Immer wieder falle ich bei Recherchen im Internet auf ein und dieselbe Falle rein – auf die Aktualität der Artikel! Das Internet vergisst nie, eine gute Sache. Wenn man aber etwas sucht, kann einen das ganz schon in die falsche Richtung lenken.

Ein Beispiel: vor nicht allzu langer Zeit habe ich mit meinen Eltern über den Sinn und Unsinn der Zeckenimpfung diskutiert. Weil mein „Wissen“ zu dem Thema recht mager war, habe ich danach versucht, mich zu informieren – was mir auch gelang. Allerdings waren die ersten Artikel die ich im Internet fand alle samt veraltet, beschäftigten sich noch fast gar nicht mit den Nebenwirkungen (oder möglichen, nicht erwünschten Wirkungen… ;-)) der Impfung und verwies auf eine ebenfalls längst überholte Karte der gefährdeten Gebiet.

Was wäre nun die Konsequenz, wenn ich nicht weiter gelesen oder gesucht hätte? Ich wäre weiterhin der Meinung, dass wir in einem von FSME stark bedrohten Gebiet leben und dass es bei der Impfung keinerlei bekannte Nebenwirkungen oder Gefahren gibt (oder eben damals bekannt waren). Beides ist so nicht war, wäre aber mein Schluss gewesen hätte ich dem ersten Artikel allein vertraut (und das war nicht Wikipedia, die Karte war durchaus von einem Bundesamt ausgegeben).

Es geht hier nicht darum, ob ich nun gut oder nicht gut informiert wurde über diese Impfung sondern lediglich darum, dass ich durchaus zu falschen oder in der Zwischenzeit nicht mehr aktuellen Informationen gekommen bin, welche als solches nicht wirklich gut zu identifizieren waren – und schon gar nicht auf den ersten Blick.

Das Elephantenhirn des Netzwerkes merkt sich einfach jeden Ramsch und gibt uns diesen als „Wahrheit“ weiter. Ich habe nicht mehr wir früher die Möglichkeit mir die Quelle „auszuwählen“ (…ich frage den Arzt Meier, der kennt mich und meine Denkweise und wir mich schon richtig beraten…) – auswählen vielleicht schon noch, aber nicht ehr zu kennen.

Nun scheint das ein grosser Vorteil zu sein, seine Informationsquelle zu kennen. Aber darin liegt die andere Gefahr. Quellen welchen ich vorbehaltlos vertraue bringen mich dazu, die Informationen nicht mehr zu hinterfragen – eine genauso gefährliche Sache. Nehmen wir nochmals das Beispiel der Impfung. Es ist für Ärzte meist nicht schädlich, einigen Umsatz mit Medikamenten zu machen. Natürlich werden Ärzte deshalb nicht zu Pharma-Verkäufern per se – aber doch gibt es neben gesunden Menschen weitere Beweggründe pro oder contra Medikamente (ich will hier auf keinen Fall in Frage stellen, ob die Gesundheit der Menschen wirklich ein Ziel von Ärzten ist, ich bin überzeugt davon, auch wenn eine absolut gesunde Menschheit keine Ärzte mehr bräuchte……schon deshalb, weil die 100% gesunde Menschheit nicht zu erreichen ist…).

Wenn ich zu einem Arzt gehe und den frage: Soll ich die Impfung gegen xyz machen – was soll der sagen? Er könnte sagen, dass das aus seiner Sicht nicht wirklich notwendig scheint, aber nein kann er doch nur dann sagen, wenn wirklich eine Gefahr besteht während der Impfung. Man stelle sich vor er hat mir abgeraten und ich erkranke an genau der Krankheit – es wäre ja ein schlimme, nachweisliche Falschberatung die meiner Krankheit zu Grund läge….das Risiko für den Arzt mir etwas auszureden ist viel zu hoch in vielen Fällen. Deshalb braucht man für ein neutrales Bild der Situation weitere Quellen, auch wenn die Quelle an sich vertrauenswürdig wäre.

Fazit: Vertraue nie einer einzelnen Quelle falls die „Wahrheit“ gefragt ist, die Mischung macht‘s – und nie hatten wir bessere Möglichkeiten dazu. Manchmal (wie in meinem Beispiel) ist es sogar so, dass es keine Wahrheit gibt, es gilt oft im Leben auch, die Informationen abzuwägen und gegenüber zu stellen. Dabei ist sehr gefährlich, dass man emotional bevorzugte Lösungen immer höher bewertet und/oder als richtiger einstuft. Wer es hinkriegt, die grosse Menge an heute vorhandenen Informationen zuerst zu klassieren (welche gelten noch, was ist veraltet, gilt nur in anderen Teilen der Welt usw…) und danach neutral beurteilen kann, der hat die besten Chancen seine Wahrheit zu finden und diese breit genug mit Informationen abstützen zu können.

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