Es ist tatsächlich schon recht lange her, das letzte Möbel von IKEA, zumindest wenn man von etwas grösseren Möbeln redet. Jetzt war es mal wieder so weit, ein neues Bett für unsere kleine Tochter musste her.

Das Design war schon seit längerer Zeit klar, aber bisher gab es immer noch etwas zu diskutieren wieso das alte Bett doch unbedingt noch gebraucht wird. Jetzt war es aber an der Zeit. Am Samstag also voll im Plan aus dem Bett um zu IKEA zu fahren. Aber halt mal, das Bett ist sehr lang, einige Einzelteile recht hoch, passt das überhaupt ins Auto rein?

Mein erstes Kompliment an IKEA hier, selten findet man irgendwo so genaue Angaben auf dem Internet darüber, was einen erwarten wird vor Ort. Die Abmessungen geprüft, doch doch, das passt schon rein wenn ich alleine gehe (die 103 Kg habe ich da wohl übersehen). Auto ausräumen – heisst Kindersitze, Nackenkissen und so Zeugs raus und nach Pratteln fahren.

Die erwartete Verkehrskatastrophe ist sehr angenehm ausgeblieben, für einen Samstag waren die Zufahrt und das Parkhaus nahezu menschenleer. Soweit schon mal sehr schön! Da ich ja wusste was ich brauche, habe ich versucht auf möglichst direktem Weg ins Abhollager zu kommen, also nicht zuerst noch im Zickzack durch die gesamte Ausstellung. Ist mir auch gelungen, ob ich wirklich den kürzesten Weg gefunden hatte, keine Ahnung.

Mit dem korrekten Einkaufswagen bewaffnet also hin zu dem Computerterminal im Lager um heraus zu finden, wo die Ware nun genau liegt. Eine erste Hürde zeigt sich. Ich weiss, das Ding heisst Hemnes, das wusste ich – und das konnte ich auf der Tastatur auch eingeben. Was ich suchte, steht aber wenn ich nach Namen suche auf der zweiten oder dritten Bildschirmseite…..scrollen, runter fahren – Fehlanzeige. Der Touchscreen macht nix, Maus gibt’s keine, Pfeiltasten bewirken nichts ausser dem Geräusch, das sie verursachen.

Wir waren schon mal da mit der Tochter um das Bett anzuschauen, da hatte ich noch was in Erinnerung, wo es sein könnte. Also mal auf gut Glück los gezogen – und genau getroffen. Der Tag lief echt nicht schlecht. Ich bin mir auch sicher, dass ich beim Infostand tadellos Auskunft erhalten hätte, auch das etwas, was einfach funktioniert bei den Schweden.

Drei Pakte, 90X200cm – etwas über hundert Kilo. Leider etwas einseitig verteilt, 40kg in einem Paket, die anderen 60 im grössten und längsten. Zum Aufwärmen also die zwei Pakete mal auf den Wagen, problemlos. Dann das grosse, mal mit dem Anfang auf den Wagen legen, geht. Etwas schieben – Wagen fährt davon anstatt das Paket auf der Fläche rutscht, Paket plumpst auf den Boden. Was folgt sind so Dinge, die man sicherlich auf Youtube anschauen könnte und sich darüber amüsieren. Wie kommt das Ding auf den Wagen.

Auch das war machbar, das „self scanning“ (do-it-yourself Kasse) finde ich irgendwie auch cool, gibt dem Zahlen das gewisse Mass an Freiheit! Lift, mit dem Wagen hinter dem Auto – und schon wiederholt sich natürlich die Geschichte mit dem Davonfahren des Wagens, nur dass das Paket jetzt irgendwie mit dem Wagen verwachsen zu sein scheint und somit der Wagen immer tendenziell mit ins Auto rein möchte.

Deckel zu, oder fast halt, 15 cm fehlen dann doch wieder. Wieso fehlen eigentlich immer irgendwo nur ein paar Zentimeter? Oder hat bei euch schon mal ein halber Meter gefehlt? Für solche Fälle gerüstet, Deckel mit elastischen Bändern befestigt und los geht’s. Auf der Autobahn dann sehr schnell die Erkenntnis, ich habe nicht alle Kissen und Zeugs ausgeladen zu Hause, eines fliegt ab ca. 100 km/h hinten rum und droht jederzeit, auf die Autobahn zu fliegen. Nun gut, ist ja nicht weit, 80 km/h auf der Autobahn ist ja nicht verboten. Es ist ein spezielles Gefühl wenn der Reisebus von hinten derart schnell grösser wird ohne dass Stau wäre.

So ist das Zeugs zu Hause – und nun gibt es eigentlich schon nicht mehr viel zu erzählen. Klar, es sind so einige Teile, die man da erhält. Es ist auch eine beeindruckende Menge an Schrauben und Zeugs dabei (wie auch der nicht zu vermeidende 4-er Inbus welcher weich ist wie Butter und ich frage mich, ob mit dem schon je mal ein Möbel anständig aufgestellt werden konnte – abgesehen von den Schmerzen an den Fingern), aber ich kann mich echt nicht mehr daran erinnern, wann zum letzten Mal da etwas gefehlt hätte.

Wichtig ist die Anleitung – und zwar im Detail. Ich gehöre zu denen, die es oft besser wussten und das Möbel auch viel schneller oder weniger umständlich aufstellen konnten. Aber – es klappt nicht. Viele Personen haben sich etwas überlegt und ein paar Mal wurde das auch aufgestellt. Ich habe gelernt, IKEA in Bezug auf die Aufbauanleitung zu vertrauen, bis ins Detail. Auch diesmal habe ich mich NICHT im Detail daran gehalten, was – wie fast immer – zur neuerlichen De- und Montage eines Teiles geführt hat. War aber wie immer mein Fehler – immer wenn ich sehe, etwas scheint komisch und ich mit diesem Wissen die Anleitung nochmals anschaue ist alles sonnenklar. Also ich ärgere mich nicht mehr über das doppelte Aufbauen einiger Teile sondern freue mich, wenn ich es schon früh festgestellt habe J!

Das übliche „Gefummel“ ist halt nicht zu vermeiden, die gefühlte Million Schrauben, die müssen alle irgendwo rein gedreht werden (nebenbei, am besten nicht mit den auch bei IKEA erhältlichen Akkuschraubern….die überleben nur eine Schublade halbwegs anständig -> meine Frau wird mich für diesen Satz rügen zu Hause J), alle Teile zusammen gefügt usw. Für ein ausziehbares Doppelbett im Alleingang sind 2-3 Stunden schon vernünftig.

Fazit: IKEA Möbel sind gut und günstig – einige etwas mehr günstig als gut – und bieten gutes Design. In der Praxis bin ich oft nicht so begeistert, mit den Jahren wird doch einiges mal krumm oder reisst auch, oft wird wahrscheinlich schon während der Montage etwas verbockt. Ich habe seit Jahren nicht erlebt, dass etwas in einem solchen Bausatz gefehlt hätte oder nicht so aufzubauen gewesen wäre wie es in der Anleitung steht, wenn man sich dann auch nur im Detail daran hält. IKEA ist immer eine Alternative, wo es aber schön und wertig sein soll spare ich lieber ein wenig länger um die gewünschte Qualität zu erhalten.