Nachdem ich über den Schatten gesprungen bin und meine „einzige Marke“ BMW im Stich gelassen habe, sind nun ein paar Wochen vergangen. Wochen in denen unsere Fahrzeuge rund 25% ihrer Kilometer fahren, die Sommerferienwochen nämlich. Somit hat sich bereits ein Bild ergeben, wie das Ding funktioniert.

Eigentlich am besten definiert das meine Frau mit der Aussage „doch, das isch ä feinä“ *hmmm*, aber was heisst das nun? Ich sehe das genau so, alles ist auf höchstem Niveau irgendwie durchschnittlich! Es gibt nicht die Highlights wie bei BMW (das Fahrwerk, die extrem tolle Lenkung, der Motor) – es gibt aber auch nicht die Downs wie eben dort (Armaturenbrett aus Plastik, jedes asiatische Auto würde von der deutschen Presse zerrissen würde es innen aussehen wie die „günstigeren“ BMW…..). Also die tatsächliche, solide Wertarbeit.

Federung mit adaptiven Dämpfern – immer schön komfortabel, nie schwammig, nie auffällig. Adaptive Lenkung – beim Parken leichtgängig, auf der Autobahn härter. Adaptive Bi-Xenon Scheinwerfer mit Kurvenlicht und adaptiver Lichtverteilung – immer taghelle Fahrbahnen, immer so wie man es will.

Dieser Absatz zeigt eigentlich auf, woher das „es isch ä feinä“ kommt – alles „adaptiv“. Das Auto passt sich so an, wie es als Kompromiss in allen Situation bestmöglich ist – somit hat man überall nicht das perfekte Auto (auf italienischen Autobahnen dürfte die Federung etwas mehr schlucken, in den Bündner Bergen dürfte sie noch etwas straffer sein zum Beispiel), aber ein sehr gutes Auto. Beim letzten BMW war das etwas anders, da entscheidet man beim Kauf, ob „komfortabel“ oder „sportlich“ – obwohl auch BMW diesen Spagat gut im Griff hat..

Italien – Autobahn – 140 Tempomat – ja, man könnte noch viel weiter fahren, sehr entspannt, doch recht ruhig, Motor immer relaxed. Autobahn macht wirklich viel „Spass“ – zieht einfach seine Linie und kommt irgend wann an…..das dazwischen vergisst man schnell – ein bisschen wie Zug fahren mit selber lenken – oder so. Dieselbe Reise hatten wir vor Jahren mit unserem Skoda Roomster gemacht, kein Vergleich, mein „Zustand“ bei Ankunft war damals „deutlich müder“! -> ich gebe zu, Neuwerte von knapp 30K und knapp 100K zu vergleichen IST unfair!

In den Bergen fährt sich die Fuhre ebenfalls sehr entspannt, nie kommt irgend welche Lust auf einen Berg hoch zu heizen – obwohl man natürlich könnte, nur wird man nicht dazu „aufgefordert“.

Für mich die negativste Erfahrung ist die Klimaanlage. Zwei Zonen mit Ausströmern hinten, bereits eine Aufpreis pflichtige Variante – und die regelt nicht mal den Luftstrom automatisch – über „Durchzug“ oder nicht muss ich tatsächlich selbst entscheiden (bei BMW gab ich da nur die „Obergrenze“ an) und die automatische Umluftschaltung des BMW war auch wirklich viel wert, wenn auch die Mercedes Filter in Tunnels ganz ordentliche Arbeit leisten. Aber die Klimaanlage ist der Schwachpunkt, wenn man denn einen suchen will!

Verbrauch – ja, wie etwa erwartet. Auf Autobahnen in der Schweiz mit unter 8 Litern zu fahren, Italien bei 140 (Venedig – Mailand mit Schnitt 106) knapp 9 Liter, über Land um die 8, nur Stadt etwa 11. Die von uns erwarteten zwei bis drei Liter mehr als beim BMW sind Tatsache – entsprechen natürlich irgendwo der Leistung – welche man aber selten bis nie bräuchte…… Nochmals ein Vergleich – früherer Skoda mit 1.6 Liter Benziner, 105 PS und Automatikgetriebe haben wir mit einem Durchschnittsverbrauch von 8.7 Liter drei Jahre gefahren – das Geld bezahl ich lieber um 220 Diesel-PS mitzuführen 😉

Fazit: Es isch ä feinä und das wars, mehr gibt es nicht zu sagen, die Ingenieure die dieses Auto gebaut haben, haben ganze Arbeit geleistet. Beim Umstieg auf andere wird man in dem Segment immer ein Auto finden, welches in einzelnen Kriterien bessere Leistungen zeigt (vielleicht könnte man da auch von Charakter reden……) – in der Summe aber ist mir ein Stern aufgegangen! Die neueren Entwicklungen um jüngere Kunden zu erhalten (wie z.Bsp. ein A45 AMG) sehen mir allerdings vom Design her dann manchmal doch aus wie frühere Mitsubishis ohne Flügel……

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