Zum zweiten mal in zwei Jahren habe ich an einem Kochkurs teil genommen, einmal als Firmenausflug und einmal jetzt mit Freunden und meiner Frau „einfach so“. Es ist ja nicht so, dass wir beide nicht kochen könnten, aber lustig ist das schon, so in der Gruppe unter Anleitung von einem Profi. Diesmal wurde das Ganze noch etwas „verfeinert“ in dem eigentlich zwei Events in einem stattgefunden hatten – neben der Kocherei gab es noch Weine von der Selection Schwander aus Zürich zu versuchen ( www.selectionschwander.ch ). Vorne weg – die Weine waren alle gut, ich selbst krieg das mit dem „abgestimmt“ auf das Essen meist irgendwie nicht hin – klar, es gab Hirsch – also sicher kein leichter Weisswein zum Hauptgang ;-). Den gab es zum Fisch zur Vorspeise, einen Soave welcher jetzt für mich auch nicht SO anders war als die Soave’s bisher – den zusätzlich gereichten Österreicher welcher für mich nach Elsässer (Gewürztraminer) geschmeckt hat passte mir deutlich besser.

Dieser Event lief eigentlich ganz ähnlich ab, wie der erste bei dem ich war in Zürich – und doch dann irgendwie ganz anders. Der Koch hier in Aarau ( http://www.cookuk.ch ) war schon darauf bedacht, dass am Ende alles so raus kommt wie er das gerne hätte. Beim ersten war eher „macht mal, wenn es schief geht schauen wir dann, was man machen könnte“ angesagt. Hier konnte man im Prinzip also nichts falsch machen, das war doch anders bei meinem ersten solchen „Kurs“. Das Essen war beide male SEHR fein am Ende – war auch sehr ähnlich aber klar ist es am wenigsten „experimentell“ wenn man mit eventuellen Laien grosse Fleischstücke macht (anbraten – Ofen – fertig) – einmal war es Rind, diesmal Hirsch.

Der durchaus wohl grösste Unterschied, den habe ich sehr genossen. Hier musste man nicht abwaschen, beim ersten Mal schon (natürlich auch dort nur das „Küchengeschirr“ – Teller und Besteck dann auch nicht mehr). Die Probleme bei solchen Menus sind wohl auch immer dieselben – wenn man die zu Hause nachkochen will, dann steht man locker den ganzen Nachmittag in der Küche – da machen ja nicht immer ein paar zusammen irgend einen Gang. Somit sind die Rezepte also eher so eine Art Ideensammler anzusehen – wir werden vermutlich nicht so schnell versuchen das gesamte Menu nachzukochen.

Das Kochen selbst – ja, ich mach das auch zu Hause oft, schneiden habe ich mal beim Militär in der Küche gelernt an gefühlten Tonnen von Gemüse und diesmal musste ich Lauch machen – so richtig herausfordernd war das jetzt nicht und meine „Machart“ ist allgemein nicht soo schlecht angekommen. Wobei, die Vorgabe den Lauch „ca. 0,5mm dick zu schneiden habe ich dann deutlich verfehlt! Aber eben, hier war die „Überwachung“ recht gross und somit war auch recht schnell gekocht, ich würde sagen in höchstens der halben Zeit wie beim letzten mal. Alles war wirklich sehr fein, keine Frage.

Die Weine dazu – ja, da habe ich mich schon ausgelassen. Ich würde sagen, recht oft ist klar ob roter oder weisser Wein passt – aber von da an nehme ich am liebsten solchen den ich mag – selbst wenn der laut Sommelier nicht die ideale Wahl darstellen würde. Ich muss aber sagen, dass unser Weinspezialist vor Ort das durchaus pragmatisch sieht und mir problemlos erlaubt hat den (wahrscheinlich vorzüglichen) Grappa direkt in den Espresso zu schütten! Wir haben einen etwas speziellen Weingeschmack, wir lieben Weine der Art „dunkelviolett bis schwarz“ und diese erhält man an einem solchen Anlass natürlich eher nicht – zu wenige hätten das gerne, zu viele würde die Wahl kritisieren.

Am Ende ist es eigentlich ein gemeinsames Essen unter „Fremden“ die sich nachher definitiv besser kennen gelernt haben als wenn man „nur“ gegessen hätte. Lustig war es, guten Wein getrunken haben wir und ziemlich viel gelacht (und auch ein paar sehr ernsthafte Diskussionen wurden natürlich geführt – nicht nur zu Themen rund ums Kochen oder Trinken)! Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich gestern Abend zu einem besseren Koch geworden bin – durch strikte Vorgaben und die Verteilung der Arbeiten in kleinste Einheiten war die Übersicht über das Menu nicht so gegeben – aber eben, ich bin definitiv nicht mit dem Anspruch dorthin gegangen, ein besserer Koch zu werden.

Diese Events finde ich echt ganz lustig und vielleicht werde ich das auch wieder mal machen – und wenn es nur darum gehen sollte eine sehr gute Ausrede zu haben für mal wieder ein oder zwei Glas mehr zu trinken als gegen den Durst notwendig gewesen wären! Vielleicht auf ein nächstes Mal….!

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