Ich habe in meinem Blog mal berichtet, dass im Bereich Auto es für mich nur BMW und andere gibt. Im Prinzip stehe ich auch heute noch zu dieser Aussage – nur mein aktuelles Verhalten lässt schliessen, dass diese Loyalität vielleicht doch nicht so ausgeprägt ist.

Als wir unseren aktuellen BMW gekauft haben, hat es für das Modell keine automatischen Getriebe gegeben, zumindest nicht für die von uns bevorzugten Basis Motorisierungen. Also haben wir uns entschieden, ein Modell mit Handschaltung zu kaufen – obwohl wir vorher viel Jahre mit Autos mit automatischen Getrieben gefahren sind.

Meine Frau und ich waren uns dabei einige – haben uns aber beide nie mehr so richtig mit der Schalterei anfreunden können. Übers Land oder noch mehr auf der Autobahn (so lange kein Stau ist) bleibt der Unterschied gering – viele Fahrsituationen wie z.Bsp. der Stadtverkehr oder auch der immer häufiger auftretende Verkehr im Stau zeigen aber, dass im täglichen Betrieb das automatische Getriebe viele Vorteile mit sich bringt.

Nachdem wir unser handgeschaltenes Modell (BMW X1) nun fast vier Jahre fuhren wurde es Zeit zu schauen wie weiter zu verfahren ist. Seit längerer Zeit lease ich meine Autos – ich möchte einfach das Risiko sehr spezieller Situationen am Markt auf die Banken auslagern. Es ist mir durchaus bewusst, dass Leasing eine der insgesamt teuersten Arten ist Auto zu fahren. Aber ich muss kein Kapital anrühren, ich kann Auto fahren zu Lasten laufender Kosten – dies erscheint mir wenn auch teurer doch sehr sinnvoll. Das muss aber auf jeden Fall jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es cool dass ich mit einer Art „Fahrsteuer“ immer mal wieder wechseln kann…..

Nun zu der „Aktion“ – kurzum, die BMW-Händler wollten unseren X1 nicht zu vernünftigen Preisen eintauschen weil wir das „normale“ Modell ohne Allradantrieb gewählt hatten. Scheinbar ist das in der Schweiz nicht zu verkaufen….vielleicht ist das tatsächlich schwieriger. Wenn ein BMW-Händler einen BMW nicht eintauschen will habe ich das Gefühl, der hat seinen Job nicht so richtig verstanden – gilt doch wohl auch da, dass einen Kunden halten, den man schon hat einfacher ist als einen neuen zu gewinnen. Aber was solls, wir gingen also auf die Suche nach Alternativen.

VW Tiguan – nee, VW, und schön auch nicht – Audi Q3 – zu klein, Audi Q5 zu teuer, Range von „gefällt mir nicht“ bis zu teuer und viel zu gross“, Volvo XC60 – ich will keinen Volvo fahren (wieso auch immer…), einige Japaner…….und Mercedes-Benz GLK. Ein Auto, welches ich immer als kleinen Kastenwagen oder kleineres rasendes Gartenhäuschen wahr genommen habe. Nie bisher habe ich die Werte die drin stecken wirklich verglichen – der Preis auf dem Schild ist ja wirklich auch erschreckend!

Aber eben – ich musste lernen, dass Mercedes die Autos auch nicht mehr SO nackt in den Verkauf schickt wie auch schon. So sind doch einige Dinge schlicht und einfach Serie, wo man bei anderen bezahlen muss (Automatikgetriebe – GLK nur so lieferbar, X1 Aufpreis CHF 3’000.–, Bluetooth fürs Telefon GLK Serie (wie ein einfaches Navi) – BMW nur mit Navi Pro für so ca. 2’000.–). Also haben wir etwas preislich vernünftiges gesucht und gefunden – Occasion mit 70Tkm für rund 30K (NP 93’100.–). Seniorenfahrzeug, bei der Probefahrt mit den Kindern wurden wohl die Rücksitze zum ersten Mal verwendet ;-)!

Und es war richtig cool und ich musste so einiges revidieren was über die Marke in mir steckte! Allerdings ist ganz klar und deutlich erkennbar, dass die Entwickler deutlich unterschiedliche Ziele verfolgen. Ein BMW ist immer bereit, das Fahrwerk und die Lenkung sind nicht hart, geben aber ganz eindeutige Rückmeldungen von der Strasse, der Motor reagiert  auf leichtes Zucken mit dem Fuss sofort und suggeriert immer Leistung zu haben. So richtig der Sportler halt vom Gefühl her. Unser BMW hatte 145PS und 360Nm und wirkte nie und nirgends wirklich untermotorisiert.

Nun im Mercedes funktioniert das alles etwas anders. Motor anstellen passiert (auch wegen V6 natürlich gegen 4-Zyl Reihe) lautlos und ohne dass sich das Auto schüttelt. Danach Gas geben, „irgendwann“ fährt das Ding dann weg und eigentlich ist alles selbstverständlich und relaxed, nirgends sportliche Nervosität oder gar Hektik. Echtes cruising mit der Maschine. Obwohl deutlich stärker (230PS, 560Nm) wirkt das ganze meist etwas träger. Auch bei kickdown lässt einen das Auto noch die Chance, doch nicht zu rasen – im aller ersten Moment passiert nämlich nahezu nichts. Ich interpretiere das wie in Computerprogrammen der Knopf „Sind Sie sicher“ – wenn man den Hebel unten lässt fängts dann schon mit einem Knurren an das Häuschen zu schieben, Leistung ist kein Thema – aber eben…..

Ich habe vor allem auf Grund all der in dem Modell verbauten Extras und dem bärenstarken Motor meine Freude an dem Fahrzeug. Meine Frau hat Freude an dem Fahrzeug, weil man keine Schaltung (welche zugegeben im BMW nicht von bester Qualität war, ziemlich hakelig das Teil) mehr bedienen muss und noch viel mehr, weil man am Lenkrad nicht mehr reissen muss beim Parken (wenn man das mit unserem BMW das erste Mal gemacht hat, hat man einen Defekt an der Servolenkung vermutet). So haben wir alle Freude und keinen BMW mehr……..ich bin gespannt, wie sich diese Beziehung entwickeln wird.

Fazit: Ich würde weiterhin bei BMW sagen ich mag die Marke, bei Mercedes bin ich mir nicht ganz sicher. Allerdings befürchte ich auch, dass es irgendwie doch auch mit dem Alter zu tun hat, dass man diese Art bei Autos toll findet, das entspannte, keinen eigenen Einsatz verlangende zügige Vorwärtskommen. Jetzt geht es dann mal in den Urlaub mit 3 Fahrrädern am Heck, drei Frauen im Auto und einem Berg von Gepäck, mal schauen wie das dann aussieht!

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