Gestern gingen wir nach der Arbeit noch auf eine Art „Abteilungsausflug“ – also meine Chefin, mein Arbeitskollege und ich auf  Tour in Zürich. Mir war klar, dass ich den letzten Zug zu erwischen habe um dann heute morgen wieder nach Zürich zu kommen. Der letzte Zug fährt kurz nach Mitternacht. Das hat auch bestens funktioniert, wir sind zum Bahnhof, ich in den Zug und dann der schon zur Normalität gewordene Griff zur Jackentasche – leer! Keine Panik, so Jacken haben ja immer viele Taschen. Alle Taschen abgeklappert , Schlüssel gefunden, Natel gefunden, ein wenig Geld – aber all Karten WEG!!

Alle Karten heisst von unwichtig (Fitnessstudio, Ochsner Sport Kundenkarte usw.) bis zu wichtig und richtig blöd (EC, Eurocard, Postcard, ID……). Ich habe diese nicht in einem Portmonnaie, sondern tipptopp alle zusammen in so einer kleinen Börse extra für Karten.

Also zuerst mal raus aus dem Zug, die Karten sind definitiv nicht mit in den Zug gekommen. Da normalerweise das Mobiltelefon in derselben Jackentasche „zu Hause“ ist lag der Schluss nahe, dass beim letzten benutzen dessen die Karten raus gefallen sind. Nur wo war das? Mein durch etwas Alkohol auch nicht mehr ganz 100% scharfes Gedächtnis meinte – das müsste in der Bar gewesen sein beim Fahrplancheck. Also – auf demselben Weg zurück, Tram, Bar -> Bar geschlossen!! Innen war aber noch ein bisschen Licht, also mal an die Tür gepoltert. Ich kann mir ja genau vorstellen, wie das von innerhalb der Bar wirkt. Irgend ein Verückter welcher um 00:30 an die Tür poltert und unbedingt noch ein Bier bestellen möchte. Ich habe gut verstanden, dass es eine Weile gedauert hat, bis jemand an die Tür kam…..um dann gleich wieder zu verschwinden!! Himmel – aber die Rettung nahte, die Bedienung welche uns den ganzen Abend bedient hatte kam und erkannte mich. Kurze Nachfrage, ob die meine Karten gefunden haben – nein :-(!! SCHE…..!!!

Aber Moment mal, vielleicht doch nochmals kurz nachschauen – und siehe da, unter dem Barhocker lagen meine Karten – SUPER! Da war ich also schon erleichtert, weil die Sperrung und Neubeschaffung der Karten hätte wohl massiv Nerven und Geld gekostet! Es war nun mittlerweile etwa 00:35 – der nächste Zug nach Basel fährt dann um 4:40 – keine Alternative. Pech halt, aus lauter Freude daran, dass ich alle Karten wieder hatte, such ich mir halt ein Hotel in Zürich für eine Nacht. Nahe bei unserer Firma gibt es direkt am Bahnhof das günstig/gut Hotel Walhalla. Also wieder mit dem Tram zurück, in die Lobby. „Tut uns leid, wegen der Basel World sind aktuell alle Hotels um den Zürcher Bahnhof ausgebucht, wir empfehlen Ihnen in Richtung Altstadt ein Hotel zu suchen. Ja klar, so wie man sich das wünscht…. 😦 – und genau von da war ich ja in der letzten Stunde nun schon zweimal zum Bahnhof gefahren, und einmal zurück!

Nach ziemlich langer Suche dann die „Erlösung“ am Bellevue – das Hotel Limmathof. Drei Sterne, sauber, günstig – perfekt, passt. ca. 1:00 Uhr im Bett, angesichts der Tatsache dass die Zugfahrt am Morgen weg fällt war ich da zeitlich voll im Rahmen, um diese Zeit wäre ich ca. zu Hause angekommen, wenn das mit dem Zug geklappt hätte.

Am Morgen dann duschen – und na ja, Entscheide fällen. Die alten Socken und die alte Unterwäsche nochmals anziehen oder weg lassen?? Diese Entscheide bleiben geheim!! Danach noch kurz am Bahnhof im McClean das „Notfall-Zähneputzset“ kaufen und man ist wie neu geboren!!

Ins Büro war dann natürlich sehr erholsam, durch die um 7:45 doch schon belebte Stadt Zürich ins Büro. Kurze Arbeitswege – das merkt man dann doch immer mal wieder – haben schon etwas mit Lebensqualität zu tun, sogar dann, wenn der Arbeitsweg durchaus als Arbeitszeit genutzt werden kann.

Fazit: Ich bin froh, musste ich den Karten nicht weiter nachrennen als kurz nach Mitternacht einmal quer durch Zürich. Die Nacht im Hotel war so ziemlich ereignislos, rein, Kleider weg, schlafen, duschen, raus! Dafür war die Qualität des Hotels perfekt, die Zimmer, Dusche und das WC sauber  – soweit ich das mit den Kontaktlinsen, welche die Nacht über in den Augen geblieben waren beurteilen konnte. Eigentlich war das eine ganz gute Sache, ich muss mir überlegen, das bei solchen „Sitzungen“ vielleicht so einzuplanen – oder halt tags darauf in Basel zu arbeiten – was in diesem Falle aber gänzlich in die Hosen gegangen wäre!! So, eine Nacht in Zürich – das war soweit ich mich erinnern kann tatsächlich meine erste Nacht in Zürich……

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