Ich habe auf Grund des Akku-Defekts meines Firmenhandy’s (Samsung Galaxy Note) ein „altes“ meiner Smartphones zu reaktivieren versucht. Ein Sony Ericsson (das hiess damals tatsächlich noch so) XPERIA Ray – klein, irgendwie sexy und mit Android 4.0 kann es eigentlich „alles“ was es braucht! Schon damals war dieses Smartphone nicht wirklich ein Überflieger was die Geschwindigkeit angeht, aber es hatte für die Grösse einen wirklich guten Akku. Damals war ich ja auch noch mehr oder weniger „stationär“ bei der Arbeit, arbeiten im Zug war noch kein Thema.

Nun, was soll ich sagen, ein Handy dass vor zwei Jahren mit Android 2.3.3 ausgeliefert heute auf 4.0.4 läuft und schon damals nicht sehr schnell war ist heute – unbrauchbar. Klar, ist übertrieben, alles geht, ich konnte nichts finden, was nicht funktionieren würde und der Akku hält immer noch erstaunlich lange. Aber hier einige Auszüge wie lange verschiedene Dinge gehen:

– Nummer wählen (bis Zahlenblock erscheint auf dem Bildschirm -> 6 Sekunden

– Kontakte öffnen bis zur Anzeige der Nummern -> 4 Sekunden

– Facebook öffnen bis zur Anzeige der News (WLAN und UMTS, Unterschiede minimal) -> 23 Sekunden

– Gmail-Client öffnen -> 12 Sekunden

– überall in Felder tippen und warten, bis die Tastatur sichtbar wird -> 2 bis 7 Sekunden

Bis auf Facebook tönt da ja alles im niedrigen Sekundenbereich und man könnte meinen, das sei gejammert. Viele von euch wissen aber wahrscheinlich auch, was es bedeutet, auch nur 2 Sekunden vor einem Bildschirm zu warten und nichts passiert! Nach ein paar Jahren in denen ich auch mit Anwender-Betreuung im IT-Bereich zu tun habe weiss ich, dass alles über eine Sekunde als die Arbeit behindernd angesehen wird.

Offensichtlich ist der Single-Core 1 Ghz Prozessor schlicht überfordert mit den modernen Apps. Zur Erinnerung, der erste Prozessor für die Intel PC Welt der 1 Ghz in einem Core erreichte war der Pentium III so kurz vor der Jahrtausendwende – und auch da nur die Topmodelle in PCs für mehrere tausend Franken! 13 Jahre später (ich gebe zu, für Informatikverhältnisse eine halbe Ewigkeit) genügt die Leistung nicht mehr für mobile Geräte für die Jackentasche die 300.– Franken kosten!

Gleiches gilt für die restlichen Eckdaten aus der Technik, ein Speicher mit 480 Mb ist leider mit Android 4.0.4 und den Sony-Tools zu rund 60% voll – noch ein paar Apps und aus – kein Platz mehr Meldungen sind heute auch sehr schwer zu akzeptieren – und ich rede hier nicht von Musik, Filmen und all so Zeugs sondern nur von System und Applikationen! Ja, man kann einige Apps auch auf die zusätzliche SD-Karte verschieben, welche dann bis 4 GB gross sein dürfte, aber die Startzeiten verdoppeln sich dabei und bei sehr vielen Apps geht das nicht – also eigentlich keine Alternative…..

Fazit: Etwas was ich immer tat (ausser bei dem einen Kauf des XPERIA’s) ist hier wieder bewiesen – Hardware sollte man wenn irgend wie möglich bei einem Neukauf immer die „beste“ am Markt verfügbare kaufen. Vielleicht kann man dabei über Tests oder so diejenige mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis suchen und kann dann etwas Geld sparen. Kompromisse in der Leistungsfähigkeit (…das reicht für mich schon….) werden schon mittelfristig zum Boomerang – mit dem Sony möchte man noch nicht mal mehr telefonieren, weil die Tastatur ewig nicht kommt und dann beim suchen in den Kontakten das eintippen erst noch massiv verzögert! …..es geht dabei also nicht um das volle Ausnutzen der theoretischen Fähigkeiten, sondern um den Umgang in der Praxis!

Fazit II: Beim Ersatzkauf jetzt habe ich genau diese Grundsätze wieder verfolgt und das LG Google Nexus 4 gekauft – endlich „nur“ noch Android (nicht noch aberwitzig viele Herstellertools die dann den Rollout neuer Android-Versionen lange verzögern oder gar verunmöglichen) und wieder richtig viel Leistung (4-Kerne Prozessor mit 1.5 Ghz…….eigentlich unglaublich) für weniger als CHF 400.– ohne Abo, ich bin gespannt.