Früher als ich noch jung war – knapp kann ich mich daran noch erinnern – habe ich mit Hifi und High-End eine ziemlich enge Beziehung geführt. Viele Teile wurden ausprobiert, gekauft, wieder verkauft. Dabei war in einer Single-Wohnung natürlich keinerlei Rücksicht zu nehmen auf die Optik, der Klang ging über alles. Somit gebe ich auch offen zu, das war nicht immer schön. In meinem Jugendzimmer hatte ich eigentlich begonnen, vor allem Lautsprecher selbst zu bauen. Das hat einige Vorzüge und einige Nachteile. Die Vorzüge sind natürlich die gestalterischen Möglichkeiten, aber auch die zumindest theoretisch wesentlich höhere Qualität zum niedrigeren Preis. Die Nachteile, ich bin kein Schreiner, der Bau eines schönen Gehäuses war nicht immer einfach und manchmal sind Dinge raus gekommen, die waren nicht schön….ebenso ist die Abstimmung eines Lautsprechers eine komplexe Sache und man erlebt schon seine Tiefschläge.

Immer mal wieder habe ich beschlossen, dass ich nicht mehr selbst basteln will – und immer wieder bin ich darauf zurück gekommen. Letzten Herbst zum Beispiel habe ich mein „Trainingscenter“ im Keller eingerichtet und dabei habe ich auch wieder aus meinen alten Teilen einen Lautsprecher gebaut. Allerdings auf wirklich einfachstem Niveau mit höchstwertigen Teilen – eine Mischung, die mir schon bald auf den Geist ging. Ich weiss von den Teilen, wie hochwertig diese Musik wiedergeben könnten – aber in dem zusammen geschusterten Teil vom letzten Herbst geht das unter und nervt.

Am letzten Wochenende nun bin ich mal hin gesessen und habe versucht, wenigstens die Frequenzweiche anzupassen, was auch durchaus erfolgreich funktioniert hat – nun tönen die Lautsprecher schon ganz annehmbar, obwohl das Tannenholzgehäuse aus simplen Brettern also andere als eine akustisch vernünftige Lösung darstellt – also trotz Erfolg irgendwie weiterhin genervt! Somit war der nächste Schritt schon klar absehbar – ein neues Gehäuse muss her. Damit dies eine Chance hat auch längerfristig zu bestehen, muss es relativ klein ausfallen (der WAF – wife acceptance factor – steigt umgekehrt proportional zur Grösse eines Lautsprechers ;-)). Aber auch das war mit den vorhandenen Lautsprechern machbar.

So, jetzt ist das Holz bereits zu Hause und die zusätzlichen Teile sind bestellt und hoffentlich bald bei mir zu Hause (es braucht immer noch ein paar Teile wie zum Beispiel Dämmmaterial usw.).

Das Projekt sieht jetzt eine kleine 2-Wege-Box vor, knapp 45cm hoch, 30cm tief und 16cm breit. Klar, für einige passen diese Masse und die Aussage „klein“ schon nicht mehr zusammen in der Zeit all dieser Kleinstlautsprecher mit Subwoofer fürs Home-Kino – aber, guter Klang braucht Raum, das stimmt nicht nur vor dem Lautsprecher sondern auch dahinter – es gibt bis heute keine extrem kleinen super guten Lautsprecher. Vielleicht super gut im Verhältnis zu deren Grösse!

Hochwertige Teile kommen zum Einsatz, ich werde den Bau diesmal echt mal „dokumentieren“ und dann hier auch sicher zeigen.

Fazit: Musik hören ist etwas, das ich schon immer gern gemacht habe. Die Wiedergabe aktiv beeinflussen zu können mittels Selbstbau des für den Klang wichtigsten Elementes einer Hifi-Anlage (die Lautsprecher, ein 10’000.– Franken Verstärker an einer 200.– Franken Box tönt eben nach 200.– Franken Box…..) macht Spass und ergibt die Möglichkeit, den Klang etwas individuell zu gestalten. Zusätzlich ist es möglich in einer Qualitätsliga sich zu bewegen, die ich mir als Fertigteil definitiv nicht leisten könnte. Ich freu mich sehr auf das Gebastel :-)!