So eine Sache das mit dem Wein. Wir trinken zu Hause relativ viel Wein, mehrheitlich Rotwein aus verschiedensten Ländern, eine gewisse Häufung bei den Italienern. Beim Weisswein dann auch durchaus mal Franzosen und Schweizer.

Was ist nun aber „guter Wein“ und ab wann ist ein Wein denn teuer? Diese Frage versuchen viele Werke, Bücher und „Aufklärer“ mir immer mal wieder zu erklären. Auf Grund von diesem und jenem Kriterium ist dieser Wein jetzt gut oder nicht so gut. Es gibt ja sogar „Führer“ dafür wie zum Beispiel der Parker, welcher bis zu 100 Punkte für einen Wein vergibt.

Solche Weine habe ich noch nie getrunken und ich habe auch noch nie aktiv nachgeschaut, wie viele Punkte ein von mir gewählter Wein denn hat. Wir waren aber mal in einem Wellnessrestaurant, da haben die diese Punkte auf die Karte geschrieben. Wir haben einen mit 96 Punkten getrunken – der war gut. Am nächsten Tag haben wir einen mit 94 Punkten getrunken, der der DER HAMMER!

Langsam komme ich zu meiner eigentlichen Aussage. Man versucht sehr oft Wein, andere Getränke und auch Nahrungsmittel in „gut“ oder „nicht gut“ einzustufen. Das geht natürlich auf Grund klarer Kriterien schon, aber diesen Kriterien fehlt zwangsläufig MEIN Hauptkriterium – schmeckt mir denn das Zeugs!

Noch nie habe ich auf Grund irgend einer Empfehlung (ausser bei einem Kellner dem man die eigenen Vorlieben schildern kann und der weiss, was man meint…) einen Wein gekauft – oder vielleicht mal eine Flasche. Meist gehe ich zusammen mit meiner Frau in Basel an die Weinmesse. Dort kennen wir eine Hand voll Händler zu denen wir gehen und da probieren und kaufen wir dann Weine. Wieso immer dieselben Händler – ganz klar, die kennen uns und wir müssen nicht wieder „von vorne“ beginnen mit dem was wir gerne trinken und was wir nicht gerne trinken.

Wir beide stehen auf sehr kräftige Rotweine, welche den Namen Rotwein nur noch knapp verdienen und auch „Schwarzweine“ heissen könnten – wenn ich das den Weinhändlern so erkläre, dann glauben die mir das zuerst, schauen dann meine Frau an und kommen mit dem leichten Landwein zurück (meine Frau ist in etwa halb so schwer wie ich ….). Regelmässig passiert das, und auch deshalb immer wieder diejenigen Händler, die wir schon kennen, die glauben das dann wenigstens.

Somit fallen natürlich leider fast alle Schweizer Rotweine aus für uns. Es gäbe zwar ein paar, die durchaus unsere Vorlieben befriedigen könnten, aber leider zu einem Preis, den wir nicht zu zahlen gewillt sind! Jetzt kommen wir zur zweiten Gretchenfrage in dieser Diskussion – ist guter Wein teuer?

Ich meine JA, guter Wein ist teuer! Allerdings beginnt teuer bei mir bei ca. CHF 20.– pro Flasche – die Luxusvariante die wir uns manchmal gönnen bei ca. CHF 65.– (im Laden natürlich, keine Restaurantpreise, in der Schweiz gibt es meines Wissens kein Restaurant das eine Flasche Rotwein für CHF 20.– verkauft….). Natürlich gibt es sehr viele durchaus annehmbare, angenehme Weine für den Alltag die deutlich unter diesen Preisen liegen – auch bei uns das, was wir in Menge am meisten trinken. Da kaufen wir dann sehr oft im Denner ein, einen Karton für CHF 30.–, wenn es nicht schmeckt nur ein bisschen Pech gehabt!

Bei einem Kollegen haben die Hausfrauen, welche schon früher zu Hause waren sich im Weinkeller vergriffen und einen sehr sehr teuren Italiener (gegen CHF 200.– die Flasche) gewählt. Uns wurde das erst klar, als der sonst mit Wein sehr offene Hausherr nach der ersten Flasche gefragt hat, ob wir noch eine zweite öffnen sollten – diese Frage habe ich da zum ersten Mal aus seinem Mund gehört und es war klar – da ist was faul! …….aber, bemerkt hätten wir das nicht, welch edlen Tropfen wir da gerade vernichtet haben wäre nicht sein bleiches Gesicht aufgefallen nach dem „ja“ zur zweiten Flasche 😉 (…welche wir dann doch im Keller liegen liessen….).

Weisse Weine haben wir einige Schweizer gefunden, aus meiner Sicht auch etwas überteuert, aber im Prinzip möchte ich ja mein in der Schweiz erworbenes Geld schon auch in der Schweiz wieder ausgeben, wenn die Verhältnisse stimmen.

Fazit: Aus meiner Sicht ist guter Wein in meiner Definition teuer. Das absolute Problem beim Wein ist, dass die Geschmäcker unglaublich unterschiedlich sind und das Angebot enorm riesig und in keiner Weise zu überschauen. Deshalb für die „guten“ einen guten Händler suchen und dort einkaufen und geniessen, die Massenware preislich optimal einkaufen und variieren – direkt aus dem Supermarkt um die Ecke. Nebenbei – aus meiner Sicht ist jetzt Coop nicht unbedingt als guter Weinhändler anzuschauen, dies aber auf keinen Fall wegen der Qualität der Weine. Es ist einfach das Ambiente in den meisten Filialen – es geht halt um Einkauf, um Supermarkt und nicht um Wein…….