzutage schon nichts mehr synchronisiert, die aller meisten werden nahezu permanente Datenverbindungen aufrecht halten – ob gewollt oder einfach so.

Was bedeutet nun das, bei einer Kreuzung eines Zuges auf zum Beispiel der Strecke Olten-Zürich nähern sich hunderte von Personen mit Datenverbindungen einem Sendemasten, müssen dort angemeldet werden, die Daten müssen neu geroutet werden – und die Verbindungen im Hintergrund bis hin zu den Sendemasten müssen gross genug sein um die anfallenden Daten zu verarbeiten. Dies funktioniert leider nicht überall sehr gut, oft erhält man keine Verbindung oder eine Verbindung, durch welche nahezu keine Daten durch gehen.

Der Ball liege ganz klar bei der SBB (Schweizerische BundesBahnen) sagt die Swisscom (grösster Mobilfunkanbieter der Schweiz mit der weitaus grössten Abdeckung). Die SBB müsse in Ihren Wagen „Repeater“ für das Mobilfunknetz einsetzen. Die Mobilfunkstrahlen werden tatsächlich von Eisenbahnwagen stark abgeschwächt, ich habe Berichte gelesen die gegen -30dB Dämpfung für einen ICE ausweisen. Konkret bedeutet das schon mal eine Halbierung der Stärke des Netzwerkes! Das ist schon sehr sehr viel, das könnte die Probleme erklären. Nun hat sich die SBB ja dazu bereit erklärt, Ihre Züge mit eben solchen Repeatern auszustatten um die Nutzbarkeit des Internets im Zug zu erhöhen. Dass sie dies mit einem horrenden Tempo machen (bis 2016 viele Wagen ausgerüstet) zeigt, dass die sich wohl irgendwie nicht verantwortlich fühlen, was ich auch ein bisschen verstehen kann.

Ich habe da immer etwas gezweifelt auf technischer Ebene – wenn ich innerhalb eines Zuges ein sehr knappes EDGE-Signal sehe, dann wird ausserhalb auch kein gutes UMTS-Netz zur Verfügung stehen (neuer Technologien kann ich nicht beurteilen im Moment, habe kein Gerät das mir da Auskunft geben könnte), oder? Maximal erreiche ich ja auch innerhalb eines Zuges mal einen H+ – Empfang mit durchaus gutem Datendurchsatz. Aber, solche Repeater könnten natürlich auch den Datenstrom bündeln und die Infrastruktur im Hintergrund auch entlasten – wenn für das UMTS-Netzwerk plötzlich 100 „Surfer“ nur noch wie einer mit mehr Datenbedarf aussieht, könnte das helfen. Ob die Dinger wirklich so funktionieren, keine Ahnung, war für mich nicht heraus zu finden auf die Schnelle.

Also – 7:07 Basel-Zürich ohne Halt hat nun derart ausgerüstete Wagen die extra markiert werden. Sofort rein und testen! Ja, H+-Netz, absolut stabil – Mail-Logon – hmm – in etwa wie sonst, sicher nicht schneller. Das sollte aber erst mal keine Bedeutung haben, im Bahnhof war eigentlich auch nie ein Problem. Zug fährt los, Netz bombastisch stabil bei H+ – vorher gab es dann immer vor Muttenz nach kurzer Fahrzeit das erste Datenloch und jetzt – auch :-(! Mein Handy hat weiterhin vollen H+ Empfang, aber durch geht genau so nichts mehr wie vorher…..und so ging das in etwa weiter bis nach Zürich.

Fazit: Liebe Swisscom, ich glaube, die SBB kann das Problem nicht ohne Hilfe lösen. Die Repeater in den Wagen gaukeln mir zwar ein gutes Netzwerk vor, wenn ich aber keine Daten durch kriege ist mir auch nicht geholfen. Oh, doch, der Stromverbrauch meines Handys ist auf diese Weise von ca. 25% oder etwas mehr für eine Stunde Hotspot auf etwa 15% runter gekommen – klar, wenn die ganze und ständige Netzwerk Sucherei entfällt. Somit haben die Repeater also doch einen positiven Einfluss – aber nicht den, den ich mir gewünscht habe. Wagen ohne Repeater um 23:00 Uhr bieten deutlich besseres Netzwerk, was klar den Grund des Übels aufzeigt, Überlastung!