Viele Hersteller versprechen uns Programme die Dinge können, bei welchen die Hersteller der Originalsoftware behaupten, dass das nicht geht. Nachdem ich vor vielen Jahren schon mal mit irgend einer Partitionssoftware meinen Ärger  hatte an einem Server (da habe ich dann eine Nacht lang durchgearbeitet damit „meine“ Benutzer am Morgen wieder arbeiten konnten) habe ich mir geschworen: so etwas kommt mir nicht mehr in die Tüte.

Jetzt habe ich ja zu Hause einen „Server“ – also einfach ein Gerät das immer läuft und welches die Funktionen Medienserver, WLAN-Adminserver, iTunes-Server, Datenserver und Backupmaschine für Bitcasa und einige mehr übernimmt. Dieser war ausgestattet mit doppelt Bootdisk und doppelt Datendisk in einem speziellen Laufwerksgehäuse – dessen Lüfter massiv Lärm gemacht haben.

Also habe ich mich dazu entschlossen, auch dieses Servergerät auf SSDs umzurüsten, die Datendisk in das normale Gehäuse einzubauen und so viel Lärm zu sparen. Damit das auch fix geht, habe ich nicht einfach eine SSD gekauft sondern eine SSD inklusive einem Datentransfertool und angeschlossen – geht ja dann alles ganz einfach.

Tool installiert, Kopie starten gedrückt und Sanduhr angeschaut. Nach etwa zwei Minuten teilt mir die Software mit, dass auf meinem PC keine Bootpartition vorhanden ist – ??? -> lesen, das war schon mal nicht so gedacht! Es steht nicht in der Anleitung – aber scheinbar ist es sonnenklar, dass ein solches Tool Bootpartitionen die als dynamisch gekennzeitchnet sind nicht kopieren kann. Gut, muss ich das halt umstellen – aber da war doch was, oder? Ja genau, als ich diese Partitionen auf dynamisch gestellt habe – damit ich diese spiegeln konnte, weil ich nur einen Hardwarecontroller für RAID für zwei Disks habe – hat mir Windows ja gesagt, dass ich das nicht mehr rückgängig machen kann….hmmmm…!

Vielleicht liegt es ja nur daran, dass ich gespiegelte Disks verwende – auf jeden Fall einen Versuch weg. Spiegel weg, eine Festplatte abschalten und nochmals versuchen – nix – keine Partition gefunden. SCH….., doch alles neu installieren – oder gibt es etwa andere Lösungen – google befragen, eindeutig! Google sagt mir zuerst mal, dass das nicht geht um dann ein bisschen später mir zu zeigen, dass ich nur ein Tool runter laden muss und das alles dann bestens geht. Tönt gut, vielleicht ist das ja mal wieder so eine Sache, die Microsoft einfach nicht umsetzen will…….muss ich haben, das Tool. Runterladen, installieren und los gehts, wenn es schief geht habe ich ja noch die zweite Disk mit allem drauf – ähm, das war ja ein Softwarespiegel – ob die dann auch wirklich bootet? Diskette oder CD dafür habe ich nicht, das Gerät verfügt auch gar nicht über die Laufwerke.

Das Tool analysiert meine Festplatten (320GB mit ca. 40GB belegt, also nicht alle Welt) zuerst mal um mir dann zu sagen, dass eine Konvertierung in einen Basis-Datenträger möglich ist, nur noch hier klicken. Aber hoppla, schlimmer kommts nimmer, klar, mach doch. Dann dauert es – und dauert ohne dass man optisch auf die Idee käme, dass wirklich was passiert. Also gehe ich mal in den Keller wo das Teil steht und siehe da – Festplattenanzeige leuchtet dauerdunkelrot – wird schon richtig sein, dauert halt. Dann nach ca. 40 Minuten ein Neustart welcher mehrere Minuten dauert und danach mein ganz normaler „Server“, wie vorher. ABER, der Diskmanager sagt mir, dass ich jetzt auf einer Basispartition laufe – also sofort SSD-Tool wieder rein und los – und siehe da – läuft auch perfekt! Wenige Minuten später kam der wirklich mühsame Teil, Server vom Regal holen, alle schön verlegten Kabel raus reissen, sich die Finger zerkratzen beim runter holen – wie es halt sein muss :-(!

Booten mit der SSD – gar kein Problem, läuft auf Anhieg – dauert einfach 20 Minuten! Irgend was stimmt da nicht……wieder google der mir sagt, dass mit gewissen Mainboards die SSD-Firmware aktualisiert werden muss, mach ich doch! Bis ich dazu komme und alle notwendigen Tools installiert habe, muss das Gerät zweimal neu starten = 40 Minuten dauerts halt schon *grr“! So langsam ist auch der neue Tag angebrochen in der Zwischenzeit…..

Nach dem Update der Firmware dauert ein Neustart nicht mehr 20 Minuten sondern nun nur noch 20 Sekunden – yes, alles perfekt – denkste! Das WLAN-Tool startet schon mal gar nicht mehr und meint, es könne irgend welche Daten nicht lesen. Auch deinstallieren geht nicht richtig (weil es irgend welche Daten nicht lesen kann) und bei der Neuinstallation können folgerichtig irgend welche Daten nicht geschrieben werden. Ach, installier ich das Ding halt ganz wo anders, brauchts ja nicht…….oh, noch eine Fehlermeldung von Bitcasa – läuft nicht mehr mit Fehler *ç%/)ç%//%(ç)(ç%( oder so. Google meint das könnte damit zu tun haben, dass irgend welche Daten nicht gelesen oder geschrieben werden können….

Spätestens jetzt war klar, die zu diesem Zeitpunkt ca. 6 Stunden dauernde „Migration“ hat schon deutlich mehr Zeit verbraucht als eine Neuinstallation, welche so oder so jetzt fällig sein dürfte.

Fazit: Zum zweiten Mal schwöre ich mir nichts mehr zu tun wenn Microsoft mir eindringlich mitteilt, dass es nicht geht. Sollten andere Hersteller mit Tools mir weis machen wollen, dass etwas doch geht hoffe ich in Zukunft widerstehen zu können! Ich will nicht sagen, dass das alles Schabernack ist, aber es funktioniert einfach nur in speziellen Situationen fehlerfrei. Dass solche Übungen einfach eine Nacht lang dauern dürfte keinem, der schon mal abends angefangen hat am PC rum zu basteln überraschend vorkommen ;-)! Ich lasse in Zukunft die Finger von allen Tools die mir Dinge extrem vereinfachen wollen oder gar Dinge tun wollen, die laut Hersteller nicht gehen – noch NIE habe ich damit – zumindest über längere Zeit – gute Erfahrungen gemacht!

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