Ich habe da schon längere Zeit drum rum gemacht. Im Keller am „Trainings-PC“ habe ich eine SSD aus einem alten Netbook PC (mit einem etwas abenteuerlichen, chinesischen Adapter) eingebaut mit einem Atom Prozessor. Ebenso verwenden wir im Wohnzimmer ein Sony Vaio Notebook, welches mit einer 640GB Festplatte ausgerüstet ist.

Zuerst mal zum „Trainings PC“. Für mich erstaunlich war, ein Atom Prozessor der neueren Generation ist heute für Anwendungen wie zum Beispiel fernsehen schlicht zu schwach. Ruckelnde Bilder und dies trotz 4 GB Hauptspeicher und der SSD. Das läuft auf dem Notebook wunderbar, hat auch einen i3 drin. Somit ist jetzt schon klar, die SSD kann nicht immer helfen – oder helfen schon, aber vielleicht nicht so viel, dass die bestehenden Probleme gelöst werden können.

Nach dem Umbau des Trainings-PC auf einen Intel D860 (…hat auch nichts mit Hochleistung zu tun….) läuft der absolut perfekt und die zuvor von mir als unnötig beurteilte SSD war plötzlich richtig gut! Da ist noch so ein Problem mit Intel – ich verstehe überhaupt nicht mehr, welche Prozessoren nun wofür geeignet sind, welche schneller und welche langsamer sind. Liest man  Benchmarkseiten, dann findet man dort alle Arten von Prozessoren wild durcheinander. Es ist auch gar nicht so, dass die i3 enden bei der Leistung und dort die i5 anfangen – oder dass i5 ein Vierkernprozessor ist, auch nicht wahr – kann aber! Also ich bin verwirrt in dem Punkt (alles gibt es dann noch in mobilen Varianten) und wünschte mir weniger Alternativen, die klarer abgegrenzt sind in der Leistung.

Zweitens und auch noch wichtiger als die SSD ist der Hauptspeicher. Ein PC heute mit 2GB Hauptspeicher wird sein Potential nie ausnützen können, immer wird er ausgebremst werden durch zu wenig Hauptspeicher. Werden dann natürlich die Hauptspeicherdaten auf die Festplatte ausgelagert schlägt die Stunde der SSD zum ersten mal. Da ist die natürlich nicht gleich schnell wie Hauptspeicher, aber um Welten schneller als Festplatten. Auf Grund der begrenzten Zyklen des Beschreibens der SSD gilt dies aber als keine gute Lösung, da die SSD recht schnell an Kapazität verlieren könnte und eventuell nicht sehr lange durchhalten wird.

Nun aber zur SSD – nach den sehr positiven ersten Erfahrungen (nebenbei auch im MacBook Air im Haushalt und auf meinem Firmen-Toshiba machen SSDs einen von mir aus gesehen guten Job, aber beide Geräte kenne ich gar nicht anders, da lässt sich halt schlecht beurteilen ob die SSD was gebracht hat oder nicht) habe ich mich doch entschlossen, im Wohnzimmer die Festplatte zu ersetzen – auch weil das Gerät von mir mittels Update von Windows 7 auf Windows 8 migriert wurde und seit dem Tag ein paar Probleme auftraten. Eine gute Gelegenheit zur Bereinigung durch Neuinstallation.

Was klar ist, sollte man Anforderungen haben an die Kapazität der Festplatte ist das mit der SSD in der Zwischenzeit zwar machbar, aber doch noch sehr teuer. Da ich keine Daten auf einzelnen Geräten speichere (sondern alle im Heimnetzwerk auf einem Server und auf Bitcasa in der Cloud), war dies kein Thema. Eine 60GB SSD hat mich CHF 89.– gekostet, aus meiner Sicht eine auch für ein älteres Gerät zu rechtfertigende Investition.

Eingebaut – installiert – gestaunt! Das ist gleich das Fazit! Obwohl mein Notebook schon vorher 8GB Hauptspeicher hatte fühlte sich das alles an wie neu. Es ist schon mal sicher so, dass alles deutlich schneller startet und so – aber noch viel mehr ist das „Gefühl“ unglaublich anders. Das Gerät bleibt immer fähig zu reagieren. Dies kommt natürlich von den gleichzeitigen Zugriffen die jetzt fast „unbegrenzt“ möglich sind. Der tatsächliche maximale Durchsatz wird bei mir begrenzt durch S-ATA3, da geht weniger durch als die SSD liefern könnte. Es ist wirklich eine andere Welt – und bei diesem genannten Notebook hat sich die Akkulaufzeit um ca. 15 Prozent erhöht (was ich auch auf die niedrigere Wärme zurück führe, der Lüfter kommt spürbar weniger zum Einsatz. Wer also kleine Performanceprobleme hat obwohl genügend Hauptspeicher (4GB und mehr) und ein vernünftiger Prozessor schon eingebaut sind – SSD wird alle staunen lassen! Wer sich sorgt vor der Migration kann eines der „Umsteigersets“ kaufen, da ist alles gleich mit dabei damit man sein altes System 1:1 auf die SSD übertragen kann – auch für Nichtinformatiker geeignet (obwohl ich das natürlich schlecht beurteilen kann ;-))!

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